this post was submitted on 14 Jul 2026
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Ist sowieso komplett hirnrissig dass Kaufen + vermieten steuerlich begünstigt wird; kaufen + selber drin leben aber nicht.
Es ist fast so als wollte die Regierung nicht dass wir Wohnraum besitzen
Wird es ja in der Schweiz. Die Konsequenz daraus wäre, dass deine gesparte Miete als Einkommen zu versteuern wäre. Hast du da Bock drauf?
Ja, weil Mieteinnahmen quasi leistungsfreies Einkommen ist. Wieso soll das steuerlich mehr begünstigt werden als Arbeit?
Es wird nicht mehr begünstigt. Wenn du Aufwendungen für deine Arbeit hast, kannste die exakt genau so von der Steuer absetzen. Beim Vermieter sind das z.B. die Kapitalkosten, Abnutzung an der Wohnimmobilie.
Aber irgendwie auch nicht rund. Dann müsste ich doch als Mieter meine Mietkosten auch absetzen können, nicht? ;)
Nein. Der Besitzer hat ein Einkommen in Form einer nicht zu zahlenden Miete. Du hast das nicht.
Warum ist das die Konsequenz? Man kann auch einfach die Abschreibungen streichen. Dann gibt es die Steuervorteile halt nicht und gut ist oder man erhöht die Steuer für Vermieter.
Weil die Absetzung Möglichkeiten Konsequenz, dessen sind, dass der Vermieter Aufwendungen für seinen Broterwerb hat. Hat jeder Arbeitnehmer oder Selbständige genau so. Das ist die Steuerlogik dahinter.
Warum daraus folgt, dass das ein Vorteil ist oder warum dann jetzt irgendwelche Steuern für Vermieter erhöht werden sollen, ist mir nicht klar. verstehst du, dass egal wie hoch die Steuern für Vermieter sind in jedem Fall 100 % dieser Steuern am Ende des Tages über die Vermietung reinkommen müssen? denkst du, dass es irgendeine Realität gibt, in der da Steuern erhöht werden und sich das nicht auf die Mieten auswirkt?
Natürlich tut es das und ich finde das richtig. Steuern haben eine Lenkwirkung und ich finde es wichtig die Wohneigentumsquote und damit das Medianvermögen zu erhöhen. Außerdem kann man nicht so einfach die Mieten erhöhen.
Auf Länderebene verglichen korrelieren Wohneigentumsquote und Medianvermögen leicht negativ miteinander. Vereinfacht: Je ärmer desto warscheinlicher im Eigenheim.
Schaue hier https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_countries_by_wealth_per_adult und https://en.wikipedia.org/wiki/Owner-occupancy
Wie kommst du darauf, das eine von dem anderen abhängt?
Weil Deutschland von den vergleichbaren Ländern, sprich ähnlicher BIP pro Kopf, das niedrigste Medianvermögen hat. Gleichzeitig ist die Wohneigentumsquote auch fast die niedrigste. Nur die Schweiz und Österreich sind niedriger. Wobei Österreich auch nur ein leicht höheres Medianvermögen als Deutschland hat. Es ergibt für mich auch einfach Sinn, das Menschen die nicht erben sparen müssen. Das tut man meistens durch ein Eigenheim oder durch eine private Rente.
Das mag einfach Sinn ergeben aber ergibt global gesehen keine positive Korrelation. Schon innerhalb der G20 nicht. Und so wie Deutschland in der Vergangenheit getickt hat werden, wenn Eigenheimkauf gefördert wird, so viele Bedingungen dazu gedichtet, dass faktisch niemand diese Förderung bekommt. Also Förderung ja aber nur, wenn mindestens zwei Kinder und ganz wenig jährliches Pro-Kopf-Einkommen und bitte nach übertriebenem Energiestandard und nur mit zertifizierten Handwerksbetrieben etc. PP. Auch bekannt als: Politik möchte behaupten sie fördere Wohneigentum, ohne tatsächlich das Geld dafür locker machen zu wollen.
Die G20 sind halt auch nicht unbedingt mit Deutschland vergleichbar was BIP pro Kopf angeht. Wenn man das anpasst und den Vermögens Gini nimmt und man auf die EU schaut, dann sieht das so aus:
https://www.eurofound.europa.eu/en/publications/all/a-picture-of-wealth-inequality-across-eu-member-states
Übrigens ganz wichtig:
Heisst dann ja grob je gleicher das vermögen verteilt, desto weniger Immobilienbesitz. Vermögensgini und Medianvermögen korreliert in den G20 Ländern auch eher negativ, also je gleicher desto ärmer.
Der starke Mietmarkt schafft halt ein nichtfinanzielles Asset in Form eines nahezu unkündbaren Wohnrechts unter Marktmiete für einige Mieter. Nur kannste das weder mitnehmen noch verpfänden noch veräußern.
Da gibt es auch Länder wie China und Russland, die ihren Bürgern beim Übergang zum Kapitalismus Wohnungen quasi geschenkt haben. Das haben übrigens die meisten Länder so gemacht, sieht man auch in der EU. Dann sind Immobilien auch gut gegen Inflation, was natürlich in armen Ländern eher ein Problem ist.
In den meisten Ländern kann der Vermieter die Miete recht frei erhöhen. Daher eher nein.
Ob das von China und Russland gute Policies waren, lasse ich mal dahingestellt. Qualitativ nicht zu vergleichen mit Wohnungen bei den bösen Kapitalisten, weil wie in der DDR zwar billig aber dafür katastrophal und instandgehalten.
Heute ist die Wohneigentumsquote hoch, weil die Bürger in nicht viel anderes investieren dürfen. Ergebnis ist ne Immobilienblase die langfristig nicht gut für das Vermögen der Leute sein wird.
Ich meine mit starkem Mietmarkt einen mit vielen Rechte für Mieter. Was in den meisten Märkten ist hat damit wenig zu tun.
Ja, finde ich auch blöd.
Es gibt auch windige Konstrukte, wo man eine Firma gründet, die ein Haus kauft und dann an sich selbst vermietet. Ziel ist da die Steuerersparnis. Ist aber vermutlich eher was für Steuerberater oder Hobby- Steuerexperten. Da lauern überall die Fettnäpfchen.