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[–] Waterpumpee@lemmus.org 11 points 1 day ago (1 children)

Ohne den Artikel zu lesen, wegen Paywall, bin ich zwiegespalten. Selbst ne Bude zu haben ohne, dass es dein Hauptberuf ist und man zig andere Objekte hat die Mietausfälle oder Beschädigungen abfangen, ist risikoreich. Da gibts am Kapitalmarkt deutlich risikoärmer Renditen bis 10%. Mit Ukrainekrieg sind Reparaturkosten und damit Gebäudeversicherungen deutlich gestiegen. Versucht mal n Handwerker zu finden der nicht Mondpreise aufruft oder pfuscht. Mit Mietpreisbremse sind Indexmieten normaliät. Mit den letzten Regierungen wurden Sanierungspflichten eingeführt für die Rücklagen gebildet werden müssen.

Wenn man eine Wohnung für 360.000 € kauft zahlt man 10-15% Nebenkosten. Weil Staat, Notar, Makler alle gern Prozentual etwas vom Kuchen ab wollen. Für 5% Mietrendiete müsste man 1600 € kalt dafür verlangen. Da sind dann Instandhaltung, Verwaltung nicht drin. Ich habe noch nie eine Immobillie für 360TE gesehen die für 1600 kalt im Monat vermietet ist.

[–] DrunkenPirate@feddit.org 7 points 1 day ago* (last edited 1 day ago) (2 children)

Ich habe den Artikel nicht gelesen, nur die Einleitung in der auf Steuervergünstigungen hingewiesen wird.

Ich denke, der ganze Artikel fußt auf der Erkenntnis der Autorin, dass man als Gewerbetriebender Assets (hier die Wohnung) Abschreiben kann.

Als Privatvermieter (Einzelunternehmer) bedeutet das, dass du über 30 Jahre deine 396.000€ in deiner Einkommenssteuer steuermindernd abschreiben kannst. Grob gesagt bei 42% Steuerbelastung würden das ca 166.000€ weniger bezahlte Einkommenssteuer bedeuten (0,42 x 396.000).

Ein seriöser Business Case wird aber NIE über eine Steuerersparnis positiv, sondern trägt sich selbst. Steuergesetze können sich in 30 Jahren ändern. Sowas ist ein Bonbon, sollte aber keine Baseline sein.

[–] HaiZhung@feddit.org 14 points 1 day ago (2 children)

Ist sowieso komplett hirnrissig dass Kaufen + vermieten steuerlich begünstigt wird; kaufen + selber drin leben aber nicht.

Es ist fast so als wollte die Regierung nicht dass wir Wohnraum besitzen

[–] brainwashed@feddit.org 1 points 1 day ago (3 children)

Ist sowieso komplett hirnrissig dass Kaufen + vermieten steuerlich begünstigt wird; kaufen + selber drin leben aber nicht.

Wird es ja in der Schweiz. Die Konsequenz daraus wäre, dass deine gesparte Miete als Einkommen zu versteuern wäre. Hast du da Bock drauf?

[–] HaiZhung@feddit.org 4 points 1 day ago (1 children)

Ja, weil Mieteinnahmen quasi leistungsfreies Einkommen ist. Wieso soll das steuerlich mehr begünstigt werden als Arbeit?

[–] brainwashed@feddit.org 1 points 1 day ago

Es wird nicht mehr begünstigt. Wenn du Aufwendungen für deine Arbeit hast, kannste die exakt genau so von der Steuer absetzen. Beim Vermieter sind das z.B. die Kapitalkosten, Abnutzung an der Wohnimmobilie.

[–] RDogPinK@feddit.org 2 points 1 day ago (1 children)

Aber irgendwie auch nicht rund. Dann müsste ich doch als Mieter meine Mietkosten auch absetzen können, nicht? ;)

[–] brainwashed@feddit.org 1 points 1 day ago

Nein. Der Besitzer hat ein Einkommen in Form einer nicht zu zahlenden Miete. Du hast das nicht.

[–] Melchior@feddit.org 1 points 1 day ago (1 children)

Warum ist das die Konsequenz? Man kann auch einfach die Abschreibungen streichen. Dann gibt es die Steuervorteile halt nicht und gut ist oder man erhöht die Steuer für Vermieter.

[–] brainwashed@feddit.org 1 points 1 day ago* (last edited 1 day ago) (1 children)

Weil die Absetzung Möglichkeiten Konsequenz, dessen sind, dass der Vermieter Aufwendungen für seinen Broterwerb hat. Hat jeder Arbeitnehmer oder Selbständige genau so. Das ist die Steuerlogik dahinter.

Warum daraus folgt, dass das ein Vorteil ist oder warum dann jetzt irgendwelche Steuern für Vermieter erhöht werden sollen, ist mir nicht klar. verstehst du, dass egal wie hoch die Steuern für Vermieter sind in jedem Fall 100 % dieser Steuern am Ende des Tages über die Vermietung reinkommen müssen? denkst du, dass es irgendeine Realität gibt, in der da Steuern erhöht werden und sich das nicht auf die Mieten auswirkt?

[–] Melchior@feddit.org 1 points 1 day ago* (last edited 1 day ago) (1 children)

denkst du, dass es irgendeine Realität gibt, in der da Steuern erhöht werden und sich das nicht auf die Mieten auswirkt?

Natürlich tut es das und ich finde das richtig. Steuern haben eine Lenkwirkung und ich finde es wichtig die Wohneigentumsquote und damit das Medianvermögen zu erhöhen. Außerdem kann man nicht so einfach die Mieten erhöhen.

[–] brainwashed@feddit.org 1 points 20 hours ago* (last edited 19 hours ago) (1 children)

ich finde es wichtig die Wohneigentumsquote und damit das Medianvermögen zu erhöhen

Auf Länderebene verglichen korrelieren Wohneigentumsquote und Medianvermögen leicht negativ miteinander. Vereinfacht: Je ärmer desto warscheinlicher im Eigenheim.

Schaue hier https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_countries_by_wealth_per_adult und https://en.wikipedia.org/wiki/Owner-occupancy

Wie kommst du darauf, das eine von dem anderen abhängt?

[–] Melchior@feddit.org 1 points 18 hours ago (1 children)

Weil Deutschland von den vergleichbaren Ländern, sprich ähnlicher BIP pro Kopf, das niedrigste Medianvermögen hat. Gleichzeitig ist die Wohneigentumsquote auch fast die niedrigste. Nur die Schweiz und Österreich sind niedriger. Wobei Österreich auch nur ein leicht höheres Medianvermögen als Deutschland hat. Es ergibt für mich auch einfach Sinn, das Menschen die nicht erben sparen müssen. Das tut man meistens durch ein Eigenheim oder durch eine private Rente.

[–] brainwashed@feddit.org 1 points 17 hours ago* (last edited 17 hours ago) (1 children)

Das mag einfach Sinn ergeben aber ergibt global gesehen keine positive Korrelation. Schon innerhalb der G20 nicht. Und so wie Deutschland in der Vergangenheit getickt hat werden, wenn Eigenheimkauf gefördert wird, so viele Bedingungen dazu gedichtet, dass faktisch niemand diese Förderung bekommt. Also Förderung ja aber nur, wenn mindestens zwei Kinder und ganz wenig jährliches Pro-Kopf-Einkommen und bitte nach übertriebenem Energiestandard und nur mit zertifizierten Handwerksbetrieben etc. PP. Auch bekannt als: Politik möchte behaupten sie fördere Wohneigentum, ohne tatsächlich das Geld dafür locker machen zu wollen.

[–] Melchior@feddit.org 2 points 17 hours ago* (last edited 17 hours ago) (1 children)

Die G20 sind halt auch nicht unbedingt mit Deutschland vergleichbar was BIP pro Kopf angeht. Wenn man das anpasst und den Vermögens Gini nimmt und man auf die EU schaut, dann sieht das so aus:

https://www.eurofound.europa.eu/en/publications/all/a-picture-of-wealth-inequality-across-eu-member-states

Übrigens ganz wichtig:

In 2021, housing net wealth accounted for 63% of total net wealth on average across EU Member States.

[–] brainwashed@feddit.org 1 points 17 hours ago (1 children)

Heisst dann ja grob je gleicher das vermögen verteilt, desto weniger Immobilienbesitz. Vermögensgini und Medianvermögen korreliert in den G20 Ländern auch eher negativ, also je gleicher desto ärmer.

Der starke Mietmarkt schafft halt ein nichtfinanzielles Asset in Form eines nahezu unkündbaren Wohnrechts unter Marktmiete für einige Mieter. Nur kannste das weder mitnehmen noch verpfänden noch veräußern.

[–] Melchior@feddit.org 1 points 16 hours ago (1 children)

Heisst dann ja grob je gleicher das vermögen verteilt, desto weniger Immobilienbesitz. Vermögensgini und Medianvermögen korreliert in den G20 Ländern auch eher negativ, also je gleicher desto ärmer.

Da gibt es auch Länder wie China und Russland, die ihren Bürgern beim Übergang zum Kapitalismus Wohnungen quasi geschenkt haben. Das haben übrigens die meisten Länder so gemacht, sieht man auch in der EU. Dann sind Immobilien auch gut gegen Inflation, was natürlich in armen Ländern eher ein Problem ist.

Der starke Mietmarkt schafft halt ein nichtfinanzielles Asset in Form eines nahezu unkündbaren Wohnrechts unter Marktmiete für einige Mieter. Nur kannste das weder mitnehmen noch verpfänden noch veräußern.

In den meisten Ländern kann der Vermieter die Miete recht frei erhöhen. Daher eher nein.

[–] brainwashed@feddit.org 1 points 15 hours ago* (last edited 15 hours ago)

Ob das von China und Russland gute Policies waren, lasse ich mal dahingestellt. Qualitativ nicht zu vergleichen mit Wohnungen bei den bösen Kapitalisten, weil wie in der DDR zwar billig aber dafür katastrophal und instandgehalten.

Heute ist die Wohneigentumsquote hoch, weil die Bürger in nicht viel anderes investieren dürfen. Ergebnis ist ne Immobilienblase die langfristig nicht gut für das Vermögen der Leute sein wird.

Ich meine mit starkem Mietmarkt einen mit vielen Rechte für Mieter. Was in den meisten Märkten ist hat damit wenig zu tun.

[–] DrunkenPirate@feddit.org 4 points 1 day ago* (last edited 1 day ago)

Ja, finde ich auch blöd.

Es gibt auch windige Konstrukte, wo man eine Firma gründet, die ein Haus kauft und dann an sich selbst vermietet. Ziel ist da die Steuerersparnis. Ist aber vermutlich eher was für Steuerberater oder Hobby- Steuerexperten. Da lauern überall die Fettnäpfchen.

[–] brainwashed@feddit.org 2 points 1 day ago (1 children)

Zumal die maximal einzusparende Einkommenssteuer ja auch durch das Einkommen begrenzt ist. Und wenn man das hochschraubt, also sämtliche Mieteinnahmen und eigenes Einkommen mit Zinsen / Modernisierung auf null bekommt ist das einerseits ein Vollzeitjob, andererseits krass riskant.

[–] DrunkenPirate@feddit.org 1 points 20 hours ago* (last edited 20 hours ago) (1 children)

Ja und Nein.

Ja, es wäre mir auch zu riskant und ich hätte keinen Bock ständig hohe Kredite auf der Backe zu haben.

Nein, weil andererseits die Banken das Haus als Kreditsicherheit haben. Die einzige Wertanlage bei der das easy geht. Wenn’s schief geht dann ist das Haus weg und im schlimmsten Fall noch einige Tausender Schulden. Aber eben nicht alles.

Die Leute, die das ganz extrem treiben, können schnell überreich werden. Du hast ja immer Immobilien zum Beleihen, bekommst also immer Kredit. Die Banken freuen sich über solche Kunden. Das Schneeballsystem kann dann aber einfallen, wenn die Immopreise mal nicht steigen oder Corona/Homeoffice die Landschaft ändert. Das sehen wir ja bei der DeutschenWohnen, Rene Benko und die ganzen Immobilienentwickler und auch in China.

Die schlauen von denen, versuchen dann rechtzeitig viel Geld in andere Firmen und Kassen umzuleiten, damit das dann nicht mehr pfändbar ist.

[–] brainwashed@feddit.org 0 points 20 hours ago* (last edited 20 hours ago)

Nein, weil andererseits die Banken das Haus als Kreditsicherheit haben. Die einzige Wertanlage bei der das easy geht. Wenn’s schief geht dann ist das Haus weg und im schlimmsten Fall noch einige Tausender Schulden. Aber eben nicht alles.

Easy ist es mittlerweile bei Brokern z.B. für ETF Depots auch. Siehe Scalable capital. Wenn auch nicht ganz so attraktiv, weil variabler Zinssatz, nicht Absetzbarkeit von Zinskosten.