this post was submitted on 21 Apr 2026
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DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz

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all 37 comments
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[–] pantherina@feddit.org 10 points 1 day ago
[–] Hond@piefed.social 28 points 1 day ago (1 children)

"Was wir als Verbraucher dagegen tun können"🙄

[–] luciferofastora@feddit.org 27 points 1 day ago (4 children)

Nicht verbrauchen, was sonst? 🤷

Interessanter wäre, was wir als Wähler tun können

[–] Hond@piefed.social 23 points 1 day ago* (last edited 1 day ago) (2 children)

Ja, darauf wollte ich hinaus.

Ich will ganz sicher nicht den deutschen Michel, der kiloweise billigstes Neonfleisch auf den Grill schmeißt von seinen problematischen Handlungen freisprechen. Aber systemische Probleme auf den Endverbraucher und Individuen abwälzen ist doch klassische Propaganda wie sie die Ölindustrie seit über einem halben Jahrhundert anwendet. Die Verantwortung beginnt eben NICHT an der Supermarktkasse. Das Problem beginnt in den raffgierigen multinationalen Großkonzernen. Was soll denn passieren wenn tatsächlich die große Mehrheit kein Billigfleisch mehr kauft? Durch reinen Glauben an das Gute bzw Magie verbessern sich die Arbeitsbedingungen? Sichi Geschwistis. Wir reden hier doch nicht von lokalen Handwerksbetrieben, denen man einen Rest von Anstand zusprechen kann. Aber selbst da trifft es nicht zwingend zu. Unser pReMiuM Metzger in der Gegend wo alle Tiere sanft totgestreichelt werden(dieses überspitzte Framing trifft sicherlich auch auf einen in eurer Gegend zu) war vor paar Jahren auch in einen riesen Skandal verwickelt weil der Schlachtbetrieb von dem bezogen wurde eben Scheiße gebaut hat. Aber man hat ja von Nichts gewusst! Obwohl man selbst zufällig auch im Vorstand tätig ist.

[–] CyberEgg@discuss.tchncs.de 7 points 1 day ago (1 children)

Ja, du hast recht damit, dass Verantwortung nicht an der Kasse anfängt. Nichtsdestoweniger ist es beim Fleischkonsum für die meisten Menschen sehr einfach, Konsequenzen zu ziehen und die schlechten Arbeitsbedingungen, das Tierleid und die Folgen für die Umwelt nicht mehr mitzuverursachen, indem man die Nachfrage senkt.
Es ist nicht so, dass man wie bei Kleidung oder Kommunikationsmitteln drauf angewiesen ist, wenn man nicht ein Leben außerhalb der Gesellschaft führen will. Man kann ziemlich einfach kein Fleisch mehr konsumieren und dabei konsequent bleiben, ohne sich gewaltig umstellen zu müssen.

[–] Hond@piefed.social 5 points 1 day ago* (last edited 1 day ago) (1 children)

Korrekt. Gegen Konsum einstellen oder zumindestens rapide senken argumentier ich garnicht. Aber darum gehts in dem Artikel ja nichtmal. Da gehts um Verantwortungsumkehr und die Mär, dass man durch bewusste Konsumentscheidungen innerhalb einer Produktkategorie kapitalistische Mechanismen positiv beeinflussen könnte. Das stößt mir einfach dermaßen auf. Anstatt mal die Dinge beim Namen zu nennen. Natürlich hilft es Bewusstsein zu schaffen, langsam in die Breite zu arbeiten um darauf aufbauend politischen Druck ausüben zu können. Aber so wird ja nicht argumentiert. Mehr so: Wenn du 5 bis 15€ mehr die Woche für Fleisch ausgibst behandeln Großkonzerne ihre Arbeiter besser. lol

Genau. Konzerne behandeln ihre Arbeiter nur genau dann besser, wenn sie dazu gezwungen werden. Diejenigen, die sie am einfachsten dazu zwingen könnten, halten aber lieber die Hand auf. Und die Möglichkeiten der Betroffenen selbst sind dank derer, die die Hand aufhalten, sehr beschränkt.

[–] luciferofastora@feddit.org 1 points 1 day ago

Ich will ganz sicher nicht den deutschen Michel, der kiloweise billigstes Neonfleisch auf den Grill schmeißt von seinen problematischen Handlungen freisprechen.

Von den kulinarischen Verbrechen mal ganz zu schweigen...

Selbst Bio und regional kaufen (wie ich das tu) macht mich nicht zum Heiligen. Wenigstens zwingt mich "Fleisch ist teuer" zum seltener Fleisch essen, wenn auch meine Willenskraft (noch) nicht reicht, das komplett loszuwerden.

Aber systemische Probleme auf den Endverbraucher und Individuen abwälzen ist doch klassische Propaganda wie sie die Ölindustrie seit über einem halben Jahrhundert anwendet. Die Verantwortung beginnt eben NICHT an der Supermarktkasse. Das Problem beginnt in den raffgierigen multinationalen Großkonzernen.

Eben. Wenn es keinen ethischen Konsum im Kapitalismus geben kann, ist "konsumier halt gar nichts" für die meisten keine Option. Wir sind zu großen Teilen abhängig vom System, was keiner von uns einzeln geschaffen hat und wir auch nicht in Einzelarbeit wegbekommen werden.

Was soll denn passieren wenn tatsächlich die große Mehrheit kein Billigfleisch mehr kauft?

Je nachdem, wohin sie ausweicht, werden die Konzerne eben nachziehen: Wenn wir alle auf Bio gehen, werden sie einen Weg finden, das auf Masse zu skalieren, die Anforderungen herabzuwässern und die Marge einstreichen. Wenn wir zu veganen Alternativen wechseln (wo sie sich ja eh schon dagegen wehren und Klagen wegen Bezeichnungen für Wurst und Milch vom Zaun brechen), müssen sie halt da eine Möglichkeit finden, dass in Massen billig zu produzieren.

Durch reinen Glauben an das Gute bzw Magie verbessern sich die Arbeitsbedingungen?

Durch öffentlichen Druck ließe sich doch sicherlich was erreichen... bis man es schafft, den öffentlichen Druck abzulenken oder zu beschwichtigen. Idealerweise gelingt das, bevor man die vagen Versprechen auch nur dem Schein nach umsetzen muss. Bis die Leute blicken, dass da nie was kommen wird, sind sie hoffentlich schon so zynisch und mit anderen Sorgen beschäftigt, dass es auch egal ist.

Wir reden hier doch nicht von lokalen Handwerksbetrieben, denen man einen Rest von Anstand zusprechen kann. Aber selbst da trifft es nicht zwingend zu.

Der Unterschied zwischen Kapitalgesellschaften und kleinen Betrieben ist, dass es bei letzteren nicht zwingend zutrifft; bei ersteren zwingend nicht. Bei den Handwerksbetrieben kann man wenigstens die Chefs verantwortlich machen, aber bei Konzernen ist der Vorstand ja gegenüber den Anteilseignern verpflichtet, Profit über Moral zu setzen, wenn die nicht gerade gegenteiliges beschließen. Wenn sie aber wiederum Kapitalgesellschaften mit Profitverpflichtung sind, sind die eigentlichen Menschen irgendwann so weit von den tatsächlichen Entscheidungen entfernt, dass sie gar nicht direkt daran teilhaben können.

Was bleibt ist ein intransparentes System aus den obengenannten Konzernen, bei dem kein einzelner effektiv Einfluss darauf nehmen kann, wie gierig sie sind.

Aber man hat ja von Nichts gewusst! Obwohl man selbst zufällig auch im Vorstand tätig ist.

Weißt du, wie viele Berichte die am Tag zu überfliegen haben? Wenn es nicht in Zahlen ausgedrückt ist, die man rot oder grün markiert, sehen die das doch nicht...

(Und wenn doch, dann würfeln sie aus, wer dafür zuständig ist, die roten Zahlen grün zu machen.)

[–] elvith@feddit.org 6 points 1 day ago

Die Stimme abgeben. Danach ist sie offensichtlich weg und ca. 4 Jahre lang unbenutzbar ¯\_(ツ)_/¯

[–] trollercoaster@sh.itjust.works 2 points 1 day ago (1 children)

Wir können uns alle 4 Jahre aussuchen, wer uns die nächsten 4 Jahre verarscht und sich dabei auch noch völlig ungeniert die Taschen vollstopft.

[–] kossa@feddit.org 2 points 17 hours ago

Ihr könnt im Wahllokal ankreuzen wer den Puff besitzt, es bleiben immer die gleichen Freier, denen ihr einen lutschen müsst

- K.I.Z

[–] suff@piefed.social 1 points 1 day ago* (last edited 1 day ago)

Die damalige Regierung aus CDU/CSU und SPD reagierte mit strengeren Vorschriften. Unter anderem wurden Leiharbeit und Werkverträge im Kerngeschäft beim Schlachten, Zerlegen und in der Fleischverarbeitung verboten.

Die Klägerseite [vor Karlsruhe] hatte sich darauf gestützt, «dass die Tatsachenbasis des Gesetzes für ein Komplettverbot nicht ausreichend ist»

Die Klage hat Karlsuhe wegen fehlender Belege für Betroffenheit abgewiesen.

Das Urteil setze Maßstäbe auch über die Fleischwirtschaft hinaus. «Jetzt kommt es darauf an, diese Erkenntnisse gut zu nutzen und auch in andere Risikobranchen wirksamen Schutz vor Ausbeutung einzuziehen.»

Mit Einführung dieser Regelung wurden [damals] ehemalige Werkvertragsbeschäftigte in direkte Arbeitsverhältnisse übernommen

https://www.zeit.de/news/2026-04/15/vorschriften-fuer-fleischindustrie-karlsruhe-weist-klage-ab

[–] Teppichbrand@feddit.org 7 points 1 day ago

Einen langen Artikel schreiben, einen langen Artikel lesen, das schlechte Gewissen mit Ablenkung beruhigen, Ausreden suchen und mit anderen darüber reden, Bullshit Bingo (longtap), wütend auf andere werden, irgendwas spenden, "bio", PETA doof finden.

oder

Kein Fleisch mehr essen?

[–] MattR@feddit.org 5 points 1 day ago (1 children)

Der Denns in unserer Nähe verkauft Fungi-Pads, sehr lecker und vielseitig verwendbar. Kann Fleisch gut ersetzen.

[–] pantherina@feddit.org 1 points 1 day ago (2 children)

Interessant! Pilze sind halt hauptsächlich unverwertbares Chitin, von den Nährstoffen kein Fleischersatz. Seitan, Tempeh oder Räuchertofu passen da besser

[–] MattR@feddit.org 2 points 1 day ago* (last edited 1 day ago)

Naja, ich dachte vorallem an einen Ersatz in Bezug auf das Geschmacks- und Konsistenzerlebnis. Aber das Produkt hat immerhin etwas Eiweiß. Ich esse es gerne als Bowl-Gericht, mit Glasnudeln, Edamame, Avocado und Soße.

Hier noch die Angaben laut Hersteller: Durchschnittliche Nährwerte pro 100 g:

  • Energie 694 kJ / 167 kcal
  • Fett 12 g
  • davon gesättigte Fettsäuren 1,5 g
  • Kohlenhydrate 7,0 g
    • davon Zucker 0,7 g
  • Eiweiß 8,0 g
  • Salz 1,2 g
[–] sexy_peach@feddit.org 6 points 1 day ago (3 children)

Einfach Mal mit Tofu kochen. Auch teures Fleisch im Supermarkt kommt doch aus der gleichen Fabrik.

[–] Teppichbrand@feddit.org 12 points 1 day ago* (last edited 1 day ago) (1 children)

Tofu würfeln, zusammen mit 1 EL Speisestärke in einen Behälter mit Deckel (oder eine Plastiktüte) werfen, schütteln bis alles mit Stärke bestäubt ist, dann in Öl gold-braun braten. SO KNUSPRIG!!!

[–] CyberEgg@discuss.tchncs.de 5 points 1 day ago

Räuchertofu mit dem Sparschäler in dünne Scheiben schneiden, Olivenöl, Sojasauce, Harissa, gekörnte Gemüsebrühe, Oregano, Rosmarin und Thymian in einer Schüssel mit dem Tofu vermengen, braten. Tadaa, Tofudöner 🤤

[–] jenesaisquoi@feddit.org 8 points 1 day ago (1 children)
[–] ComfortableRaspberry@feddit.org 2 points 1 day ago (1 children)

Du hast es verstanden! Das Zeug von der Tempehmanufaktur macht fast ein bisschen süchtig :D

[–] Teppichbrand@feddit.org 3 points 1 day ago (2 children)

Ich würde mich als sehr idealistisch bezeichnen, aber seit es Bio-Tempeh bei Aldi für wenig Geld gibt kaufe ich nur noch dort. :-/

Das ist in meinen Augen gelebter Idealismus. Hauptsache kein billo Fleisch und mit minimalem Schaden für die Umwelt produziert. Alles danach sind Details, die ich als persönliche Präferenz einordne. Also stabil von dir und Aldi oder so :D

[–] flora_explora@beehaw.org 2 points 1 day ago (1 children)

Wie wo was??? Bei meinem Aldi (Nord) bin ich froh, wenn es überhaupt mal wieder Tofu gibt. Tempeh wäre mega!!

Ich kaufe immer den ausm Asia-Laden, weil der ziemlich günstig ist (~3€ für 400g).

[–] Teppichbrand@feddit.org 3 points 1 day ago* (last edited 1 day ago) (1 children)

Aldi Süd, ich wohne in einem Dorf und konnte es auch nicht glauben

[–] flora_explora@beehaw.org 2 points 1 day ago* (last edited 1 day ago) (1 children)

Krass, jetzt bin ich neidisch! Ich wohne in ner Großstadt, liegt dann wohl an Aldi Nord :(

Obwohl 3€ für 200g immer noch doppelt so teuer wie der Tempeh bei mir ausm Asialaden und dreimal so teuer wie billiger Tofu ist. Andererseits muss ich den Tempeh ausm Asialaden öfters mal wegschmeißen, weil er schon gammelt...

[–] Teppichbrand@feddit.org 2 points 1 day ago (1 children)

... und deiner ist nicht bio mit Soja aus Europa, oder? Wenn das hier gut läuft, dann bekommt Aldi Nord über kurz oder lang sicher auch welchen. Ich werde dafür sorgen, dass Aldi Tempeh ein Erfolg wird, mampf mampf. :)

[–] flora_explora@beehaw.org 1 points 6 hours ago

Haha nice, danke für deinen Einsatz!

(Meiner ist tatsächlich importiert aus dem nicht-EU Ausland und nicht bio)

[–] KatherinaReichelt@feddit.org 1 points 1 day ago

Das wirklich bittere ist, dass bessere Bedingungen gar nicht so viel teurer wären. Ich finde jetzt die genauen Zahlen nicht, aber ich habe vor einer Weile mal, als der Tönnies-Skandal während Covid war, gelesen, dass wir im Endeffekt nur über wenige Cent pro Kilo Fleisch reden, damit die Arbeiter vernünftig behandeln und bezahlt werden würden.