Grundsätzlich glaube ich, dass es tatsächlich effektive interaktive digitale Unterstützung für die Bearbeitung typischer ADHS-Themen geben könnte und müsste. Ob es die hier allerdings bringt... ich habe Zweifel.
Was ich schwierig finde, ist dieser dynamische Charakter des Ganzen, den ich da raus lese. Der Prozess kann pausiert werden - aber man kann nicht zurück, wenn man etwas für sich vertiefen möchte. Auch das exportieren der eigenen Daten ist nur begrenzt möglich.
Sie haben die Möglichkeit in Ihrem attexis® Konto unter „Persönliche Daten“ → „PDF erstellen“ eine Zusammenfassung über Ihre persönliche Daten, die im Laufe der Programmnutzung aufgenommen wurden sowie eine Kurzzusammenfassung aller „Gespräche“ als PDF herunterladen.
Die Daten (Verlauf der Selbsteinschätzung usw. ) liegen beim Hersteller, man kann sich nur Zusammenfassungen runterladen. Den Zugriff über den eigenen Reflektionsprozess sollten aber meiner Meinung nach die Patient:innen jederzeit zu 100% haben - und sich nicht mit einer Zusammenfassung begnügen müssen.
Hinzu kommt der Zeitdruck: Nach 90 Tagen ist Ende, auch wenn nicht alles bearbeitet ist von den angebotenen Modulen. 90 Tage sind für einen ADHSler ja mehr so zwei Wochen. Ob die Krankenkassen ein erneutes Verschreiben unterstützen, oder frau dann halt Pech hat?... Das Ganze ist eben ein rein profitorientiertes Projekt, und nicht etwa ein Angebot entwickelt im Auftrag der Krankenkasse, um Betroffenen etwas an die Hand zu geben, wenn es schon keinen Therapieplatz gibt.
Aber die Leute meinen ja, das Gesundheitswesen muss durch und durch kapitalisiert werden, und wählen weiter munter Parteien, die eben dies fördern...