this post was submitted on 16 Feb 2026
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Netzkultur / Netzpolitik

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Alles rund um das Internet. Gerne auch die politische Seite zum Thema


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[–] sp3ctre@feddit.org 7 points 1 week ago* (last edited 1 week ago) (2 children)

Neulich erst über Podcast eine Werbung zu TikTok gehört, in der man ja plötzlich ach so besorgt um die Kinder ist und umfassende Schutzmaßnahmen ergreifen will. Und es ist bestimmt ganz sicher nicht aufgrund des mittlerweile moderaten politischen Drucks.

Über die Altersbegrenzungen hinaus versteht die SPD ihren Vorschlag als eine größer angelegte „Rückkehr zum klassischen Social-Media-Prinzip“. Nutzer sozialer Medien sollten künftig wieder selbst entscheiden können, was sie sehen wollen und was nicht. Die Standardeinstellung auf Plattformen müsse wieder sein, dass Nutzer auf ihrer Seite ausschließlich Inhalte von Personen und Accounts zu sehen bekommen, denen sie aktiv folgen. Statt eines automatisch kuratierten Feeds, der verdeckt priorisiert und einzelne Inhalte algorithmisch verstärkt, sollten Nutzer wieder selbst bestimmen, so das Papier.

Hätte man theoretisch auch direkt von Anfang an so durchsetzen können, aber dann steigen einem wahrscheinlich die Lobbyisten aufs Dach, weil sie die Werbungskohle verlieren. Jetzt ist das Kind aber schon im Brunnen und nun sollen sich zukünftig lieber alle ausweisen. Keine Ahnung wie man das finden soll.

[–] oliver@friendica.xyz 2 points 1 week ago

Der Spaß an Facebook verging mir, als der Timeline-Algorithmus eingeführt wurde, das Konto wurde dichtgemacht, als man diesen bei jedem Start abstellen musste. Und da hatte ich noch keine Ahnung, was das mit dem Konzern noch für einen Lauf nimmt.
Schade, dass sich so etwas wie StudiVZ in gemeinnützig nie durchgesetzt hat. Eigentlich wollte ich ja nur mal Kontakte finden oder aufrechterhalten.

[–] DrunkenPirate@feddit.org -4 points 1 week ago (3 children)

Mit der Ausweispflicht hätte den angenehmen Nebeneffekt, dass Beleidigungen und Verunglimpfung (gerade von Politikern durch Rechts) einfacherer verfolgt werden kann und damit mittelfristig zurückgeht.

Und die Ausweispflicht hätte den netten Nebeneffekt, dass Social Media eben nicht mehr von KI Bots zugemüllt werden kann, da die keinen Ausweis haben.

Ich finde die Ausweispflicht sogar ganz charmant, wenn ich so drüber nachdenke. Da würde das Internet wieder etwas „menschlicher“ im Austausch untereinander.

[–] cows_are_underrated@feddit.org 3 points 1 week ago (1 children)

Theoretisch ja, praktisch nein. Die Leute Interessiert es nicht, dass sie verfolgt werden können und die Bullen Interessiert es nur, wenn irgendein Politiker sich viel zu wichtig fühlt und machen dann gleich ne Hausdurchsuchung.

Außerdem ist es sehr Naiv zu denken, dass sowas nicht umgangen werden kann. Als Discord Ausweiskintrollen eingeführt hat, hat es ca 2 Tage gebraucht, bis die Leute herausgefunden haben, dass man mit ner Bildschirmübertragung und dem Spiel "Death Stranding" das ganze umgehen kann. Außerdem erinnere ich einfach mal daran, dass 70.000 Personalausweise, die für die Altersverfikation bei Discord genutzt wurden, von Hackern abgegriffen wurden. Zu glauben, dass Altersverifikation über einen Ausweis bei Sozialen Medien irgendwie "sicher" sei ist naiv und es wird immer wieder zu solchen Vorfällen kommen.

[–] DrunkenPirate@feddit.org 2 points 1 week ago (2 children)

Das ist halt auch eine Sache der Gesetzgebung. Verifikation über Perso funktioniert beim Eröffnen eines Kontos, eines Depots, einem Versicherungsvertrag, etc erstaunlich gut und sicher.

Man muss die Altersverifikation ja nicht in die Hände der SM-Anbieter legen, sondern kann das muss über etablierte Anbieter laufen lassen.

Und ich denke schon, dass die Leute dann später merken, dass das Internet kein anonymes Scheisshaus mehr ist, in dem man keine Konsequenzen bei Rechtsbruch fürchten muss.

Und wie gesagt, so kann man das Internet vor der Bot-Welle retten. Ansonsten ist es bald tot.

[–] cows_are_underrated@feddit.org 2 points 1 week ago* (last edited 1 week ago) (1 children)

Kein System ist sicher, ganz egal wie du dich anstrengst. Im Endeffekt braucht es nur ein bisschen Phishing und zack bist du drin. Wenn du Daten sammelst und speicherst (wenn auch nur temporär) hast du immer die Gefahr, dass diese abfließen können. Wenn du nun anfängst Ausweisdokumente zu speichern, malst du automatisch ein dickes Fadenkreuz auf deinen Rücken, denn sowas sind halt unglaublich wertvolle Daten. Was eine Perso-Pflicht zudem faktisch einführt ist eine Monopolstellung für existierende soziale Medien, da kleinere Projekte für so etwas nicht die Kapazitäten haben. Zudem finde ich es sehr dubios, dass man so etwas in die Privatwirtschaft auslagert. Ich vertraue absolut niemandem meinen Perso mit einer Verknüpfung, wo ich registriert bin an. Weder dem Staat, noch irgendwelchen Unternehmen und ihren 600 "Partnern"

Und ich denke schon, dass die Leute dann später merken, dass das Internet kein anonymes Scheisshaus mehr ist, in dem man keine Konsequenzen bei Rechtsbruch fürchten muss.

Es interessiert bereits jetzt niemanden und wird es auch dann nicht. Schau doch mal auf Facebook. Irgendwelche Boomer schreiben ihren vollen Namen, Stadt und wo sie zur Schule gegangen sind in ihr Profil und posten dann anschließend ein Bild vom neuen Auto vor dem Haus. Mit dem selben Profil gehen die anschließend hin und beleidigen alles was links von Höcke ist und verschicken Morddrohungen gegen Ricarda Lang. Werden die jemals verfolgt? Nein. Wird eine Ausweispflicht etwas ändern? Auch nein. Die allermeisten geben freiwillig so viel an Daten preis, dass die Verfolgung eben jener quasi geschenkt ist. Die Polizei hat aber 3 Probleme bei sowas (in variierenden Konstellationen):

  1. Die nötige Kompetenz: Die sind einfach zu blöd um mal die Profile von Leuten zu begutachten
  2. Personal: Die haben einfach nicht die Ressourcen um Straftaten im Internet zu verfolgen. Selbst wenn jeder Fall (mit allem drum und dran inklusive Verurteilung) für die Polizei nur 2h an Zeit kostet kannst du dir ausmalen, wie schnell sich sowas ansammelt.
  3. Interesse: Die haben oftmals auch einfach kein Bock (Ausnahme: Wenn Politiker was anzeigen, dann gibts sogar Hausdurchsuchungen) sowas zu verfolgen, weil das Bedeutet schließlich Arbeit.

Weder Problem 1, noch Problem 3 werden durch eine eventuelle Vereinfachung der Strafverfolgung durch Ausweise behoben. Und es ist auch eine Frage, wie groß die Vereinfachung wirklich ist, da ich bezweifle, dass die Polizei dann einfach mal so eben die gesamten Persönlichen Daten abfragen dürfen. (wenn das doch so ist, wird das bereits bestehende Problem, dass Persönliche Daten aus der Polizei abfließen vermutlich nur noch schlimmer Zudem hat man dann natürlich wieder das Problem, dass die Ausweise langfristig gespeichert werden müssen und nicht nur kurzfristig zur Kontoerstellung (wie du es ja vorgeschlagen hast). Anstatt also in Zukunft regelmäßig das Passwort zu ändern, weil Facebook, Instagramm oder Twitter wieder mal ihre Daten geleakt haben. Es ist ärgerlich, wenn E-Mail Adressen oder Passwörter da mit drin sind, aber die kann man im Zweifelsfall ändern. Wenn nun dein Perso da mit drin ist, bekommt das ganze nochmal ne andere Dimension. Identitätsdiebstahl wird mit so etwas gleich viel einfacher. Sowas kann sogar so weit gehen, dass du auf einmal angeblich einen Hamas Führer ermordet hast. Auch wenn sowas eher unwahrscheinlich ist, können durchaus andere deinen Personalausweis nutzen um sich social media profile zu erstellen.

Es ist scheiß egal wie du es drehst und wendest, Ausweispflicht im Internet ist in 100% der Fälle eine dumme Idee, wenn diese irgendwie langfristig gespeichert werden.

[–] DrunkenPirate@feddit.org -1 points 1 week ago (1 children)

Dann darfst du auch kein Online-Bankkonto haben. Hast du aber, oder?

[–] cows_are_underrated@feddit.org 1 points 1 week ago (1 children)

Die haben meinen Perso nie gesehen und wenn überhaupt, habe ich denen den in Person gezeigt.

Schöner whataboutism übrigens. Argumente scheinbar überbewertet.

[–] DrunkenPirate@feddit.org 1 points 1 week ago

Warum das? Du erzählst die ganze Zeit wieso und warum das alles missbraucht werden wird und es wird seit einigen Jahren im Banking benutzt. Es gibt bereits ein etabliertes Verifikationssystem. Selbst eines, das du benutzen kannst und bei dem du persönlich vorbeigehen kannst und dich verifizierst zB im Postamt. Und Fotos etc vom Perso sind sowieso verboten, ausser beim GWG oder seltenen Amtsakten.

[–] oliver@friendica.xyz 1 points 1 week ago

Man muss die Altersverifikation ja nicht in die Hände der SM-Anbieter legen, sondern kann das muss über etablierte Anbieter laufen lassen.

this. Und dann kommt von deutschen Datenschutz-Ultras ne Kampagne gegen die Personalausweis-Onlinefunktion anstatt Persona und den ganzen Mist.

[–] oliver@friendica.xyz 1 points 1 week ago

DrunkenPirate hat geschrieben:

Mit der Ausweispflicht hätte den angenehmen Nebeneffekt, dass Beleidigungen und Verunglimpfung (gerade von Politikern durch Rechts) einfacherer verfolgt werden kann

Wo kein Wille, da kein Weg. tatütata.fail müsste eigentlich jedes Jahr ne Neuauflage bekommen, um diesen ewigen Skandal namens #Polizeiproblem im Scheinwerferlicht zu halten.

[–] muelltonne@feddit.org 1 points 1 week ago (1 children)

Und die Ausweispflicht hätte den netten Nebeneffekt, dass Social Media eben nicht mehr von KI Bots zugemüllt werden kann, da die keinen Ausweis haben. Ich finde die Ausweispflicht sogar ganz charmant, wenn ich so drüber nachdenke. Da würde das Internet wieder etwas „menschlicher“ im Austausch untereinander.

Halt! Das funktioniert nur, wenn das dann für alle User einer Plattform gilt. Bei globalen Plattformen wie TikTok, Instagram oder Reddit kannst du davon ausgehen, dass die (teure) Ausweispflicht dann nur auf Länder ausgerollt wird, wo sie gesetzlich vorgeschrieben wird. Wenn in Deutschland dann eine Ausweispflicht kommt, hast du es dann halt mit Bots aus Österreich zu tun. Kommt eine EU-weite, dann kommen die Bots aus der Türkei. Das Konzept funktioniert nicht, außer du willst die komplette Idee des Internets einstampfen und dann nur noch auf extrem gefilterte lokale Netze mit minimaler Vernetzung nach draußen setzen.

[–] DrunkenPirate@feddit.org 1 points 1 week ago (1 children)

Das habe ich noch gar nicht bedacht, richtig. Zumindest würde man sehen wer verifiziert Mensch ist und wer nicht. Das wäre auch schon nicht schlecht.

Die ersten Plattformen, wie zB Linkedin, fangen ja schon an, KI und Bot-Content auszusortieren. Ich denke. das kommt ohnehin - schon aus Gründen der Aufmerksamkeitsökonomie.

Ich verstehe ja, dass man da Bedenken hat. Nur, welche Daten muss man denn überhaupt preisgeben? Name und Alter und mehr nicht, oder? Das finde ich nicht zu hoch für die Gesundheit der Kinder und Jugend.

Umgekehrt gefragt, warum hat man dann keine Bedenken seine Adresse bei jeder Bestellung in nem x-beliebigen Webshop anzugeben?

[–] muelltonne@feddit.org 1 points 6 days ago (1 children)

Da stimme ich dir jetzt echt nicht zu - ich halte es für extrem gefährlich, wenn am Ende eine AfD-Regierung einfach die Klarnamen aller Leute abfragen kann, die gegen die AfD gepostet haben. Und ja, ich halte es auch für hart schlimm, dass jeder Onlineshop deine Bestellungen ewig speichert und dann vertrödelt

[–] DrunkenPirate@feddit.org 1 points 6 days ago (1 children)

Wenn wir hier ne AfD Regierung bekommen und so ein ICE-Gestapo-Scheisse hier anfängt, dann muss man in den aktiven Untergrund gehen. Mal hier mal kein Horrorszenario an die Wand - ich brauche heute meinen Schlaf

[–] muelltonne@feddit.org 1 points 5 days ago

"Ja, Hallo liebe Feddit.org Admins. Hier Innenminister Höcke von der neuen Bundesregierung. Wir haben da einen Hinweis auf einen User, der angekündigt hat in den aktiven Untergrund zu gehen und der der betrunkenen Piraterie verdächtig ist. Können Sie schnell den Klarnamen und die Persokopie schicken? Vielen Dank!"