this post was submitted on 11 Aug 2025
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ADHS - Austausch, Tipps, Erfahrungen

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Interview mit dem amerikanischen ADHS-Experten Stephen Faraone.

In gewisser Weise ist das Interview auch eine Replik zum Artikel Have we been thinking A.D.H.D. all wrong? aus der New York Times, der hier bei Feddit im April gepostet wurde.

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[–] PatrickYaa@feddit.org 4 points 5 months ago (1 children)

Ich nehm deinen Kommentar jetzt einfach mal für voll:

Meine Erklärung für das "verschwinden" von ADHS im Erwachsenenalter ist, dass man sich einfach über die Jahre, evtl. sogar spezifisch in der Pubertät aufgrund von peer pressure etc., Coping-Strategien zulegt.
Es gibt eben bestimmte Konventionen, denen man sich beugen muss und irgendwann passt man das Verhalten an, dass man mit anderen, neurotypischen Menschen klarkommt.
Die meisten neurodiversen Menschen "funktionieren" ja auch in der Gesellschaft, das heisst nicht dass es in denen drin einfach ist. Ab und zu kommt dann doch ein "Witz" durch, den keiner versteht, weil die Assoziationen nicht nachverfolgt werden können. Oder der Hyperfokus im Hobby wird als Talent oder Disziplin ausgelegt. ("Wenn du dich nur überall so engagieren würdest").

Trotzdem kann das belastend sein. Oder in die Depression führen, die aber auch nicht immer so ausgeprägt ist, dass man sich Hilfe holen will/kann.

[–] saimen@feddit.org 2 points 5 months ago (1 children)

Ich denke das Problem mit ADHS und Neurodivergenz ist einfach, dass sie insbesondere in der Kindheit "schwieriger" sind bzw. kleine Dinge schon traumatisch sind und sie daher eher Anpassungsstörungen oder andere Probleme haben, die aber eigentlich unabhängig von der Neurodivergenz sind. Habe immer öfter das Gefühl es gibt viele glückliche und funktionierende neurodivergente Erwachsene (oft sogar überdurchschnittlich erfolgreich) wenn es eben in der Entwicklung nicht zu überlagernden psychischen Problemen kam bzw. diese aufgearbeitet wurden.

[–] feldwespe@feddit.org 2 points 5 months ago

Es ist ja eigentlich recht einfach: Wenn Kinder nicht mit Gewalt auf Norm getrimmt werden, sondern in ihrer Unterschiedlichkeit gesehen, respektiert und unterstützt werden, können sie trotz ihrer Besonderheiten lernen, mit Herausforderungen umzugehen. Wenn sie jedoch von Eltern, Lehrkräften, Gleichaltrigen immer auf die Mütze kriegen, ist das halt ein extremer schlechter Ausgangspunkt. Die Toleranz gegenüber Vielfalt ist insgesamt ein gesellschaftliches Problem, das zu bearbeiten leider Jahrzehnte dauert.