this post was submitted on 11 Aug 2025
19 points (100.0% liked)

ADHS - Austausch, Tipps, Erfahrungen

345 readers
1 users here now

Eine Community für Menschen mit ADHS, die anderen mit ADHS helfen oder sie verstehen wollen.

Tauscht euch über alles aus was ihr wollt: Lerntechniken, Arbeitstechniken, Sport, Schlaf, Hobbies, Fidget-Toys, Medikamente, TherapeutInnen usw.

Nützliche Websites:

founded 1 year ago
MODERATORS
 

Artikel im Archiv

Interview mit dem amerikanischen ADHS-Experten Stephen Faraone.

In gewisser Weise ist das Interview auch eine Replik zum Artikel Have we been thinking A.D.H.D. all wrong? aus der New York Times, der hier bei Feddit im April gepostet wurde.

you are viewing a single comment's thread
view the rest of the comments
[–] Missy@feddit.org 3 points 5 months ago (2 children)

Ich sehe mich als neurotypisch. Im Kindesalter wurde ich diagnostiziert mit ADHS, klassisches zappeln und konzentrationsschwäche. Das verschwand irgendwie mit der Pubertät. Keine Ahnung. Gibt immer mal wieder memes von Leuten mit ADHS und oder Autismus mit denen ich mich identifiziere, aber in den Kommentaren stellen das andere Leute als Eigenschaften da welche nix mit diesen Diagnosen zu tun haben. Weis nicht mehr was ich eigentlich aussagen wollte damit. Bin definitiv neurotypisch, ich schwör

[–] PatrickYaa@feddit.org 4 points 5 months ago (1 children)

Ich nehm deinen Kommentar jetzt einfach mal für voll:

Meine Erklärung für das "verschwinden" von ADHS im Erwachsenenalter ist, dass man sich einfach über die Jahre, evtl. sogar spezifisch in der Pubertät aufgrund von peer pressure etc., Coping-Strategien zulegt.
Es gibt eben bestimmte Konventionen, denen man sich beugen muss und irgendwann passt man das Verhalten an, dass man mit anderen, neurotypischen Menschen klarkommt.
Die meisten neurodiversen Menschen "funktionieren" ja auch in der Gesellschaft, das heisst nicht dass es in denen drin einfach ist. Ab und zu kommt dann doch ein "Witz" durch, den keiner versteht, weil die Assoziationen nicht nachverfolgt werden können. Oder der Hyperfokus im Hobby wird als Talent oder Disziplin ausgelegt. ("Wenn du dich nur überall so engagieren würdest").

Trotzdem kann das belastend sein. Oder in die Depression führen, die aber auch nicht immer so ausgeprägt ist, dass man sich Hilfe holen will/kann.

[–] saimen@feddit.org 2 points 5 months ago (1 children)

Ich denke das Problem mit ADHS und Neurodivergenz ist einfach, dass sie insbesondere in der Kindheit "schwieriger" sind bzw. kleine Dinge schon traumatisch sind und sie daher eher Anpassungsstörungen oder andere Probleme haben, die aber eigentlich unabhängig von der Neurodivergenz sind. Habe immer öfter das Gefühl es gibt viele glückliche und funktionierende neurodivergente Erwachsene (oft sogar überdurchschnittlich erfolgreich) wenn es eben in der Entwicklung nicht zu überlagernden psychischen Problemen kam bzw. diese aufgearbeitet wurden.

[–] feldwespe@feddit.org 2 points 5 months ago

Es ist ja eigentlich recht einfach: Wenn Kinder nicht mit Gewalt auf Norm getrimmt werden, sondern in ihrer Unterschiedlichkeit gesehen, respektiert und unterstützt werden, können sie trotz ihrer Besonderheiten lernen, mit Herausforderungen umzugehen. Wenn sie jedoch von Eltern, Lehrkräften, Gleichaltrigen immer auf die Mütze kriegen, ist das halt ein extremer schlechter Ausgangspunkt. Die Toleranz gegenüber Vielfalt ist insgesamt ein gesellschaftliches Problem, das zu bearbeiten leider Jahrzehnte dauert.

[–] feldwespe@feddit.org 2 points 5 months ago

Das ist doch der angestrebte Idealfall: Dass man bei einem Kind die Besonderheit bemerkt, aber ihm den Raum bietet, trotz dieser Besonderheiten und ohne Druck groß zu werden. Du hattest Glück, und warst vermutlich nicht extremen Stress ausgesetzt aufgrund Deiner Symptomatik. Du wurdest wohl eher nicht regelmäßig nach der Schule eingesperrt, wenn alle anderen nach Hause durften. Nur weil Du ein ADHS-Kind warst. Und Du hättest von Deinen Eltern auch nicht eine weitere Strafe bekommen, weil Du zu spät nach Hause kamst.
Tatsächlich ist ADHS so definiert, dass Du ohne schwere Einschränkungen und Leidensdruck auch kein diagnostizierbares ADHS hast. Dennoch stimmt es schon, dass es nicht wirklich verschwunden ist (falls die Diagnose korrekt war). Die Abweichung in Genen und Hirnstoffwechsel bleibt - aber Du kannst sie optimal kompensieren.
Grundsätzlich gilt: Alle ADHS-Symptome kommen auch bei neurotypischen Menschen vor. Aber erst, wenn diese Symptome den Alltag extrem erschweren, ist es ADHS.