this post was submitted on 16 Jan 2026
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de_EDV

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Ich würde das auf Anfrage jetzt erst mal hier eröffnen und schauen was sich tut.

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Hey Kids.

Ich habe vor kurzem einen neuen Job angefangen, wo ich die "Graubärte" ersetzen soll die über die letzten Jahre das Unternehmen verlassen haben. Bin nicht alleine, habe ein Team von scheinbar fähigen Leuten um mich herum. Auf einer technischen Ebene mache ich mir wenig Sorgen dass wir klarkommen werden.

Wir sind aktuell noch in einer weitgehend pre-Cloud-Umgebung unterwegs. Es gibt einen Rechenzentrumsstandort mit eigener Hardware (gemieteter Käfig, im wesentlichen), bei dem alle Branch Offices für zentrale Dienste angeschlossen sind, es gibt aber auch vereinzelte Dienste die in den Branch Offices laufen. DFS-Fileserver für die örtlichen Netzlaufwerke und sowas.

Natürlich läuft das ganze im wesentlichen auf einer Active Directory Domain und Windows-Diensten, OSS habe ich bisher kaum entdeckt.

Ich möchte im wesentlichen irgendwie verhindern dass ich in Zukunft vor einer Azure-Konsole sitzen muss, idealerweise würde ich mir wünschen dass wir als Organisation nicht vom nächsten Schritt des Enshittification Cycles bei MS betroffen sein werden.

Wie würdet ihr vorgehen? Ich würde denken dass was-auch-immer am Ende Erfolg haben kann NextCloud involviert, was aber daran liegen könnte dass mir keine anderen Alternativen bekannt sind, die viel versprechend aussehen.

top 10 comments
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[–] Mucki@feddit.org 0 points 5 days ago

MS ist too big to fail. Du wirst mit 100%iger Sicherheit scheitern. Der einzige Weg, den ich kenne, ist das Management brutal anzulügen und dadurch "das Gute" durchzusetzen. Manager schauen aufs Geld. Wenn die vor gerechnet kriegen was ihr MS Slop im Vergleich zu einer gepflegten KISS Infrastruktur kostet, gehen regelmäßig die Kinnladen runter. Viel viel Glück. Ich würde kündigen und zu einer kleinen "Hippie-OSS" Klitsche gehen.

[–] nyankas@lemmy.world 19 points 1 week ago

Ich glaube, drei Punkte sind am wichtigsten:

  1. Sei vorbereitet, wenn du Alternativen vorstellst. Schau vorher, ob die gewünschten Use-Cases abgedeckt sind, wie eure Abläufe in der Praxis aussähen und was man ggf. ändern müsste. Umstellungen machen die Managementebene erfahrungsgemäß immer nervös, da ist es schlecht, wenn du auf eventuelle Nachfragen nur mit „Muss ich mal gucken…“ oder „Ich glaube das müsste gehen…“ antworten kannst, vor allem, wenn‘s am Ende doch nicht geht.

  2. Demonstriere die Alternative. Den Entscheidungsträgern lange Featurelisten zu zeigen, ist schön und gut, aber ihnen zu zeigen, wie gut das Ganze in der Realität funktioniert, ist noch viel besser. Setz dir beispielsweise den Nextcloud All-In-One Container auf und zeige darin, je nachdem was ihr braucht, die Möglichkeiten der Software. Das ist in der Regel nicht viel Arbeit, räumt aber zuverlässig Zweifel aus.

  3. Fokussiere dich darauf, welche Vorteile das Unternehmen durch eine Umstellung hätte. Vermeide übermäßigen Open Source-Enthusiasmus. Besonders wenn du „der Neue“ bist, kann es sonst schnell passieren, dass dir unterstellt wird, dem Unternehmen einfach nur deine Hippie-Open-Source-Agenda aufdrücken zu wollen. Und wenn man erstmal als Open-Source-Hippie abgestempelt ist, wird man das nicht so schnell wieder los, egal wie gut die eigenen Argumente sind. Du solltest natürlich Vorteile von OSS nicht verschweigen, das Management freut sich immer, wenn etwas gratis ist. Aber klinge nicht wie ein Prophet, der den armen Sündern das Licht zeigt.

[–] mech@feddit.org 9 points 1 week ago* (last edited 1 week ago)

Eine Umstellung in dem Umfang ist Entscheidung der Geschäftsführung.
Es ist also kein technisches Problem, sondern ein menschliches.
Eine kompetente GF wird sich für diese Entscheidung vom Leiter der IT beraten lassen.
D.h. du musst Menschen überzeugen.
Die GF kriegt wahrscheinlich feuchte Höschen, wenn sie die Preise der M365 Lizenzen sehen und das fälschlicherweise gegen die Kosten der aktuellen IT mit Server-Wartung etc. gegenrechnen. Vielleicht glauben sie auch, die IT zusammenschrumpfen zu können, weil man in Azure ja nur noch einen braucht, der Knöpfchen in einer Web-Oberfläche drückt.
Ganz klar die stärksten Argumente dagegen sind die Abhängigkeit von MS, die nach einer Migration jeden Preis diktieren können, der Verlust der Eigenständigkeit, und die politische Entwicklung in den USA. Gerne auch mal ansprechen, dass Microsoft ALLE Daten, die sie verwalten, den US-Behörden zur Verfügung stellen MUSS, ganz egal ob sie irgendwas mit DSGVO in ihr Werbematerial schreiben.
Und die Administration von Microsoft Produkten ist absoluter Rotz. Die Scheiße funktioniert nicht richtig, ist übermäßig kompliziert, ständig werden Funktionen in einem Portal gelöscht bevor sie in einem anderen implementiert sind, die Dokumentation ist andauernd veraltet und die Fehlermeldungen völlig nichtssagend. D.h. man braucht nicht weniger Admins, und die die man hat, müssten sehr teuer regelmäßig neu geschult werden.

[–] JensSpahnpasta@feddit.org 7 points 1 week ago (1 children)

Ich würde da zwei Ideen haben:

  1. Versuche noch so gut es geht mit den Graubärten bzw. dem Team zu reden. Es wird einen Grund haben, warum das System so ist, wie es ist und es ist wichtig, dass du diesen Grund kennst. Dann kannst du das nämlich auch gegen Änderungswünsche verteidigen. Es wird nämlich auch in der Vergangenheit irgendeinen SalesPitch für die Cloud gegeben haben und entsprechende Entscheidungen, das nicht zu machen. Pfadabhängigkeit ist wichtig.
  2. Spiele die Karte der Digitalen Souveränität. Du kennst die Argumente alle, aber auch den brummseligsten Chef kriegst du mit dem Argument, dass ein Trump im Zweifelsfall seine Firma abschalten kann
[–] banause@feddit.org 2 points 6 days ago

Es wird einen Grund haben, warum das System so ist, wie es ist

Doubt

[–] _edge@discuss.tchncs.de 3 points 1 week ago (1 children)

Gegen die Microsoft-Cloud hilft nur eine andere Cloud und damit meine ich nicht die vage Idee irgendwo nextcloud+collabra zu hosten. Würde ihr mit Google Workspace zu rechtkommen für Mail, Kalender, Office? Wenn nicht, habt ihr wahrscheinlich einen Excel-Lock-In. Da es kein selbst-gehostet Exceö mehr gibt, müsst ihr entscheiden, ob ihr von Excel wegkommt oder wohl oder übel bei Microsoft bleibt.

Sowohl von Google und Microsoft gibt es oder wird es bald, souveräne Angebote mit deutschen Partner geben. Das ist vielleicht nicht viel Wert für dich, aber wenn das Argument gegen Microsoft nur digitale Souveränität ist, kommst du nicht weit.

Ihr müsst also verstehen, was ihr braucht und wollt, und warum M365 nicht das beste Angebot. Google dürfte i.d.R. besser und günstiger sein, jedensfall wenn die Analyse jemand macht, der/die nicht nur Windows kennt. Google funktioniert auch mit Super mit Linux oder Mac Clients.

Wenn Google eine Option ist, habt ihr eine Chance von MS wegzukommen. Wenn Google eine theoretische Option, kann es auch Varianten ohne Google und Microsoft geben. Wenn selbst Google keine Option ist, empfehle ich den gang zum Insolvenzgericht oder Bestatter.

[–] teddypolice@feddit.org 2 points 6 days ago* (last edited 6 days ago) (1 children)

Gegen die Microsoft-Cloud hilft nur eine andere Cloud und damit meine ich nicht die vage Idee irgendwo nextcloud+collabra zu hosten.

Wie siehst du das mit einem konkreten Plan, das irgendwo zu hosten, oder hosten zu lassen? So, statt einer vagen Idee. Natürlich würde man den C-Levels keine 3 Slides Pitch deck zeigen, sondern eine funktionierende Demoumgebung ohne Polish.

Ich meine, ich stimme total zu dass es im 21. Jahrhundert was vergleichbares zur MS-Kollaborationsplattform geben muss, sonst hat man als IT-Abteilung versagt.

Ich sehe aber auch dass wir evolutionstechnisch an dem Punkt stehen wo Microsoft bald die Preise deutlich anheben wird, sowohl weil irgendwann die Shareholder verlangen werden dass die teure KI Profite macht, als auch weil die Marktdurchsetzung an einem Punkt angekommen ist wo man die Preise anheben muss, weil man sonst Profite einfach liegen läße.

[–] _edge@discuss.tchncs.de 1 points 6 days ago (1 children)

Ich verstehe die Fixierung auf nextcloud nicht. Welches Problem löst nextcloud für den Anwender? All die Funktionen von nextcloud kann ich optional nutzen, nachdem die Basics geklärt sind.

Zu den Basics gehört Email, gutes Webmail und IMAP. Persönlich finde ich Microsoft da grottig, jedenfalls nicht konkurrenzlos. Wenn Email geklärt ist, ist oft ein Kalender schon dabei. Cloud-Speicher vielleicht auch.

Die Mail-App von Nextcloud ist eher ein Gimmick. Ich kann meine mails in nextcloud lesen, aber der Mail-Provider hat wahrscheinlich ein besseres Webmail.

Wenn du email nicht selber hosten willst, bist du bei Google oder so was wie mailbox.org, meines Wissens nach ein OSS stack in DE gehostet.

Dann brauch es Video-Calls und ein kollobarationsfähiges Office. Google kann das. Hier kannst du auch collabra oder onlyoffice ins Spiel bringen.

Das Problem wird sein, in einem modernen Unternehmen ist Google kein Problem, ein sehr guter OpenSource stack würde auch gehen, wenn keiner hart dagegen stänkert. In traditionellen Unternehmen braucht der CFO sein Excel und jeder Change muss teuer erkauft werden. Gerade die Masse, die mit der Funktionalität von cryptpad gut auskommen würde, wird gegen alles sein, was anders aussieht.

Du könntest noch stackit ins Spiel bringen. Das ist vom Hörensagen OpenStack/Shift + Workspace. Letzteres ist Google Workspace, also Gmail, etcn aber lokal gehostet und verschlüsselt. Google liefert die Software, hat aber keine Zugriff auf Daten.

Und ja, von mir aus kannst du gerne etwas mit nextcloud bauen. Mir fehlt im Moment die Begeisterung. Ich finde nextcloud-Demos immer unterwhelming. Das UI kommt nicht so gut an. Die Testinstanzen sind oft arschlahm. Es gibt keine App für alles, für den Kalender auf Android brauchst du einen Drittanbieter.

[–] teddypolice@feddit.org 3 points 5 days ago

Welches Problem löst nextcloud für den Anwender?

Als Multiplayer-Officepaket das O365 ersetzt: die gleichen Probleme wie das...?

[–] aaaaaaaaargh@feddit.org 2 points 1 week ago

Ich drücke dir alle Daumen und finde euren jetzigen Ansatz gestern wie morgen richtig, aber leider möchte ich dir auch sagen: mach dir nicht zu viele Hoffnungen, dass der Shittrain von MS nicht auch bei euch Halt machen wird. Bisher ist jedes Unternehmen, mit dem ich bisher gearbeitet habe, daran gescheitert.