this post was submitted on 11 Jun 2026
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Mit 12 Jahren bist meist in der 6 oder 7. Klasse. Das ist doch komplett unrealistisch, die Kinder bis dahin von Smartphones fernzuhalten. Das fängt schon in der dritten Klasse an (9 Jahre).
Der sogenannte Netzwerkeffekt sorgt dafür, dass man (a) sein Kind zum Aussenseiter katapultiert ohne SM oder (b) der Scheiss mit dem ständigen Kontrollieren anfängt.
Da du offensichtlich keine Kinder unter 12 Jahren hast, lass dir gesagt sein: Es ist nicht möglich die Handynutzung der Kinder einzuschränken. Nur das Handy wegnehmen funktioniert zuverlässig. Also Handy abends auf dem Küchentisch. Musst du allerdings immer wieder einfordern. Parental control ist ein Witz. Es nervt. Man ist immer der Böse und trotzdem wird es oft umgangen. Oder Social Engineering bei der gestressten Mutter für mehr Appzeit.
Diese bekackte Situation hast du nicht, wenn eine Altersbeschränkung kommt. Gerne auch für Smartphones allgemeine, nicht nur SM.
Ich finde es eine Frechheit, Kinder und Jugendliche eine suchterzeugende, konsumsteigernde und Überwachungsphantasie-anregende Technologie auszusetzen und dann als Regierung den Eltern zu sagen - IHR MÜSST DOCH EINFACH NUR MEHR MEDIENKOMPETENZ VERMITTELN dann wird alles gut. Nix wird gut.
Ich kenne mich Medien, Medienkritik, Informatik und Technologie ganz gut aus. Und ich schaffe es auch nicht meinen Kindern einen bewussten Umgang mit dem Handy und SM beizubringen. Geschweige denn ChatGPT. Wie zum Teufel sollen es bitte Eltern ohne diesen Hintergrund schaffen? Gar nicht sage ich dir.
Ich weiß wo meine Grenzen sind. Und gegen diese Metastruktur von Handy, SM, Chatbots, Apps undsoweiter kann ich als kleiner Mensch nicht ankämpfen. Da muss die Regierung übergeordnet ansetzen.
Das habe ich schon verstanden, dass das Problem ist. Nur ist ein flächendeckendes Verbot keine Lösung, weil nur das Symptom behandelt wird. Das darunterliegende Problem, dass junge Menschen nicht mehr wirklich die Gelegenheiten bekommen sich sozial im echten leben zu unterhalten, wird damit nur schlimmer.
Eine Altersbeschränkung ist keine Lösung, da so extrem sensible Daten, welche sehr leicht für Massenüberwachung und noch stärkere Algorithmen genutzt werden können, so gesammelt werden.
Wenn die Regierung etwas tun soll, dann muss sie die Konzerne einschränken, welche bewusst Suchtmechanismen in ihre Apps einbauen und nicht die Überwachung fördern oder die sozialen Möglichkeiten für junge Menschen und Minderheiten einschränken.
Stell dir vor dein Kind wäre queer, es gibt aber im erweiterten Umfeld keine queeren Menschen. Würde es dem Kind besser gehen, wenn auch noch die Möglichkeit, online Kontakte zu knüpfen entfernt wird?
Ich verstehe das Argument Überwachung absolut nicht und halte es für vorgeschoben.
Denn bei einem Verbot unter 16 müsste man sich erst ab 16 ausweisen. Um eine SIM-Karte zu bekommen, musst du dich auch jetzt schon ausweisen. Mal so am Rande. Wo ist da das Problem?
Überwachung?!?! Hast du eine Idee wie gläsern wir bereits sind? Die Werbeindustrie weiß alles über uns und unsere Daten (Bewegungsdaten, Surfdaten, Kaufdaten,…) werden in immer größere Töpfen aggregiert. Du bist JETZT schon nicht mehr anonym im Netz. 3-4 Datenpunkte reichen, um dich im Big Data Topf zu finden. Wie Studien gezeigt haben. Aber das ist allen egal, weil ist halt so im Netz, oder?
In Summe gibt es bereits Ausweispflicht für Handys und Überwachung.
Sorry, aber muss man für den Vorteil einer Minderheit den Nachteil für die Mehrheit in Kauf nehmen? Nach meinem Demokratieverständnis nicht. Den Nachteil einer Minderheit sollte man glattbügeln, aber einen Vorteil einiger paar müssen viele erleiden?
Wo machst du dann die Grenze? Ein paar Überreiche dürfen weiterhin im Privatflieger jetten, weil sie unter sich bleiben möchten, aber alle anderen Normalos nicht? Mal so als krasses Beispiel. Nö, finde ich ungerecht.
Edit: Es spricht ja nichts dagegen, dass sich queere Menschen per Laptop online austauschen. Muss ja nicht über den Suchtfaktor Smartphone laufen.
Das Beispiel mit den Überreichen ist absolut nicht vergleichbar mit einer gesllschaftlich diskriminierten Gruppe. Es ist nur das Beispiel, wenn im realen Leben Kontakte nicht ausreichen, was ja über Jahre durch Social Media ausgefüllt wurde. Es gilt also nicht nur für queere Personen.
Zur Überwachung finde, ich das Argument generell schlecht, weil bestehende Überwachung nicht noch mehr berechtigt. Nur weil Konzerne den Namen etc. schon kennen besitzen sie noch lange nicht den vollständigen Ausweis bzw. Führerschein.
Warum soll denn auf Biegen und Brechen für die Konzerne alles gleich bleiben? Warum kann man nicht Algorithmen und Suchtmechanismen für Social Media verbieten. Altersbeschränkungen und Verbote bieten keine Alternative zu dem was uns über Jahre genommen und durch Social Media ausgenutzt wurde. Es muss erst die Alternative stehen, damit ein Verbot nicht mehr Schaden anrichtet, als es verbessert.
Damit reicht es mir mit der Debatte, da du die Perspektive einer Betroffenen Person nicht nachvollziehen willsy oder kannst. So erscheint es mir zumindest aus unserer Diskussion und den anderen Kommentaren aus dem Thread.
Dankeschön und Tschüss
Denke es ist auch alles gesagt.
Erschreckend egoistisch finde ich allerdings die verkürzte Sicht nur queere Menschen wären vom Verbot betroffen.
Grundschulkinder und unter 14 jährige sind es jetzt schon und kämpfen mit den negativen Auswüchsen. Genauso wie deren Eltern.