this post was submitted on 22 Nov 2025
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Ich mag ja nichts sagen, wenn Leute vom Narrativ abweichende Meinungen vertreten, das ist oft wichtig und richtig. Bloß sich hinzustellen und es zu Begrüßen, dass zwar nicht die bekriegte Seite, dafür aber eine Partei unter mEn geistig stark verwirrter Führung sowie der blutrünstige Invasor einen "Friedens"-vertrag aufdrücken entbehrt jeglicher Sinnhaftigkeit.
Ich würde gerne mal wissen, woher du herausliest, dass ich hier irgendwas "begrüße" (außer, dass Europa nicht mitredet).
Nix für ungut, aber wenn du anfängst, Russland einen "blutrünstige[n] Invasor" zu nennen ist halt die Ebene von sachlicher Diskussion verlassen. Da hab ich das Gefühl, es wäre wichtiger, Russland zu karikieren, als die Lage des Krieges zu verstehen.
Russland hat militärisch nunmal gerade die Oberhand. Und die Partei, die in einem Krieg die Oberhand hat, kann mehr Forderungen aufstellen. Es ist auch nicht wahrscheinlich, dass die Ukraine das Blatt demnächst wenden können wird. Dazu fehlt ihnen der Rückhalt in der Bevölkerung.
Nur, damit ich hier nicht missverstanden werde: ich bin kein Parteigänger von Russland. Mir tun einfach die armen Schweine in der Ukraine leid, die unnötig abgeschlachtet werden. Und dass alles, was die Ukraine heute noch rausholen kann, ein schlechterer Deal ist, als der der 2022 von Boris Johnson torpediert wurde, ist nunmal fakt.
Wenn du Interesse hast, ein bisschen mehr vom Narrativ abweichende Berichterstattung zu hören, kann ich diesen Youtube Kanal empfehlen
Dir tun die Menschen in der Ukraine leid die sterben sagst aber das Russland nich ein blutrünstiger invasor ist? Die könnten sich heute oder sogar schon gestern zurück gezogen haben..
Ich habe einfach nicht so ein romantisches Verständnis vom Krieg.
Romantisch? Krieg ist scheiße aber Russland hat angefangen und sollte nix bekommen.. Ganz einfach
Sorry, das ist eine romantische (oder zumindest übersimplifizierte) Sicht darauf, was Krieg ist. Das passt mehr auf Schulhofschlägereien.
Wie sieht es denn "unromantisiert" aus? Das Russland kämpft weil Putin ein historisches Vermächtnis vor seinem Tod hinterlassen will? Das Russland kämpft wegen des Zugangs zu weiteren Warmwasserhäfen? Wegen der seltenen Erden und anderer Ressourcen? Wegen Einflusssphären?
All das legitimiert rein gar nichts. Da ist das Völkerrecht und die internationale Nachkriegsordnung eindeutig, Krieg zur Grenzverschiebung ist ein Verbrechen.
Und selbst dann ist immer noch die Art und Weise woe Russland den Krieg führt absolut babarisch, ggü. Ukrainischen Soldaten, sowie ggü. Russischen, Nord-Koreaniaschen und vorallem ggü. der ukrainischen Zivilbevölkerung
Russland kämpft aus einigen dieser Gründe und aus politischen Sicherheitsinteressen.
Krieg ist eine notwendige Folge der "regelbasierten" Staatenkonkurrenz. Wenn das Geschäftemachen der Staaten durch Vernichtung von eigener und feindlicher Materialien und Bevölkerung verbessert werden kann, dann findet das auch statt.
Der Gedanke das Krieg als ultima ratio der Diplomatie und der Wirtschaft greift ist doch uralt. Aber genau um dies zu unterbinden hat sich Europa doch nach WK2 entschieden nie wieder Krieg zu erlauben, der Grenzen verschiebt.
Im Übrigen heißt das Vorhandensein eines Rationals beim Vorgehen noch lange nicht, dass dies zu rechtfertigen ist oder dass es dadurch nicht babarisch ist.
Ich bewundere eure beharrliche Gedult. Schwafelt da im ersten Satz von einer vermeintlich bedrohten Sicherheit Russlands, um dann im nächsten Satz die Notwendigkeit von Angriffskriegen herauszustreichen. Da kann man sich doch nur an den Kopf fassen.
Und Krieg aus anderen politischen Interessen, als Eroberung von Territorium ist dann ok? (Afghanistan, Kosovokrieg, usw.)
Tue ich ja auch nicht.
Dass Krieg barbarisch ist, ist schon fast tautologisch. Welcher Krieg ist das denn nicht?
Trotzdem begrüßt du einen Plan, der letztendlich nichts weiter ist, als die Einladung für Russland, nach der Zeit des eigenen Luftholens (denn auch an Russland geht dieser - von Russland begonnene Angriffskrieg btw - nicht spurlos vorüber.
Wenn dir 'die armen Schweine in der Ukraine' leidtun, dann solltest du auf einen Frieden bestehen, der tatsächlich nachhaltig Frieden schafft, statt dem Aggressor lediglich eine Verschnaufpause und(!) Rehabilitation/Amnestie für seine Verbrechen einzuräumen.
Ich frage nochmal: wo hab ich das gesagt?
Eine Einladung für was, genau? Denkst du, Russland möchte die Ukraine komplett annektieren? Wenn ja: woher schlussfolgerst du diese Absicht?
Und wie sieht dieses Szenario deiner Meinung nach aus? Im Idealfall, ohne noch mehr Ukrainer in den Fleischwolf zu jagen, oder einen Atomkrieg vom Zaun zu brechen.
Das ist nunmal leider die Realität vom Krieg: Wer den Krieg gewinnt, bestimmt die Regeln. Die Verbrechen der USA in den diversen Golf-Kriegen wurden auch nie "gesühnt". Oder bin ich jetzt "Putinfreund", weil ich die strategische Lage der Ukrainischen Arme als benachteiligt einschätze?
Du kotzt mich an!
Woher kommt das Zitat? Es ist nicht aus dem ”On the Historical Unity of Russians and Ukrainians“-Essay.
Diese Jahr auf dem International Economic Forum in St. Petersburg.
https://www.dw.com/en/putin-all-of-ukraine-is-ours-in-theory-eyes-sumy-city/a-72990253
Medvedev: "One of Ukraine's former leaders claimed that Ukraine is not part of Russia. That concept needs to disappear forever. Ukraine is definitely Russia."
Ich gebe zu, dass das natürlich den Eindruck erweCken kann. Wurde dementsprechend auch ausgeschlachtet. Das passt aber nicht wirklich mit dem zusammen, was er danach sagt: dass er das Recht der Ukraine auf einen eigenen souveränen Staat auch anerkennen möchte.
Wenn du mich fragst, bezieht er sich bei deinem Zitat auf die kulturelle Zugehörigkeit (a la "die gehören zu uns). Das würde auch auf seinen essay passen. Aber da direkt danach Applaus im Saal kam, gehe ich auch davon aus, dass das so ein Propaganda-Ding war: das russische Publikum findet es halt geil, wenn Putin sagt "Ukrainer gibt's gar nicht, das sind alles Russen!" Aber am Schluss kann ich auch kein russisch. Evtl. hat der Satz auch noch so eine weirde Konnetation auf russisch, die ich nicht kenne. Wäre nidht das erste mal. (Stichwort: "Wir werden euch begraben!")
Das ist aber mMn so, als würde jemand behaupten, dass Bayern und Österreich "ein Volk" wären. Hat sicher einen gewissen Geschichtlichen Hintergrund, ignoriert andere Realitäten und bedeutet am Ende aber nicht, dass Österreich oder Bayern annektiert werden soll.
Also, ich bin nach, wie vor nicht überzeugt, dass das Putins Pläne sind. Kann mich sicher auch täuschen. Bin kein Stratege, Hellseher, oder Gedankenleser. Ergibt für mich halt keinen Sinn.
Putins eigene Aussagen in seinem Essay "Zur historischen Einheit von Russen und Ukrainern"
Ich hab die Zusammenfassung gelesen und keine Absicht der kompletten Annektion entdeckt. Kannst du mir bitte zeigen, wo das stehen soll?
Glaub ich dir nicht. Dass die Unabhängigkeit der Ukraine in dem Essay angezweifelt wird, ist sowohl in der deutschen als auch der englischen Wikipedia-Zusammenfassung der erste Satz und wird dort mit drei verschiedenen Quellen belegt.
Der deutsche Satz
basiert auf zwei Kommentaren, die ihre eigene Interpretation einbringen. Gehört mMn nicht in eine sachliche Zusammenfassung (weil es Kommentare sind).
Der Englische erste Satz ist wesentlich weniger urteilend:
Ich teile die Einschätzung, dass das jetzt zwangsweise als Annektionsabsicht gelten soll nicht. Ich habe mir die englische Übersetzung des Originaltextes jetzt noch durchgelesen. Wenn der geschichtliche Teil dieses Textes in Schweden veröffentlicht worden wäre, bezogen auf die nordischen Länder, hätte niemand mit der Wimper gezuckt. Es hätte besonders niemand gedacht, dass Schweden jetzt Norwegen einnehmen möchte.
Hier sind drei interessante Absätze, der dem Annektionsnarrativ widersprichen (es geht um die Grenzen, die nach dem Zerfall der Sovjetunion gezogen wurden).
Okay, dann irren sich all die Experten, aber du kleiner Daubi, der nicht einmal eine kohärente Argumentationskette auf die Reihe kriegst, weißt es besser. Schnell, gib Selenskiyj Bescheid, der muss das wissen! (/s)
Appeal to authority.
Selber lesen wird eh überbewertet. /s
Meinst du die ganzen kriegsgeilen Experten, die auch die deutsche Bevölkerung in den Fleischwolf jagen will?
Eins noch, das ist nämlich extrem wichtig: Nicht die Ukrainische Bevölkerung mit dem Ukrainischen Staat verwechseln. Letzterer Entführt nämlich zur Zeit erstere in Bussen, um sie zwangszurekrutieren. Oder der Staat opfert Soldaten für bereits verlorene Posten, indem kein Rückzug geordert wird. Stichwort: Pokrowsk.
Wenn Putin nur den Donbass und die Krim will, warum dann die Angriffe über diese Territorien hinaus? Warum Kyjiw angreifen? Warum Kinder entführen und in Umerziehungslager verfrachten?
Und warum zum Fick überhaupt erst mit Gewalt einmarschieren, wenn Putin doch der Gute ist?
Warum den Hybriden Krieg gegen Europa führen, warum die Infrastruktur in der Ostsee sabotieren, warum mit einer Schattenflotte abgeranzter Seelenverkäufer die Meere (noch mehr) gefährden, warum Flüchtlingsströme umleiten, warum so viele Dinge tun, die nichts mit dem Donbass und der Krim zu tun haben?
Wie oft soll ich noch schreiben, dass ich so nicht denke? Geopolitik ist nicht ganz so gut-gegen-böse wie irgendein Marvel-Film.
Meinst du Nordstream? Das war höchswahrscheinlich die Ukraine.
Bin mir nicht sicher, was du damit meinst.
Der Einmarsch ist völkerrechtswidrig, Russland begeht Kriegsverbrechen in der Ukraine und einen Völkermord. Viel näher kommt man in der Realität kaum an Marvel-Bösewichte. Oder denkst du auch, Nazi-Deutschland kann man nicht so in gut-böse einkategorisieren?
Darüber wissen wir nicht genug, nur dass die Saboteure wohl Ukrainer waren. Aber über die Hintergründe der Geschichte wissen wir (die Öffentlichkeit) rein gar nichts. Aber ich rede nicht von NordStream.
Fang vielleicht erstmal an, Nachrichten zu lesen.
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/russland-schattenflotte-102.html
https://www.tagesanzeiger.ch/unterseekabel-russlands-sabotage-gefahr-in-der-ostsee-299243952792
Sowas meine ich. Meine Fresse, sowas liebe ich ja. Großkotzig über Geopolitik schwadronieren aber keinen blassen Schimmer von irgendwas haben.
Kriegsverbrechen werden da sicher (beidseitig) begangen, aber Völkermord? seufz
Bei Nordstream ist es ziemlich safe, dass es die Ukraine war.
Und Wirtschaftssanktionen umgehen ist jetzt auf einmaldas ultimative Böse? Und nicht etwa: vollkommen zu erwarten? O.o
Aber was nervst du mich eigentlich noch, wenn du eh nicht mit mir diskutieren willst, weil "mir das Gras nicht bekomme"? Du hast doch eh kein Interesse an einem vernünftigen Austausch.
Ja, verdammt nochmal!
Na, wenn du Experte das sagst...
Es geht um die Art und Weise. Und den Angriff auf die europäische Kommunikationsinfrastruktur in der Ostsee. Aber ich bin nicht überrascht, dass du lieber einzelne Punkte rauspickst und davon auch wieder nur die Hälfte verstehst.
Manchmal muss man beim Zocken warten, dass Ressourcen wieder geladen werden und dann hab ich nichts besseres zu tun. Aber warum antwortest du mir, wenn ich dich nur nerve?
Gute Frage
Was probieren sie denn seit 3,5 Jahren?
Indem wir die Kosten Russlands für seinen verbrecherischen Krieg in die Höhe treiben, statt entweder latent wegzuschauen (Europa), oder sich gleich zum Werkzeug russischer Propaganda zu machen (Trump).
Russland beißt sich seit 3,5 Jahren die Zähne daran aus, seinen kleinen Nachbarstaat zu überfallen und auszulöschen. 'Gewinnen' tun sie allenfalls, weil dem debilen Deppen im Weißen Haus langweilig ist und er nicht länger unterstützen will, sondern lieber Geld für sich rauspressen möchte. Ich denke, Russland muss für seine Taten bestraft statt belohnt werden. Statt eines Plans auf dem Rücken der Opfer gehören die Verantwortlichen vor Gericht, wie damals schon die Nazis. Oder hättest du mit denen auch Business as Usual gemacht, weil sie nun mal stärker waren als die Polen, die Franzosen, die Dänen, die Juden,.. ?
Was soll das für ein Argument werden? Haben jetzt alle auf der Welt Kriegsverbrechen gut? Hat jetzt jedes Land auf der Welt ein paar Angriffskriege gut, weil wir Deutschen das ja auch einfach gemacht haben? Darfst du nachher noch einen Laden überfallen, weil das ein anderer auch gemacht hat?
Eigentlich sinds elf Jahre.
Die Eroberung des Donbass. Das ist seit 2022 das erklärte Ziel Russlands (obwohl es natürlich nicht als "Eroberung" geframed wird). Der Donbass ist nicht die gesamte Ukraine.
Woher hast du die Info, dass Russland angeblich die gesamte Ukraine annektieren möchte?
Europa befindet sich mittlerweile in der Vorbereitung auf einen auf 2029 vorausdatierten Krieg mit Russland. Außerdem hat besonders die Deutsche Wirtschaft durch den Krieg in der Ukraine erheblichen Schaden genommen (es ist mir egal, dass das Punkte sind, die BSW und AfD ansprechen - Stehende Uhren usw.). Die auf ca. 30% geschätzte Inflation seit 2022 basiert zum Großteil an den ausgesetzten wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland (und der Sprengung von Nordstream). Kannst du dich noch an die "dann muss man halt auch mal kalt duschen"-Diskussion erinnern? Und dann kommen natürlich noch die ganze Waffenunterstützung für die Ukraine mit dazu.
Das ist nicht "latent wegschauen".
Russland führt seit 3,5 Jahren einen Zermürbungskrieg, bei dem nicht das erklärte Ziel ist, die Ukraine "auszulöschen", sondern langsam, aber stetig Boden zu gewinnen. Und diesen Boden gewinnt Russland nunmal langsam, aber stetig seit 3,5 Jahren. Das meine ich mit "Russland gewinnt diesen Krieg".
... Dir ist schon bewusst, dass du mit diesem Satz (zumindest teilweise) zustimmst, dass das ein Stellvertreterkrieg zwischen (u.A.) den USA und Russland ist? Wieso ist die Ukraine auf westliche Hilfe angewiesen, wenn Russland zu schwach ist, um die Ukraine zu besiegen?
Diese Ideen von "bestrafen" und "belohnen" funktionieren vielleicht auf einer individuellen Ebene (selbst da hab ich meine Zweifel), aber nicht auf einer nationalen Ebene. Schon gleich gar nicht bei einer Nuklearmacht. Wenn du wirklich so eine Art Nürnberger Prozesse in St. Petersburg oder sowas abhalten willst, dann pack dich mal gut ein: Das passiert nämlich nicht ohne einen Atomkrieg.
Auf dieses Verharmlosen des Holocausts möchte ich mich nicht einlassen.
Nein. Die Idee, dass "Kriegsverbrechen" irgendwie "gesühnt" werden können, basiert darauf, dass es eine Art "Weltpolizei" gibt, die internationales Recht forcieren kann. Das gab es vielleicht im zweiten Weltkrieg. Aber diese politische Ordnung existiert nicht mehr. Das kann man auch ganz gut an den Kriegsverbrechen sehen, die Israel zur Zeit "ungesühnt" veranstaltet.
Jetzt vermischt du wieder die nationale mit der individuellen Ebene. Zur Einordnung: Ich bin gegen alle Kriege. Weil Kriege am Ende nichts anderes sind, als dass Herrschern/Nationen ihre Resourcen und Menschen vernichten, um anderen Herrschern/Nationen zu schaden. Da ist für mich, als zu verheitzende Person nichts zu gewinnen.
Und darum der Marsch auf Kyiv? Die Angriffe auf breitester Front, entlang der Grenzen von Russland und Belarus? Sorry, aber das ist Unsinn.
Das Donbass-Framing kam erst, nachdem den Russen klar wurde, dass der "3-Tage-Plan" nix wurde.
Das heißt Free for All für alle Atommächte? Na dann machen wir eh einfach alle, was wir wollen. Warum echauffierst du dich dann so über die Untaten der Amis? Entspricht doch voll deiner Logik.
Wer verharmlost hier den Holocaust? Du zeichnest ein Modell des Recht des Stärkeren, das du aber offenbar nur selektiv anwenden willst. Den Widerspruch musst du schon ohne so ein durchsichtiges Ausweichmanöver auflösen.
Warum führst du dann Amerikas Verbrechen an? Riecht halt nach Whataboutism.
Ok. Dann wollten sie halt ursprünglich einen Regime-change forcieren. Eine Annexion stand aber meines Wissens nach trotzdem nicht zur Debatte. Irgendeine Gefasel über Bevölkerungsstämme ist mMn noch kein Beweis.
Das ist echt zu vereinfacht, da die Anerkennung der "Volksrepubliken" voi der Invasion stattfand.
Ich hab nirgendwo erklärt, dass ich Russlands Politik gutheisse. Ich hab sogar explizit erwähnt, dass ich kein Parteigänger Putins bin. Ich möchte die russische Politik lediglich verstehen. Das ist nicht gleichzusetzen damit, dass ich Partei für sie ergreife.
Und ich weiß nicht, was ich dir sagen soll: ja, in der Staatenkonkurrenz gibt es ein Fressen und gefressen Werden. Es gibt kein Machtmonopol und keine Weltpolizei. Und sobald ein Land einen ich zerstöre die Welt Knopf hat, kannst du es de facto mit konventionellen militärischen Mitteln nicht mehr einnehmen.
Richtig. Das war genau mein Punkt.
Wo setze ich das selektiv an? Btw.: Der 2. Weltkrieg wurde auch durch "das Recht des Stärkeren" entschieden.
Whataboutism ist, wenn ich Russlands Vorgehen rechtfertigen würde. Ich will es aber nur erklären. Ist nicht das selbe.
Jo, aber denk das mal in seiner Konsequenz zu Ende: das bedeutet, dass alle konventionellen Staaten den Atommächten ausgeliefert sind und von ihnen sukzessive aufgefressen werden. Russland holt sich die Ukraine heim ins Reich, weil Putin den Phantomschmerz der verlorenenen SU stillen will, China will Taiwan. Alles purer Imperialismus.
Da haben die Leute auch erst gesagt 'ach lasst ihn doch das Sudetenland nehmen, mehr will er doch gar nicht.' Am Ende stand die Welt in Flammen. Das hätte man auch billiger haben können, wenn man Hitlers Wahnsinn damals schon gestoppt hätte.
Stattdessen musste Hitler wenig später unter millionenfachem Opfer niedergerungen werden, da er nach dem Sudetenland eben doch weitergemacht hat. Aber damals haben manche eben noch naiv vom Frieden neben Hitler geträumt, so lange es nur 'die unwichtigen anderen' trifft, wie im Sudetenland oder heute der Ukraine. Bequem und gefährlich.
Dass im Zweiten Weltkrieg das 'Recht des Stärkeren' nicht auf Seiten der Nazis lag, liegt nicht zuletzt daran, dass Frankreich und Großbritannien den Überfall auf Polen mit einer Kriegserklärung beantworteten, statt weiter auf Appeasement zu setzen. Sie hätten ja auch wegschauen können, weil sie gegen jeden Krieg sind und die Nazis nun mal stärker als die Polen sind. Haben sie zum Glück nicht.
Moment. Du wolltest Nürnberger Prozesse in Russland haben. Das heißt, du wolltest Moskau mit Waffengewalt einnehmen. Das ist mit Atommächten nicht möglich. Das heißt nicht, dass Atommächte einfach alles einnehmen können. Das sieht man auch gerade an Russland (oder Israwl, odersdi USA, usw.)
Und außerdem: du empörst dich gerade über eine Beschreibung des ist-Zustandes. Warum hab ich das Gefühl, dass du auf mich sauer bist, weil du die Konsequenzen meine Analyse moralisch verurteilst.
Wenn du "mein Kampf" aufmemksam liest, kannst du ziemlich gut herauslesen, was Hitler mit den Juden und mit der "Lebensraum"-Politik vorhatte. Das ist bei Putin mMn nicht der Fall. Russland hat momentan nicht die Absicht, in Europa einzufallen.
Edit: Ich weiß nicht, wie oft ich schon gesagt habe, dass ich die russische Invasion nicht gutheissen möchte. Nur ist der Feind meines Feindes nicht automatisch mein Verbündeter. Wenn Putin der Feind der ukrainischen Bevölkerung ist, ist dessen Feind (die Ukrainische Regierung) nicht unbedingt dessen Verbündeter.
Aders gesagt: Würdest du die Sovjetunion und Stalin so bedingungslos verteidigen, wie du es gerade mit der Ukrainischen Regierung tust, nur, weil sie gegen die Nazis gekämpft haben?
Nicht zwingend. Es kann auch so zu einem Wechsel der Führung in Russland kommen, mit einer Auslieferung der Täter und Verantwortlichen und man bis dahin die Tatvorwürfe aufrechterhalten, statt sie jetzt, wie Trump in "seinem" Plan fordert, mit einer Generalamnestie zu tilgen.
Weil dieser Ist-Zustand von manchen nur für gewisse Länder akzeptiert wird, während sie ihm bei anderen Ländern mit absoluter Fassungslosigkeit begegnen. Wenn das Recht des Stärkeren gilt, dann doch wohl auch für uns Europäer/Deutsche, oder nicht? Welches Land sollen wir denn mal überfallen? Vielleicht Serbien, weil Vucic so mit den Russen kuschelt? Vielleicht Ungarn, weil Orban die EU blockiert? Was wollen sie machen, wir sind doch stärker, wer soll uns stoppen?
Verzeihe mir, wenn ich das jemandem, der nicht mal die Eroberungsabsicht für das Land anerkennt, das Russland seit nun über drei Jahren gewaltsam zu besiegen versucht, nur schwer abnehme. Es gibt durchaus Äußerungen, die einen Herrschaftsanspruch für das Gebiet des ehemaligen sowjetischen Machtblocks formulieren. Ob nun Baltikum oder Polen.
Ich bin froh, dass sie gegen die Nazis gekämpft haben und sich nicht ergeben haben. Ich bin froh, dass die Amerikaner ihnen mit Waffen geholfen haben, diesen Krieg zu gewinnen, auch wenn sie ideologisch keine Freunde waren. Und das, obwohl ich Stalin für einen Verbrecher halte und die Sowjetunion für ein Unrechtsregime. Aber in diesem Krieg (also dem gegen die Nazis ab 1941, nicht dem gegen die Polen zeitgleich mit den Nazis zwei Jahre vorher) hätte ich sie auch unterstützt. An der Ukraine gibt es auch Punkte zu kritisieren - diese Kritik bin ich aber in der Lage zur Seite zu stellen, während sie um ihr Überleben kämpft - wie bei der SU im Zweiten Weltkrieg.
Regime changes funktionieren ja sonst immer so gut, was? /s Frag mal Syrer, oder Afghanen, wie die die Idee finden.
Was wäre ein für dich akzeptapler Preis dafür? Wie viele Menschenleben wärst du bereit, für diese St. Petersburger Prozesse zu Opfern? Ich für meinen Teil denke, dass bereits zu viele Ukrainer gestorben sind. Der Friedensdeal vom Frühjahr 2022, der auf Drängen des Westens abgelehnt wurde ist nach, wie vor um längen besser als alles, was jetzt noch drin ist für die Ukraine. Und dafür hat die Ukraine jetzt wie viele von "ihrem" Volk draufgehen lassen?
Vertraue mir, wenn ich dir sage, dass ich diesen Ist-Zustand bei allen Ländern verurteile. Sei es Russland, Ukraine, die USA, China, England, Frankreich, oder Israel. Mir kommt es eher so vor, als würde der Mainstream Doppelstandards anlegen. (Beispiel: Israel, Saudi-Arabien, oder die radikal-Islamistischen aktuellen Machthaber in Syrien)
Diese Ausbeutung fremder Nationen findet aber doch schon statt. Halt nicht mit Waffengewalt, sondern auf ökonomischer Ebene. Aber das hat mit strategischen Gründen zu tun, nicht mit moralischen. Der Profit ist so, wie es jetzt geht einfach höher. Die BRD hat ihren Machtanspruch in der Welt mit Marktwirtschaftlichen Mitteln besser erreichen können, als es Nazideutschland je militärisch hätte schaffen können.
Sei dir verziehen. Es ist für Russland nicht von Vorteil, einen Krieg mit Europa anzufangen. Wenn jedoch ein Wettrüsten gegen Russland beginnt, kann sich diese Kalkulation aber leider wieder ändern. Dann hätten wir es mit einer selbsterfüllenden Prophezeiung zu tun.
Bzgl. der UdSSR: hab's leider nicht geschafft, dir den Punkt, den ich machen wollte zu vermitteln. Schade.
Das war nicht die Frage. Sondern, dass es möglich ist, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, ohne Moskau kriegerisch erobern zu müssen.
Sudetenland. Du erliegst dem gleichen Trugschluss, dass ein Entgegenkommen dem Aggressor gegenüber zu weniger Opfern führen würde. Die Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg strafen dies bittere Lügen.
Tja, aber warum nicht gleich Waffengewalt anwenden, statt Orbans Klepto-Ungarn weiter mit EU-Mitteln zu finanzieren? Weil offenbar ist doch eh das Recht des Stärkeren und regelbasierte Ordnung für den Arsch?
Es war für Russland nicht von Vorteil, einen Krieg gegen die Ukraine zu beginnen. Erinnerst du dich an die Worte der Wagenknecht? Putin sei zum Glück kein durchgeknallter Nationalist, der sich daran berausche, Grenzen zu verschieben, wie er immer dargestellt würde? Stattdessen, dass er sich kühl und berechnend verhalten würde? Tja, paar Tage später hat er die Panzer über die Grenze geschickt, um eben diese zu verschieben. Ich messe Russland an seinen Taten, nicht an irgendwelchen Sätzen.
Sorry, das findet nicht ohne regime change statt. Das ist vollkommen unrealistisch. Und ist besonders nicht damit zu erreichen, dass der aktuelle Krieg weiter angeheitzt wird.
Russlands krieg in der Ukraine ist nicht vergleichbar mit der "Lebensraum"-Strategie. Und ich würde es nicht ein "Entgegenkommen" nennen. Russland hat im Krieg die Oberhand. Wer den Krieg gewinnt kann seine Forderungen durchsetzen. Das funktioniert im Krieg nunmal so.
Weil es profitapler ist, das nicht zu tun. Und weil irgendwann die USA sich als Weltpolizei auf den Plan rufen würde.
Und jetzt glaubst du, die machen den selben Fehler nochmal? Mit NATO Mitgliedern??? Wo sie sich doch schon an der Ukraine ganz schön abarbeiten? Warum gab es denn überhaupt so einen Terz um die Taurusraketen, wenn die offenbar doch so untauglich sind? /s
Ich bin jetzt nicht so stark in der Materie drin, aber meines Wissens nach, hätte sich schon einiges abgezeichnet vorher.
Außerdem hab ich aber auch schon die Möglichkeit einer selbsterfüllenden Prophezeiung eingeräumt.
Fair. Machst du das für die Nato auch?
Sag ich doch. Du sagst, 'Nürnberger Prozesse 2' finden nur statt, wenn wir Moskau mit Waffengewalt einnehmen, ich sage, dass das auch bei einem Fall von Putins System stattfinden kann. Mehr nicht.
Hitler-Deutschland hatte auch die Oberhand im Sudetenland. Die internationale Gemeinschaft ist ihm entgegenkommen, indem sie die Füße stillgehalten haben. Nur, um ein Jahr später dann doch den Krieg erklären zu müssen, weil er eben doch noch mehr wollte. Russland hat nur die Oberhand gegen die Ukraine, wenn wir es lassen. Die Amerikaner könnten innerhalb von wenigen Wochen die Bedingungen so verändern, dass Russland diesen Krieg nicht mehr gewinnen kann. Und auch durch uns Europäer könnte der Druck auf Russland massiv erhöht werden.
Du gestern bezüglich dem russischen Vorgehen in der Ukraine: "Es gibt kein Machtmonopol und keine Weltpolizei."
Sudetenland. Und mit Donald in der Tasche kommen sie ja vielleicht doch noch an ihr Ziel. Würde Putin nicht mehr daran glauben, das Ziel erreichen zu können, würde er seinen Angriffskrieg beenden. So aber.. Fool me once, shame on you - fool me twice, shame on me.
Warum sollte ich nicht? Ich war nie ein Freund vom amerikanischen Imperialismus. Aber ich kann Amerika kritisieren, ohne parallel zum Apologeten von Russland und/oder China zu werden - und umgekehrt.
Dieser Fall von "Putins System" wird nicht von allein passieren. Da bleibt nur Intervention von außen übrig (oder militärische Eroberung Moskaus). Und sowas ist historisch halt nie gut ausgegangen.
Der ganze Vergleich mit dem Sudetenland passt nur, wenn es als gegeben gilt, dass Russland definitiv plant, die Ukraine zu annektieren. Das halte ich aber (u.A. wegen des 28 Punkte Papiers) für unrealistisch.
Stimmt. Die Sache ist tatsächlich komplizierter. So zieht sich die USA unter Trump gerade als Welpolizei etwas zurück, während sie nach, wie vor versucht, der militärische Hegemon zu sein, um ihre Einflusssphäre nicht zu verlieren.
Eine Atommacht zu sein hilft auf jeden Fall bei der Verteidigung. Aber sorgt nicht zwingend für ungehinderte Expansion.
Wie gesagt: andere Ausgangslage. Und "Putin" kämpft den Krieg weiter, weil er gerade gut für Russland läuft und seine erklärten Forderungen/Kriegsziele aktuell nicht erfüllt werden (sicherheitspolitisch neutrale, demilitarisierte Ukraine, usw.). Da darf man schon auch mal Okhams Rasiermesser anwenden und sich mal die erklärten Ziele anhören (ja, man darf dabei auch so Polemiken wie "alles Nazis in der Ukrainischen Regierung" kritisch sehen - da hilft good ol' Okham auch).
Wird nunmal von vielen Russland-Dämonisierer*innen ausgeblendet. Sorry, wenn ich dich da falsch beschuldigt habe.
Leider ist das in Lemmy meines Gefühls nach schwer, die Waage zu halten. Sobald man mal versucht, eine Differenzierte Meinung, oder Informationen abseits des auf der Instanz akzeptiereten Konsens einzubringen, wird man sofort als Feind gelabelt. Für die Tankies bin ich ein dreckiger Lib, weil ich Russland/China/Lenin kritisiere und für Liberale bin ich ein verschwurbelter Tankie, weil ich das Mainstream-Narrativ von der edlen Ukraine/Nato nicht akzeptiere. (Werde sogar der "Desinformation" bezichtigt, wenn ich Analysen poste, die Josua Shifrinson zitieren)
Die Sowjetunion ist, ebenfalls als Atommacht und in ihrer Zeit global weitaus bedeutender als Russland heute, auch einfach am Druck implodiert. Das System ist zusammengeklappt, ohne dass 'der Westen' auch nur einen Schuss abgeben musste.
Das Papier ist erst mal nichts weiter als eine willkommene Verschnaufpause für die Russen. Und die Tür wird sich ja sperrangelweit offengehalten: keine NATO-Mitgliedschaft (dann wären sie tatsächlich nicht mehr angreifbar), scharfe Begrenzung der Truppenstärke (wozu? Befürchtet die Atommacht Russland in Zukunft etwa einen Angriff durch die blockfreie Ukraine??). Hier sollen die Rahmenbedingungen geschaffen werden, um sich jederzeit ein weiteres Stück Ukraine heim ins Reich zu holen. So, wie sie es 2022 zu Beginn ja auch schon probiert hatten, das hat er damals ja auch nicht einfach mal aus Jux gemacht.
Tja. Was argumentativ aber nicht geht, ist, dass man diese "Weltpolizei" nur auf sich selber anwendet. Entweder, es gibt für alle, also Russland, China UND Europa, keine Weltpolizei mehr und wir machen wirklich alle einfach, was der Stärkere will, oder für keinen.
Im Wort 'Dämonisieren' steckt oft die Bedeutung, dass diese unverhältnismäßig/ungerechtfertigt erfolgt. Nur der Sicherheit halber sei das an diese Stelle scharf zurückgewiesen: Russland begeht verabscheuungswürdige Taten, für die es die volle Verantwortung zu tragen hat. Wer das nicht sehen will, macht sich zum Apologeten eines verbrecherischen Regimes.
Was hat das mit "edel" oder nicht zu tun? Ich unterstütze die Ukraine, weil sie das Opfer eines (imperialistisch begründeten) Angriffskrieges ist. Weil sie von Russland dafür bestraft werden soll, sich aus dem russischen Einflussbereich zu verabschieden. Da brauche ich nicht viel ideologischen Unterbau oder viel Theorie, um meine Sympathien klar zu verteilen. Und gerade im linken Spektrum sollte das jedem anderen ebenfalls nicht sehr schwer fallen. Die Schritte Russlands sind durch nichts zu entschuldigen, weder moralisch, aber erst recht nicht völkerrechtlich. Dass Russland obendrein erklärter Gegner unserer offenen Demokratien ist und aktiv an der Schwächung dieser mitwirkt, ist da nicht mal inkludiert.
Seh ich halt auf absehbare Zeit nicht kommen. Dazu hat Russland noch zu viele Verbündete.
Naja. In dem Papier steht aber auch drin, dass Russland sich verpflichtet, keine weiteren aggressiven Handlungen der Ukraine, oder der EU ggüber durchzuführen. Das würde ich jetzt nicht unbedingt als "sperrangelweit offen" betrachten. Das ergibt nur Sinn, wenn du Russland per se absprichst, sich an Abmachungen zu halten. Da würde ich gerne Indizien sehen, warum das so gerechtfertigt ist. (Nein, ich sehe den "völkerrechtswidrigen, brutalen Angriffskrieg" nicht als Indiz an, dass das anzunehmen ist).
Außerdem basiert das "Verschnaufpause"-Argument darauf, dass Russland davon ausgeht, später wesentlich bessere Karten gegen die Ukraine zu haben, als sie es jetzt schon tun. Aber sie haben wie gesagt die Oberhand und erobern stetig neu Land. Es ist auch nicht zu erwarten, dass die Ukraine kurz vor dem ultimativen Gegenangriff stehen würde und Russland noch schnell das eroberte Gebiet sichern will. Es ist davon auszugehen, dass wenn der Krieg so weitergeht, Kiev beim nächsten Angebot Russlands, noch mehr Zugeständnisse an Moskau abtreten muss.
Man sollte wirklich nicht vergessen, dass jede noch so starke Unterstützung der Ukraine vom Westen seine Grenzen haben wird. Und wenn die Chancen für die Ukraine ohne die USA einfach nicht gut aussehen: erweist Europa der Ukraine nicht einen Bärendienst, wenn diese weiter angefeuert und unterstützt wird gegen Russland? Das ist ja schon mit den Friedensverhandlungen März 2022 in Istambul geschehen. Das war verglichen mit dem aktuellen Plan der USA ein extrem guter Deal, der aber jetzt vom Tisch ist.
Naja, warum nicht beides? Der Stärkste entscheidet, was passiert und nennt sich selbst dabei "Weltpolizei". Nichts anderes war der Modus Operandi der USA.
Mag ja sein. Aber es gibt einen Unterschied zwischen der gerechtfertigten Verurteilung eines authoritären Staatsapparats und dem prinzipiellen Ablehnen von allem, was russisch ist. Seit 2022 wird Putin, Russland und dessen Einwohnern teilweise u.A. hahnebüchene bis rassistische Dinge unterstellt (wenn bei Markus Lanz z.B. behauptet wird, der Russe habe ein ganz anderes Verhältnis zum Tod, oder so etwas). Für mich sind zu viele im deutschen Diskurs etwas zu blind vor Hass auf Putin. Wären diese genauso drauf bei der Verurteilung von [Land darf in dieser Community nicht diskutiert werden], würde man sie sofort als Antisemiten beschimpfen.
Schau dir mal an, wie sehr Selenskyj medial aufgebauscht und gehyped wird. Alles, was als Ukrainisch angesehen wird, wird gehyped und sämtliche Leichen im Keller der Selensyj ignoriert, oder als Verschwörungstheorie abgetan. Ich kann mich noch erinnern, als Liberalos auf Twitter Russen als "Orks" bezeichnet haben und behauptet haben, dass die Russische Kultur nur von den Ukrainern klauen kann unn d gar keine "eigenen" Kulturgüter habe. Das meine ich (auch) mit "dämonisieren" und dem Bild der "edlen" Ukrainer.
Mir wäre da z.B. wirklich wichtig, den Unterschied zwischen ukrainischer Bevölkerung und deren Regierung näher herauszuarbeiten. Und dass die Interessen der beiden schon länger nicht mehr so parallel ausgerichtet sind.
Sorry, das zählt für mich persönlich nicht so ganz. Ich bin kein Fan "unserer offenen Demokratien". Das heißt nicht, dass ich Fan von Russlands Halsabschneider-Ökonomie bin. Aber ich sehe nicht ein, warum ich eine Merz-, Meloni-, oder Macron-Regierung unterstützen soll. Aber ich bin auch kein Liberaler.
Die Sowjetunion hatte die halbe Welt hinter sich.
Budapester Memorandum. Das, was Russland jetzt hoch und heilig versprechen will, hatte es damals schon einmal versprochen. Und sich nicht daran gehalten. Warum sollen man nun Russland dieses Mal glauben?
Da du die Beschreibung in Anführungszeichen setzt: wie würdest du das denn nennen?
Darum ist Russland ja in dieser Vereinbarung auch so wichtig, international rehabilitiert zu werden, die Sanktionen loszuwerden und wieder in die Weltwirtschaft integriert zu werden. Russland mag sich an der Front sukzessive nach vorne robben, ächzt jedoch erheblich unter der wirtschaftlichen Limitierungen. Wir sollten uns nicht der Illusion hingeben, dass sie dieses Spiel unbegrenzt spielen können.
Das kommt wohl darauf an, was man unter 'russisch' versteht: Russland selber als Staat ist verantwortlich für diesen Krieg, gehört dementsprechend verurteilt. 'Der Russe' an sich muss das nicht, er hat durchaus die Möglichkeit, sich in Opposition zu seinem Staat zu begeben und seiner Verantwortung gerecht werden. Wer jedoch heute noch jubelnd mit Z-Fahnen dem Gebaren des Regimes Zustimmung zollt, scheint mit den Taten kein Problem zu haben. Wir Deutschen kennen das gut: nach dem Krieg wollen wir ja auch alle Widerständler gewesen sein. Am Ende sind wir jedoch trotzdem in Masse mehrheitlich mitgelaufen, haben das System getragen.
Man muss natürlich auch fragen, zu welchem Zweck so eine Diskussion geführt werden soll. Wenn du jemandem auf der Straße Erste Hilfe leistest, schaust du ja auch nicht, ob der denn 'die richtige Hautfarbe' hat oder ob er vielleicht einen Pin der CDU oder der Linken trägt, bevor du hilfst. Es gibt für alles einen Zeitpunkt.
Beide eint jedoch der Wille, nicht unter russischer Herrschaft leben zu müssen, sondern souverän zu sein.
Tja. Falls du der Meinung bist, dass der Feind deines Feindes dein Freund ist, solltest du mal einen Blick darauf riskieren, was Russland bei uns herbeiführen möchte. Mal unabhängig vom System Putin selbst, in dessen Vergleich du als 'System-Oppositioneller'(?) hier bei uns noch bestens lebst, stärkt er insbesondere die radikal-rechten Kräfte wie die AfD. Also ich möchte ganz sicher nicht in einem Land unter denen leben.
Die Sovjetunion war der ideologische Hauptfeind des Hegemons USA...
Ja, von dem Memorandum wusste ich tatsächlich nicht. Jetzt könnte ich tatsächlich sagen, dass sie sich aus so einem von ihnen selbst vorgeschlagenen Vertrag nicht so leicht herauswieseln können werden, aber irgendwie würden sie es vllt auch da auch schaffen. Der Hauptgrund der Invasion wird aber nunmal durch eine verlangte Sicherheitspolitische Neutralität aufgehoben. Das würde die Gefahr einer weiteren Invasion extrem einschränken.
Völkerrecht ist für mich keine moralisch überzeugende Instanz, da es Kriege nicht per se ablehnt. "Brutal" ist jeder Krieg. "Angriff" ist ein Begriff aus der militärischen Taktik. Die Nutzung impliziert ein Schulhofverständnis von Geopolitik ("Der hat aber angefangen!").
Es ist ein Krieg, bei dem die nationalen Interessen der russischen und ukrainischen Regierungen sich gegeneinander unter Einsatz der ihnen zur Verfügung stehenden Bevölkerung und Ressourcen. Ist schlimm genug.
Das ist kein Argument für einen Angriffskrieg. Das sind wirtschaftliche Interessen, die jede Regierung hat. Andere Nationen haben auch großes wirtschaftliches Interesse, mit Russland wieder zu handeln (sonst gäbe es z.B. kein Nordstream).
Dass sie nicht auch anders vorgehen und in Manöverkrieg übergehen können, ist demgegenüber Wunschdenken.
Die "Möglichkeit" hat "der Russe" schon... wenn er es schafft, sich die Propaganda aus dem Kopf zu waschen und Bock auf Knast hat.
Das machen Nationen nunmal: Propaganda für ihre Bevölkerung. In Deutschland wird ja auch von allen Seiten die Kriegstrommel gepaukt.
Genauso kann man auch fragen, warum die Divergenz von Selenskyjs Interesse und denen der Ukrainischen Bevölkerung so dermaßen ignoriert werden sollen. Im Westen will niemand von den ukrainischen Zwangsrekrutierungen hören.
Komplett unvergleichbarer Sachverhalt. Nationen sind keine Menschen.
Da wäre ich mir beim größtenteils russischsprachigen Donbas gar nicht mal so sicher. Jedenfalls ist Selenskyj bereiter, das Leben eines Ukrainer Bürgers zu opfern, als ebenjener.
Ich habe genau das Gegenteil gesagt. Hab ich irgendwo behauptet, Fan von Putin zu sein?
Was will Russland denn "bei uns" herbeiführen? O.o
Das ändert sich in dem Moment, in dem mich das System als Gefahr ansieht, oder ich dessen Gewaltmonopol infrage stelle. Deutschland ist heute schon extrem repressiv. Frag mal die palästinensischen Aktivistys.
Richtig. Und ist trotzdem kollabiert, ohne dass die Amis Moskau besetzen mussten.
..wenn man denn der russischen Erzählung glauben möchte, dass es beim russischen Angriffskrieg primär darum geht, eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine zu verhindern. Allerdings stand die im Winter 2022 nicht wirklich zur Debatte und es gibt auch heute wenig Lust innerhalb der NATO, die Ukraine aufzunehmen. Das weiß man natürlich auch in Russland.
Der eigentliche Punkt bleibt jedoch bestehen: Russland hat schon einmal ein Abkommen mit der Ukraine unterzeichnet, in dem es die Achtung der territorialen Integrität der Ukraine zusichert im Gegenzug dafür, dass die Ukraine elementare Teile ihrer Verteidigung aufgibt. Warum sollten wir Russland dieses Mal glauben?
Welche Kriege lehnt das Völkerrecht nicht ab? Es macht für dich also keinen Unterschied, wer einen Krieg beginnt und damit - vom moralischen Aspekt ganz abgesehen, den du aber nicht berücksichtigen möchtest - sich auch rechtlich ins Unrecht setzt? Für jemanden, der dem Krieg eigentlich ablehnend gegenüberstehen will, scheint mir deine Ansicht auf Krieg hier sehr nüchtern und wenig ablehnend.
Ich mache die Nazis für ihren Überfall '39 auf Polen verantwortlich. Und zwar ausschließlich. Die Angriffsfrage ist für mich elementar, ebenso wie die Feststellung, dass die Nazis angefangen haben. Und du?
Es ist ein Krieg, den Russland begonnen hat und der widerrechtlich ist.
Du missverstehst. Dein Punkt war, dass Russland doch gerade die Oberhand hat, also gar keine 'Verschnaufpause' braucht. Stattdessen stehen sie jedoch wirtschaftlich unter immensem Druck und wollen daher explizit eine Aufhebung der Sanktionen. Also genau diese Verschnaufpause.
Jo. Blöd nur, sich dann nach dem Fall des Regimes hinzustellen und zu sagen, man hätte davon ja nie was gewusst und sei ohnehin immer dagegen gewesen. Wer mitläuft, läd Verantwortung auf sich. Auch in Russland.
Es gibt also Nationen, die es nicht verdient haben, Hilfe zu bekommen?
Russland hat sich 2022 angeschickt, die gesamte Ukraine einzunehmen. Und kämpft auch heute weit außerhalb des Donbas.
Schau ins AfD-Wahlprogramm. Keine Partei profitiert so sehr wie sie. Schau dir seinen Freund Orban an. Das sind alles rechtslastige, mindestens illiberale Systeme. Findst das gut?
In Zweifel stellst du doch bereits das Gewaltmonopol des Systems infrage. Das tun hier ja letztlich einige. Und trotzdem können hier alle in Ruhe schreiben, was sie sich stattdessen für ein System vorstellen. In Russland wärst du längst im Knast - oder an der Front.
Oberhand? Nicht blutrünstig?
Russland hat die Oberhand im Krieg.
Inwiefern kann eine Nation "blutrünstig" sein?