this post was submitted on 11 Jun 2026
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[–] schnurrito@discuss.tchncs.de 5 points 1 week ago (2 children)

Ich bin ja auch kein riesiger Fan von "milliardenschweren Techkonzernen" und deren Kommerzialisierung des Internets.

Aber aller Effekt, den zusätzliche staatliche Regulierung des Internets (und Alterskontrollen sind eine solche) haben kann und jemals haben wird, ist, sicherzustellen, dass nur Unternehmen mit ausreichend Umsatz, um die Kosten für die Einhaltung dieser Regulierung zu decken, im Internet irgendetwas betreiben können. Das sind dann genau die Techfirmen, die wir nicht mögen. Glaubst du, Fediverse-Instanzen werden eher Alterskontrollen einführen oder zusperren?

Wenn man das Internet reguliert, weil man die Geschäftspraktiken von Facebook bekämpfen will, wird auch nur Facebook im Internet übrig bleiben.

[–] Tacky4092@feddit.org 0 points 1 week ago

Richtiger Dulli Take. Der Ethikrat sagt, hört auf die Symptome mit halbgaren Lösungen zu bekämpfen und geht an die Wurzel.

Das "Wie"der technischen und rechtlichen Umsetzung ist überhaupt nicht Thema des Ethikrats.

[–] DrunkenPirate@feddit.org -4 points 1 week ago* (last edited 1 week ago) (3 children)

Also fröhlich so weitermachen wie bisher. Na bravo

Viel Spaß mit deinen Kindern. Gibt ja jetzt auch so geile Brillen von Zuck. Das wird gaaanz toll mit der Medienkompetenz, die die Kinder dadurch lernen. Vorallem die in der Grundschule. Man sollte ja möglichst früh mit Gefahren in Berührung kommen, damit man auch früh lernen kann.

[–] CyberEgg@discuss.tchncs.de 8 points 1 week ago* (last edited 1 week ago)

Wie kommst du darauf, dass das die beiden einzigen möglichen Optionen wären, Alterskontrolle oder unbegrenzt? Nur weil du nicht willst, dass Milliardenkonzerne, die mit gesundheits- und gesellschaftsschädigenden Produkten Profit auf dem Rücken aller machen, diese Produkte aufgeben oder ihr Geschäftsmodell anpassen müssten?

[–] Micromot@piefed.social 6 points 1 week ago (1 children)

Das hat die Person doch garnicht behauptet. Der Punkt ist, dass Altersbeschränkungen der falsche Ansatz für das reale Problem sind

[–] DrunkenPirate@feddit.org 3 points 1 week ago (1 children)

Ah, okay. Was ist denn das reale Problem für dich?

[–] Micromot@piefed.social 1 points 2 days ago (1 children)

Naja das angebliche Problem ist, dass Kinder und Jugendliche zu viel Social Media nutzen bzw zu viel im Internet sind. Dieses Problem wird durch eine Alterbeschränkung aber nur oberflächlich bearbeitet ohne zu bedenken warum diese Zielgruppe sich so verhält oder warum Social Media für diese in der aktuellen Situation sinnvoll erscheint

[–] DrunkenPirate@feddit.org 1 points 2 days ago (1 children)

Ich merke an Deiner Fragestellung, dass du, wie so oft in dieser Diskussion, einen Teenager im Alter von 14-18 Jahren vor Augen hast.

Denn ein 8 jähriges Kind wirst du sicher nicht fragen, warum es Social Media für sinnvoll hält, oder? Falls ja, was glaubst du was ein Kind dir antworten wird?

[–] Micromot@piefed.social 1 points 2 days ago (1 children)

Ich denke persönlich, das kinder vor dem Alter von 12 noch kein vollständiges Smartphone besitzen sollten. Davor finde ich maximal ein mit den Eltern geteiltes oder durch parental Controls beschränktes Gerät akzeptabel. Es gibt auch nicht wirklich einen Grund vor der weiterführenden Schule ein eigenes Smartphone zu besitzen.

14-18 jährige sind nun mal die primäre Zielgruppe von Social Media und auch das Hauptthema der Debatte, weshalb ich mich auch auf diese Gruppe beziehe.

[–] DrunkenPirate@feddit.org 0 points 2 days ago (1 children)

Mit 12 Jahren bist meist in der 6 oder 7. Klasse. Das ist doch komplett unrealistisch, die Kinder bis dahin von Smartphones fernzuhalten. Das fängt schon in der dritten Klasse an (9 Jahre).

Der sogenannte Netzwerkeffekt sorgt dafür, dass man (a) sein Kind zum Aussenseiter katapultiert ohne SM oder (b) der Scheiss mit dem ständigen Kontrollieren anfängt.

Da du offensichtlich keine Kinder unter 12 Jahren hast, lass dir gesagt sein: Es ist nicht möglich die Handynutzung der Kinder einzuschränken. Nur das Handy wegnehmen funktioniert zuverlässig. Also Handy abends auf dem Küchentisch. Musst du allerdings immer wieder einfordern. Parental control ist ein Witz. Es nervt. Man ist immer der Böse und trotzdem wird es oft umgangen. Oder Social Engineering bei der gestressten Mutter für mehr Appzeit.

Diese bekackte Situation hast du nicht, wenn eine Altersbeschränkung kommt. Gerne auch für Smartphones allgemeine, nicht nur SM.

Ich finde es eine Frechheit, Kinder und Jugendliche eine suchterzeugende, konsumsteigernde und Überwachungsphantasie-anregende Technologie auszusetzen und dann als Regierung den Eltern zu sagen - IHR MÜSST DOCH EINFACH NUR MEHR MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN dann wird alles gut. Nix wird gut.

Ich kenne mich Medien, Medienkritik, Informatik und Technologie ganz gut aus. Und ich schaffe es auch nicht meinen Kindern einen bewussten Umgang mit dem Handy und SM beizubringen. Geschweige denn ChatGPT. Wie zum Teufel sollen es bitte Eltern ohne diesen Hintergrund schaffen? Gar nicht sage ich dir.

Ich weiß wo meine Grenzen sind. Und gegen diese Metastruktur von Handy, SM, Chatbots, Apps undsoweiter kann ich als kleiner Mensch nicht ankämpfen. Da muss die Regierung übergeordnet ansetzen.

[–] Micromot@piefed.social 1 points 2 days ago* (last edited 2 days ago) (1 children)

Das habe ich schon verstanden, dass das Problem ist. Nur ist ein flächendeckendes Verbot keine Lösung, weil nur das Symptom behandelt wird. Das darunterliegende Problem, dass junge Menschen nicht mehr wirklich die Gelegenheiten bekommen sich sozial im echten leben zu unterhalten, wird damit nur schlimmer.

Eine Altersbeschränkung ist keine Lösung, da so extrem sensible Daten, welche sehr leicht für Massenüberwachung und noch stärkere Algorithmen genutzt werden können, so gesammelt werden.

Wenn die Regierung etwas tun soll, dann muss sie die Konzerne einschränken, welche bewusst Suchtmechanismen in ihre Apps einbauen und nicht die Überwachung fördern oder die sozialen Möglichkeiten für junge Menschen und Minderheiten einschränken.

Stell dir vor dein Kind wäre queer, es gibt aber im erweiterten Umfeld keine queeren Menschen. Würde es dem Kind besser gehen, wenn auch noch die Möglichkeit, online Kontakte zu knüpfen entfernt wird?

[–] DrunkenPirate@feddit.org 0 points 2 days ago* (last edited 2 days ago) (1 children)

Ich verstehe das Argument Überwachung absolut nicht und halte es für vorgeschoben.

Eine Altersbeschränkung ist keine Lösung, da so extrem sensible Daten, welche sehr leicht für Massenüberwachung und noch stärkere Algorithmen genutzt werden können, so gesammelt werden.

Denn bei einem Verbot unter 16 müsste man sich erst ab 16 ausweisen. Um eine SIM-Karte zu bekommen, musst du dich auch jetzt schon ausweisen. Mal so am Rande. Wo ist da das Problem?

Überwachung?!?! Hast du eine Idee wie gläsern wir bereits sind? Die Werbeindustrie weiß alles über uns und unsere Daten (Bewegungsdaten, Surfdaten, Kaufdaten,…) werden in immer größere Töpfen aggregiert. Du bist JETZT schon nicht mehr anonym im Netz. 3-4 Datenpunkte reichen, um dich im Big Data Topf zu finden. Wie Studien gezeigt haben. Aber das ist allen egal, weil ist halt so im Netz, oder?

In Summe gibt es bereits Ausweispflicht für Handys und Überwachung.

Stell dir vor dein Kind wäre queer, es gibt aber im erweiterten Umfeld keine queeren Menschen. Würde es dem Kind besser gehen, wenn auch noch die Möglichkeit, online Kontakte zu knüpfen entfernt wird?

Sorry, aber muss man für den Vorteil einer Minderheit den Nachteil für die Mehrheit in Kauf nehmen? Nach meinem Demokratieverständnis nicht. Den Nachteil einer Minderheit sollte man glattbügeln, aber einen Vorteil einiger paar müssen viele erleiden?

Wo machst du dann die Grenze? Ein paar Überreiche dürfen weiterhin im Privatflieger jetten, weil sie unter sich bleiben möchten, aber alle anderen Normalos nicht? Mal so als krasses Beispiel. Nö, finde ich ungerecht.

Edit: Es spricht ja nichts dagegen, dass sich queere Menschen per Laptop online austauschen. Muss ja nicht über den Suchtfaktor Smartphone laufen.

[–] Micromot@piefed.social 1 points 2 days ago (1 children)

Das Beispiel mit den Überreichen ist absolut nicht vergleichbar mit einer gesllschaftlich diskriminierten Gruppe. Es ist nur das Beispiel, wenn im realen Leben Kontakte nicht ausreichen, was ja über Jahre durch Social Media ausgefüllt wurde. Es gilt also nicht nur für queere Personen.

Zur Überwachung finde, ich das Argument generell schlecht, weil bestehende Überwachung nicht noch mehr berechtigt. Nur weil Konzerne den Namen etc. schon kennen besitzen sie noch lange nicht den vollständigen Ausweis bzw. Führerschein.

Warum soll denn auf Biegen und Brechen für die Konzerne alles gleich bleiben? Warum kann man nicht Algorithmen und Suchtmechanismen für Social Media verbieten. Altersbeschränkungen und Verbote bieten keine Alternative zu dem was uns über Jahre genommen und durch Social Media ausgenutzt wurde. Es muss erst die Alternative stehen, damit ein Verbot nicht mehr Schaden anrichtet, als es verbessert.

Damit reicht es mir mit der Debatte, da du die Perspektive einer Betroffenen Person nicht nachvollziehen willsy oder kannst. So erscheint es mir zumindest aus unserer Diskussion und den anderen Kommentaren aus dem Thread.

Dankeschön und Tschüss

[–] DrunkenPirate@feddit.org 2 points 1 day ago

Denke es ist auch alles gesagt.

Erschreckend egoistisch finde ich allerdings die verkürzte Sicht nur queere Menschen wären vom Verbot betroffen.

Grundschulkinder und unter 14 jährige sind es jetzt schon und kämpfen mit den negativen Auswüchsen. Genauso wie deren Eltern.

[–] schnurrito@discuss.tchncs.de 1 points 1 week ago (1 children)

Ich hab nicht vor, jemals für mich selbst oder allfällige Kinder Smartglasses zu kaufen (oder Kindern überhaupt zu sagen, dass das etwas ist, was existiert).

Je nachdem, was man genau für Probleme identifiziert, kann man sich dafür schon Lösungen überlegen, allerdings ist mir nicht klar, welche Probleme du überhaupt genau siehst. Beispielsweise hab ich vor ein paar Wochen hier https://discuss.tchncs.de/post/60711195 beschrieben, wie man einen mehr als 20 Jahre alten Ansatz wieder verfolgen könnte ...

[–] DrunkenPirate@feddit.org 2 points 1 week ago (1 children)

Dann lass mich das Kernproblem mal aus Vogelperspektive beschreiben:

Wir geben unseren Kinder heutzutage ab dem Alter von 8 Jahren einen Taschencomputer in die Hand, den sie ab da immer bei sich tragen. Dieser Taschencomputer nimmt durch Benutzung und pure Anwesenheit (immer) Einfluss auf die Gedanken und das Verhalten unserer Kinder. Im schlimmsten Falle verursacht es körperlich Haltungsschäden oder Unfälle durch Unachtsamkeit für die Umwelt. Die Software auf diesen Taschencomputern ist so gestaltet, dass sie immer Aufmerksamkeit der Kinder verlangen. Das bewirkt besagte Verhaltensveränderung, Konzentrationsstörungen und weniger soziale Interaktion mit ihren Freunden, die gerade um sie herum sind. Daneben werden durch die Inhalte auch stereotypische Weltbilder verbreitet (Social Media, AI Chatbots), die die weitere Persönlichkeitsentwicklung der Kinder beeinflussen.

Und die Gesellschaft und alten Ethikmenschen sagen, die Eltern sollen es richten. Warum wird sowas nicht verboten und erst ab einem gewissen Alter erlaubt?

Machen wir bei Alkohol, Pornografie, Sex, Tabak, Autofahren usw auch. Zum Schutz der Kinder.

[–] schnurrito@discuss.tchncs.de 0 points 1 week ago (1 children)

Die Software auf diesen Taschencomputern ist so gestaltet, dass sie immer Aufmerksamkeit der Kinder verlangen.

Manche Software, die man darauf installieren kann (nicht muss).

Klingt so, als sei die Lösung hierfür, so wie für fast alles bei Computern, freie und quelloffene Software. Die hat dann nämlich erstens keinen Anreiz, eben das zu tun, und wenn sie es doch tut, kann es davon auch Versionen geben, die es nicht tun.

Ich würde bei Kindern in dem Alter ernsthaft überlegen, ihnen ein GNU/Linux-Smartphone zu geben. iPhone käme mir ohnehin nicht ins Haus und Kinder brauchen nicht einmal unbedingt ein Android-Handy.

und weniger soziale Interaktion mit ihren Freunden, die gerade um sie herum sind

Alternativer Gedankengang: Eine Möglichkeit, Mobbing seitens der anderen Kinder, die "gerade um sie herum sind", zu entkommen und es besser zu ignorieren.

[–] DrunkenPirate@feddit.org 1 points 1 week ago

Sorry, aber du verlierst dich in Detaillösungen und übersiehst das strukturelle Problem.