this post was submitted on 12 Feb 2026
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ADHS - Austausch, Tipps, Erfahrungen

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[–] Senseless@feddit.org 13 points 1 week ago (1 children)

Das verunsichert mich nur noch mehr.

Ich habe zwei Diagnostikdurchläufe hinter mir in den letzten 5 Jahren. Beide male kam man zum Ergebnis, zu unauffällig im Kindesalter oder bei Befragungen meiner Mutter, deutlich über cut-off scores im Erwachsenenalter. Ne offizielle Diagnose gab es trotzdem nicht, weil die aktuellen Diagnosekriterien es schlicht so nicht hergeben. Der Leidensdruck ist nach wie vor da, die Probleme im Alltag ebenfalls. Ich habe kürzlich selbst und meine Mutter den 169-Fragen Bogen bei adxs.org machen lassen und wir sind beide jenseits der "34 von 43 möglichen Symptomen". Freunde, die diagnostiziert sind, springen auch häufiger drauf an, dass ich auffällig sei.

Es ist einfach nur noch entmutigend und irritierend.

[–] mech@feddit.org 13 points 1 week ago (1 children)

Tut mir leid das zu sagen, aber dann bist du leider zweimal an Psychiater geraten, die nicht auf dem Stand der Forschung waren.
Inzwischen weiß man, dass Menschen mit ADHS im Kindesalter oft nicht auffallen, wenn die Unruhe sich nach innen richtet statt nach außen.
Und Befragung der Mutter kann natürlich auch dazu führen, dass sie sagt bei dir war alles normal, wenn sie selbst undiagnostizierte ADHS hat und deine Probleme wirklich für normal hält.

Ich war da in der gleichen Situation, hatte aber das Glück, dass ich gleich beim ersten Mal an eine Psychiatrischerin geraten bin, die das erkannt hat.

Was du machen kannst (auch ohne Diagnose) ist zu einer ADHS Selbsthilfegruppe zu gehen. Da bekommst du schonmal Hilfe, Unterstützung, siehst ob deine Erfahrungen zu Menschen mit ADHS passen, und vermutlich kriegst du auch Tipps, zu welchem Psychiater du gehen kannst.

[–] Senseless@feddit.org 6 points 1 week ago

Das erste mal war im Rahmen einer teilstationären Behandlung bzgl. Depression. Dort war es dann sogar die Leiterin der angeschlossenen Klinik, die wohl zu dem Zeitpunkt auch beabsichtigt haben eine Abteilung für ADHS zu eröffnen. Zuletzt war es vor wenigen Wochen meine Therapeutin. Da es sich um ein Ausbildungsambulanz handelt muss sie das natürlich auch vor ihren Supervisoren begründen und das konnte sie, nach ICD-10, nicht. Sie selbst ist damit auch nicht zufrieden und hätte mir die Diagnose gegeben, wenn sie denn eine Handhabe gehabt hätte.

Ich habe vor Monaten nach Psychiatern gesucht, eben mit dem vorrangiges Ziel wieder auf Antidepressiva eingestellt zu werden. Ich habe Anfang und Ende März je einen Termin. Beim Termin Anfang März steht nicht dabei, dass ADHS ein Fachgebiet von ihr wäre. Die Psychiaterin Ende März ist auf ADHS und Autismus spezialisiert und wurde mir von einer Freundin, die selbst betroffen ist, empfohlen. Leider wurde mir hier bereits am Telefon sehr deutlich gemacht, dass keine Diagnostik durchgeführt wird und ohne eine bestehende Diagnose keine Medikamente verschrieben werden.

Meine Therapeutin hat angeboten, sofern ich das möchte und dann entsprechende Schweigepflichtentbindungen vorliegen, sich mit den Psychiaterin auch selbst zu unterhalten und ihre Bewertung zu begründen. Zudem haben sie gerade weitere Sitzungen bei der GKV beantragt und möchten die Zeit überwiegend damit verbringen, Strategien zu finden die mir im Alltag helfen.

[–] squirrel@piefed.kobel.fyi 7 points 1 week ago

Ich weiß nicht was ich mit dem Artikel anfangen soll. Man geht doch nicht aus Spaß zu Psychiater*innen. Ohne vorherigen Leidensdruck nimmt doch niemand diese Strapazen auf sich.

ADHS ist bei Erwachsenen nach wie vor unterdiagnostiziert und es ist so schon schwierig genug an Diagnose und Therapie zu kommen. Die Menschen die durch Social Media eventuell eine Erklärung für ihr Leiden finden, sind nicht das Problem. Das schlechte Gesundheitssystem ist das Problem.