this post was submitted on 03 Nov 2026
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DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz

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[–] DmMacniel@feddit.org 71 points 3 days ago (6 children)

Das Motto in Deutschland war «Gen Z regelt». Ich verstehe diesen Generationsansatz nicht. Soll ich als Angehöriger einer älteren Generation jetzt sagen: «Dann macht mal»? Soll ich Ratschläge geben oder bin ich der Gegner? Warum sollen sich ältere Menschen nicht für Klimaschutz einsetzen, wenn sie Kinder und Enkel haben? Und warum sollen sich Junge nicht für das Rentensystem interessieren? Diese Haltung, dass sich jede Generation nur um ihre eigenen Belange kümmert, habe ich nie verstanden.

Er spricht mir so aus der Seele. Als kurz vor der vierzig stehende Frage ich mich genau diese Dinge.

[–] geissi@feddit.org 5 points 2 days ago (1 children)

Also so gut ich Habeck idR finde, hier liegt er mMn ziemlich daneben.

bin ich der Gegner? Warum sollen sich ältere Menschen nicht für Klimaschutz einsetzen, wenn sie Kinder und Enkel haben?

Woher leitet er das denn ab? Gibt es irgendwo die Forderung, dass sich andere Generationen nicht auch für die gleichen Themen einsetzen sollen/ dürfen? Haben die Demonstranten Unterstützung von anderen Generationen ausgeschlagen?

Ich bin mir sicher, wenn er sich ein Plakat schnappen und mitdemonstrieren würde, hätte niemand was dagegen.

Ich finde auch den späteren Satz etwas komisch:

Was ist die konkrete, umsetzbare Forderung? Was würdet ihr tun, wenn ihr an der Macht wärt?

Ist das also wie wir künftig Demos beurteilen?
Wer kein detailliertes policy paper mit fertig ausgearbeitetem Gesetzentwurf im Anhang vorweisen kann, hat kein legitimes Anliegen?
Politiker mit ganzen Heerscharen an Angestellten, Fachexperten und Ministerien im Rücken bekommen es nicht hin, ordentliche Gesetze zu machen aber die Demonstranten sollen direkt konkrete, umsetzbare Entwürfe vorlegen?

[–] Matombo@feddit.org 5 points 2 days ago* (last edited 2 days ago)

sie haben gesagt sie mögen hotdogs, also muss das heißen das sie hamburger hassen! /s

[–] smub@feddit.org 22 points 3 days ago (1 children)

Als ältere Person sollte man aber auch m in der Lage sein über sowas hinwegzusehen. Anstatt hier so eher distanzierende Fragen zu stellen, hätte er auch einfach klarstellen können, dass die Themen der Jugend wichtig für alle anderen Generationen sind.

[–] wusah@feddit.org 4 points 2 days ago

Beides kann stimmen. Ich weiß noch nicht wie es hier ist, aber drüben auf reddit grenzen sich halt vor allem jungen Leute gegenüber dem großen "Feindbild Rentner" ab. Belange älterer Menschen scheinen zumindest kein Thema für Jugendliche zu sein. Etwas mehr Verständnis schadet allen nicht, dann tut man sich auch leichter damit darüber hinwegzusehen, wenn man mal nicht mitgemeint ist.

[–] killingspark@feddit.org 21 points 3 days ago* (last edited 2 days ago) (1 children)

Ich würde mal eine Alternative Interpretation vorschlagen:

"Gen Z regelt" ist das Sentiment, dass hinter allen "Lösungen" die die Politik gerade für die multiple Krisen anbietet.

  • Es ist Krieg? Genz soll in der Wehrdienst
  • Die Rente geht vor die Hunde? GenZ soll zusätzlich zur Finanzierung der jetzigen Rentner AUCH NOCH privat Vorsorgen UND einen Aktienfonds aufbauen um zukünftigen Generationen nicht das gleiche Problem zu hinterlassen. GenZ soll sich um die letzte, die nächste, und die eigene Generation kümmern
  • Es fehlen Fachkräfte? GenZ soll (und hat!) den höchsten Beschäftigungsgrad bisher erreichen
  • Die Pflege geht vor die Hunde? Pflegezuschüsse werden zusammengekürzt, Vergütung und Rentenansprüche für Pflege Zuhause wird zusammengestrichen, Pflegegrade werden schwerer gemacht anerkannt zu bekommen

Ich könnte noch weiter machen aber der Punkt ist hoffentlich klar geworden. "GenZ regelt" ist das was die Politik immer wieder fordert ohne es so auszusprechen weil sie dafür nicht mal die Anerkennung hergeben will die GenZ verdient hätte.

Und jetzt ein bisschen Meta: Dass sich alle anderen erstmal ausgeschlossen fühlen, geradezu als Gegner, nur weil irgendwo GenZ draufsteht ist doch komisch.

Wenn irgendwo für Palestina, Kuba, Rojava, Sudan, etc etc demonstriert wird, dann fühlt sich Robert bestimmt nicht als Gegner angesprochen.

Wenn irgendwo für die Rechte von Kindern demonstriert wird sind auch alle eingeladen.

Wenn die Kulturszene gegen Kürzungen auf die Straße geht sind auch alle eingeladen die kein Theater spielen.

Aber wenn die GenZ auf die Straße geht und sagt: Ihr ladet uns zu viel auf ohne irgendwas zurückzugeben, dann ist das auf einmal Spaltung und problematisch?

[–] GardenGeek@europe.pub 11 points 2 days ago (1 children)

Generationen gegeneinander auszuspielen ist trotzdem klassisches ,,teile und herrsche". Arm gegen Reich ist der einzige relevante Kampf der immer drängender angegangen werden muss... alles andere sind Nebelkerzen die davon ablenken sollen was hier wirklich schief läuft. Bei all den Problemen die du genannt hast ist die Raffgier einiger weniger beispielsweise auch maßgeblich warum es keine anderen Lösungsvorschläge als ,,Gen Z regelt" gibt.

[–] killingspark@feddit.org 15 points 2 days ago (8 children)

Ja bro, es geht den GenZ protesten aber nicht um "Generationen gegeneinander ausspielen". Es geht genau darum, die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass die Lasten die so anfallen weil die Reichen nichts abgeben wollen hauptsächlich auf die GenZ abgeladen werden.

Der Hinweis darauf, dass eine Generation noch mehr gefickt wird als andere, heißt ja nicht, dass man gegen die anderen Generationen ist, sondern, dass man die Lasten lindern muss.

[–] smub@feddit.org 8 points 2 days ago (1 children)

Vor allem waren in letzter Zeit Jugendproteste der Hauptantriebe für Veränderungen in einigen Ländern. Also beispielsweise Wahlergebnisse in Serbien, Bildungsreförmchen in Frankreich oder Regierungssturz in Nepal.

[–] trollercoaster@sh.itjust.works 5 points 2 days ago* (last edited 2 days ago) (2 children)

Regierungssturz in Nepal.

Die sind aber nicht Samstags auf der Straße rumgelatscht und haben dabei drei Baustellenabsperrungen umgeworfen und angezündet, sondern haben das Parlament gestürmt und Politiker verprügelt und in Flüsse geworfen.

[–] Enkrod@feddit.org 8 points 2 days ago (1 children)

Naja, die Presse tut ja schon so als hätten die Protestierenden das getan.

Die Presse erzählt eh den ganzen Tag lang Scheißdreck, darum sollte man sich nicht scheren.

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[–] HaraldvonBlauzahn@feddit.org 12 points 3 days ago

Da hat er auch recht. Ich bin älter als Habeck und es war immer eine Minderheit, die sich z.B. für Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Klimaschutz eingesetzt hat. Und die hAben wirklich was bewegt, bis es z.B. endlich eine klare Mehrheit für den Ausstieg aus der Atomenergie gab, oder Gleichberechtigung für LGBT Menschen. Die Mehrheit der Älteren hat uns viele heutige Probleme eingebrockt, das stimmt. Aber es ist auch bei den Jüngeren heute nur eine Minderheit, die versuchen, es besser machen und für eine bessere Zukunft streiten. Alle haben Respekt verdient.

[–] pantherina@feddit.org 15 points 3 days ago

Noch dazu ist das Motto verfickt

[–] 3arbarossa@feddit.org 4 points 2 days ago

Ich halte dieses Generationen-Narrativ auch für absolut nicht förderlich - entweder man ist für Fortschritt, generationen-übergreifende Lösungen etc. oder eben nicht. Das hat mit dem eigenen Alter doch relativ wenig zu tun. Ganz im Gegenteil - die breite Mobilisierung wird doch so eher verhindert, weil sich Menschen wie ich selbst fragen, ob sie da mitmachen dürfen oder von alterswegen ausgeschlossen sind. Ich musste auch mehrfach googeln um überhaupt die Forderungen der Proteste herauszufinden. Allerdings finde ich es gut, dass sich die jüngere Generation mehr für Politik interessiert und diese "Dann mach ich eben nicht mit"-Haltung weniger wird. Es kann sich schließlich nichts zum besseren ändern, wenn vernünftige Menschen sich von der Teilhabe abwenden.

[–] 5ibelius9insterberg@feddit.org 29 points 3 days ago (4 children)

„Gleichzeitig leben sie in einer Gesellschaft mit grossem Wohlstand. Wenn man die Flugmeilen einiger Protestierender zusammenrechnet, stösst man sicher auf Widersprüche“

Weil Leute mit Flugmeilen nicht für Bildung und soziale Gerechtigkeit demonstrieren dürfen? Weiß ich nicht Robert….

[–] Melchior@feddit.org 11 points 3 days ago (3 children)

Wenn man die Flugmeilen einiger Protestierender zusammenrechnet, stösst man sicher auf Widersprüche. Mir fehlt bei den Protesten der Punch: Wohin soll es gehen? Was ist die konkrete, umsetzbare Forderung? Was würdet ihr tun, wenn ihr an der Macht wärt? Das habe ich noch nicht verstanden. Aber das mag an mir liegen

Ich lese da nicht, das man nicht protestieren darf oder ähnliches, sondern dass man konkrete Forderungen stellen sollte.

[–] 5ibelius9insterberg@feddit.org 10 points 3 days ago (2 children)

Ich verstehe den Zusammenhang zwischen den Flugmeilen und Forderungen, die ihm fehlen nicht.

[–] Melchior@feddit.org 6 points 3 days ago* (last edited 3 days ago)

Das ist halt ein Feld wo einige wirklich Einschnitte bei ernsthaften Klimaschutz machen müssten, die Klimaschutz fordern. Es ist halt viel einfacher es von anderen zu fordern, wenn einen die entstehenden Probleme nicht betreffen.

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[–] teddypolice@feddit.org 7 points 2 days ago* (last edited 2 days ago)

Und das ist für einen Robert Habeck eine sehr verquere Logik.

Zum einen sind Flugmeilen kein guter Indikator dafür ob jemand besseren Klimaschutz will (Fliegen ist halt häufig auch einfach die ökonomisch sinnvollste Transportart) sondern ob dieser jemand viel reist. Ich weiß, beeindruckende Erkenntnis. Zum anderen ist es nicht der Job der Demonstranten, einen gemeinsamen Aktionsplan mitzubringen. Das ist der Job von Leuten wie ihm. Um fair zu sein hat Habeck in der Machtposition und den gegebenen Constraints bessere Arbeit abgeliefert als die meisten seiner Vorgänger. Aber dennoch - was genau soll denn der Job der Politiker sein, wenn nicht die konkreten Maßnahmen zu erarbeiten und umzusetzen?

Diese Umkehr von Verantwortung ist emblematisch für die heutige Zeit. Fuck you, Robert, zumindest ein kleines bisschen.

[–] brainwashed@feddit.org 6 points 3 days ago

Wobei auch dafür die Flugmeilen völlig wumpe sind. Der richtige Vorschlag kann auch vom Lufthansa CEO persönlich kommen.

[–] Tarogar@feddit.org 11 points 3 days ago (1 children)

Ich finde Robert ja auch gut, trotzdem sollte er ja wissen das gerade Politiker tendenziell viel durch die Weltgeschichte reisen und das oft genug mit dem Flugzeug. Man könnte da ja auch argumentieren das eine telefon Konferenz da auch reichen würde... Der Punkt ist einfach Doppel Standart.

[–] killingspark@feddit.org 7 points 3 days ago* (last edited 3 days ago)

Im Ernst, hä. Sollen wir mal schauen wie viele Flugmeilen der Robert hat? Hat der deswegen aufgehört für Klimaschutz zu sein? Da hat er echt nen Hirnfurz rausgelassen...

[–] rbn@sopuli.xyz 5 points 2 days ago* (last edited 2 days ago) (2 children)

Ich finde schon auch, dass in unserer Gesellschaft gerne große, weit offene Forderungen an die Politik gestellt werden, ohne das WIE zu konkretisieren und wenn das Handeln dann persönliche Konsequenzen für einen selbst hat, wird wieder geschimpft.

Manche junge Menschen fordern gleichzeitig von der Politik mehr Engagement beim Klimaschutz, geben keine Vorschläge ab, wie das konkret aussehen soll und sind gleichzeitig selbst Teil des Problems.

Das soll nicht heißen, dass diese Menschen nichts mehr fordern dürfen, aber "nach dem Abi erstmal nach Australien" und "mehr Klimaschutz" sind schon erstmal schwer vereinbar.

Das ist explizit kein spezifisches Problem bei Gen Z oder Klima. Forderungen sind oft sehr high level formuliert "X soll anders", "Y soll besser", "Z soll weg". Auf diese Weise lassen sich leichter viele Menschen mobilisieren, die hinter der Forderung stehen. Würde man konkreter, dann kommt es schnell zu Uneinigkeit und Streit. Es ist leichter viele Stimmen für "mehr Klimaschutz" zu sammeln als für "Flugreisen teurer machen/beschränken", "weniger tierische Lebensmittel", "weniger importierte Lebensmittel", "weniger Technik", "weniger Kleidung", "kleinere Wohnungen", "weniger Heizen" usw.

[–] 5ibelius9insterberg@feddit.org 9 points 2 days ago (1 children)

Ich finde schon auch, dass in unserer Gesellschaft gerne große, weit offene Forderungen an die Politik gestellt werden, ohne das WIE zu konkretisieren und wenn das Handeln dann persönliche Konsequenzen für einen selbst hat, wird wieder geschimpft.

Und das willst du denen vorwerfen, die hauptsächlich die Konsequenzen des Handelns anderer Leute ausbaden müssen? Außerdem ist nicht die Aufgabe von Demonstrierenden das wie zu erarbeiten. Vor allem, weil das wie in Bezug auf Klimaschutz im Groben schon seit Jahrzehnten gut erforscht ist.

Das soll nicht heißen, dass diese Menschen nichts mehr fordern dürfen, aber "nach dem Abi erstmal nach Australien" und "mehr Klimaschutz" sind schon erstmal schwer vereinbar.

Für die Unterstellung wäre es zum einen interessant zu wissen, welcher Anteil der Jugendlichen tatsächlich diese Auslandsaufenthalte durchführt, zum andern, ist die Frage ob der Schaden durch diese Langstreckenflüge, wirklich signifikant ist, im Verhältnis zu den Schäden, die Beispielsweise Frau Reiche anrichtet.

Forderungen sind oft sehr high level formuliert "X soll anders", "Y soll besser", "Z soll weg". Auf diese Weise lassen sich leichter viele Menschen mobilisieren, die hinter der Forderung stehen. Würde man konkreter, dann kommt es schnell zu Uneinigkeit und Streit.

Dieser Ansatz ist aber genau sinnvoll für eine große Protesbewegung. In Serbien wurde auf diesem Wege beispielsweise sehr erfolgreich Aleksandar Vučić „wegdemonstriert“ Das differenzierte Ausarbeiten ist die Aufgabe der Politik, bzw. der Menschen, die durch solch eine Bewegung in Amt und Würden kommen. Das „Volk“ bekundet den Optimierungsbedarf und bildet so ein Korrektiv, das schnell und unmittelbar rückmeldet, wenn etwas nicht in Ordnung ist.

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[–] kossa@feddit.org 7 points 2 days ago (1 children)

Ja, aber dafür wählen wir ja Repräsentanten und geben denen viel Geld und Status, um die Finessen auszuarbeiten.

Es reicht aus, wenn der Souverän sagt "Bitte mehr Klimaschutz, möglichst sozialverträglich, k, danke". Die müssen kein großes Reformpaket ausarbeiten für das sie demonstrieren. Dafür hat es Abgeordnete mit Beraterstab und wissenschaftlichem Dienst, dazu eine Regierung mit Ministerien und Fachabteilungen.

[–] killingspark@feddit.org 4 points 2 days ago* (last edited 2 days ago)

Das nämlich. Wenn die Politik vorschläge aus der Bevölkerung nur noch annimmt, wenn sie fertig ausgearbeitet und druckreif sind, dann kann ich die hansel auch entlassen. Besonders wenn sie sich im Rest der Zeit dafür bezahlen lassen mein Leben schlechter zu machen.

[–] FridaVanMercury@discuss.tchncs.de 5 points 3 days ago (6 children)

Den Punkt getroffen, aber leider einen völlig anderen, Fliegen ist zu billig und sollte für alle (!) viel viel teurer sein. Privatflugzeuge sollten schonmal gar nicht existieren.

Darum gehts hier aber nicht.

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[–] Latschenkiefer@feddit.org 23 points 3 days ago (32 children)

Kann Habeck bitte einfach zurückkommen und Bundeskanzler werden?

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