this post was submitted on 02 Feb 2026
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ADHS - Austausch, Tipps, Erfahrungen

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Leider aus Gründen ohne Archiv

[...] Entscheidend ist jedoch ein anderer Befund: Die Unterschiede in Stress und Wohlbefinden ließen sich weitgehend dadurch erklären, wie gut die drei psychologischen Grundbedürfnisse erfüllt waren. Wo Autonomie, Kompetenz und Zugehörigkeit gestärkt wurden, fielen Stress und Unzufriedenheit geringer aus – unabhängig von der jeweiligen neurodivergenten Ausprägung.

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[–] feldwespe@feddit.org 2 points 2 weeks ago (1 children)

Leider aus Gründen ohne Archiv

  1. der Artikel ist relativ kurz und (deshalb) ohne Paywall erschienen
  2. spektrum lässt sich - zumindest im Firefox - alternativ immer auch mit der Leseansicht lesen

Inhaltlich finde ich ist das Ergebnis jetzt allenfalls für die Wissenschaft eine Neuigkeit. Betroffenen nützt es halt wenig, wenn sie nur unter idealen, oftmals utopischen Bedingungen ihre Lebensqualität steigern können. In der Praxis brächte dieses Wissen nur etwas, wenn es gelänge, einen Anspruch daraus abzuleiten. Denn aktuell ist es überwiegend so, dass in unserer Gesellschaft keine Rücksicht genommen wird auf die genetisch bedingten Besonderheiten von Menschen mit ADHS.

Ausführungen für Interessierte

Im Unterschied zum Autismus wird bei ADHS immer noch erwartet, dass sich die Betroffenen halt anpassen müssen. Der Leidensdruck, der dadurch entsteht, ist oft nicht einmal den Betroffenen selbst ausreichend bewusst.

Spannend war, dass sie ihre Untersuchung auf mehrere neurodiverse Gruppen ausgedehnt haben, und wie sie sich unterscheiden:

Menschen mit Autismus oder ADHS berichteten im Durchschnitt über mehr Stress und weniger Zufriedenheit als neurotypische Personen. Für Hochbegabte sowie Menschen mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche ließ sich dieses Muster hingegen nicht beobachten.

Umgebungen, die Handlungsspielräume eröffnen, klare Rückmeldungen geben und soziale Sicherheit fördern, könnten das Wohlbefinden vieler Menschen verbessern, die anders ticken als der Durchschnitt. Denkbar wären zum Beispiel flexible Arbeitszeiten und Rückzugsmöglichkeiten, wenn Reize zu viel werden.

Ja, es wäre schön, wenn soziale Sicherheit gefördert würde. Da müssen aber viele Ärzt:innen, Lehr- und Verwaltungskräfte in Deutschland sehr viel lernen! Denn sie sind es, die Betroffene unterstützen müssten, solange diese einer Gesellschaft ausgesetzt sind, in die Menschen mit ASS und ADHS nicht hinein passen, so wie sie sind.

Die Autorinnen und Autoren plädieren daher für einen Perspektivwechsel: Statt Diagnosen in den Mittelpunkt zu stellen, sollte Lebens- und Arbeitsbedingungen mehr Beachtung finden. Umgebungen, die Handlungsspielräume eröffnen, klare Rückmeldungen geben und soziale Sicherheit fördern, könnten das Wohlbefinden vieler Menschen verbessern, die anders ticken als der Durchschnitt. Denkbar wären zum Beispiel flexible Arbeitszeiten und Rückzugsmöglichkeiten, wenn Reize zu viel werden.

Hat jemand von einem Integrationsfachdienst gehört, der für Menschen mit starker ADHS Arbeitsplätze findet? Von einem Jobcenter, das darauf Rücksicht nimmt? Es gibt halt nicht nur hochqualifizierte ITler:, Künstler:innen und ähnliche Sonderbegabungen mit ADHS...

[–] Mora@pawb.social 4 points 2 weeks ago (1 children)

Dem meisten deines Kommentars stimme ich zu, aber

Im Unterschied zum Autismus wird bei ADHS immer noch erwartet, dass sich die Betroffenen halt anpassen müssen.

wäre mir neu – als Autist ist man doch genauso gearscht.

[–] feldwespe@feddit.org 4 points 2 weeks ago

Autismus lässt sich nicht wirklich "behandeln", wohingegen es bei ADHS wirksame Medikamente und Therapien gibt, um die Symptomatiken abzumildern. Nach meinem Eindruck führt das dazu, dass von ADHS-Betroffenen viel mehr als von Autist:innen erwartet wird, dass sie ihre Störung systemfreundlich unterdrücken.
Dass Autist:innen es in unserer Gesellschaft auch nicht besser haben, ist dabei unbenommen.