Hab vor ca. 2 Jahren das Hobby erstmal auf Eis gelegt, v.a. aus Frust sowie privaten UmstÀnden.
Habe deshalb auch einige FlĂŒssigmyzelspritzen entweder entsorgt oder aufgebraucht, weil viele davon ohnehin schon altersschwach wurden.
Das einzige, was ich mir aufgehoben habe, waren meine SchrĂ€gagar-Röhrchen als Langzeitkonservierung, weil ich auch ein paar Sorten selbst geklont oder komplett aus Sporen herangezĂŒchtet habe.

Darunter ist zum Beispiel ein Albino-Kastanienseitling oder Turkey Tail, die ich mir aus Sporenabstrichen isoliert und die letzten ~3 Jahre im KĂŒhlschrank bei 4°C gelagert habe.
In dem lÀnglichen Schraubglas ist ein eher nÀhrstoffreiches Medium, das mit einer sehr hohen Menge Agar geliert und sterilisiert wurde. Durch die KÀlte, hohen NÀhrstoffgehalt und hartem Agar wird das Wachstum der Pilzkulturen stark eingehemmt und das Altern kann dadurch verlangsamt werden.
Das HolzstĂ€bchen und gleichbleibende Temperatur im GemĂŒsefach sorgt fĂŒr gleichmĂ€Ăige Bedingungen.
Vielleicht baue ich meine sterile Werkbank wieder auf und mache mir mit einem der Samples eine Starterkultur. Mal ĂŒberlegen, ob es mir das wert ist?
Jetzt aber noch eine gute Nachricht: Ich hab geplant, mit dem Pilz-Growen weiter zu machen!
Dieses Mal aber simpler.
Mich haben die Posts hier in der Community inspiriert, v.a. mit den unsterilen Methoden a la Hanfmatte und co.
Ich möchte das v.a. Outdoor auf meinem Balkon machen, sobald der nasskalte Herbst einsetzt.
Zuvor hab ich mit einem sehr nĂ€hrstoffreichen Mix gearbeitet, wo die Growbags je einzeln fĂŒr 2 Stunden in den Schnellkochtopf mussten, was sehr zeitintensiv und nervig war.
Durch einen nĂ€hrstoffarmen Mix und "einfachen" Sorten mit Widerstandskraft braucht man nicht mehr so krass sterilisieren und muss sich weniger Sorgen um Kontamination machen. Vor allem praktisch fĂŒr Outdoor :)
Ich werde als Substrat dieses Mal reine Holzpellets, ohne Sojaspelzen, mit etwas Gips und Perlit als ZusĂ€tze. Das mit Perlit ist neu, damit erhoffe ich mir eine bessere Luftversorgung (Myzelgesundheit) und gleichzeitig ordentlich Wasserspeicher fĂŒr mehr Ertrag đȘ
Als Starterkultur werde ich testweise vielleicht mal Kokosfasern in schwachem FlĂŒssigmedium trĂ€nken und beimpfen. Inspiriert von dem Beitrag mit der Hanffasermatte.
In der Theorie sollte das, nachdem es durchwachsen wurde, deutlich nĂ€hrstoffarmer sein als Körnerbrut, und dementsprechend geringeres Kontaminationsrisiko im finalen Substrat haben. Mal schauen, ob das klappt đ
Ich hab vor, mir 2 oder 3 FlĂŒssigmyzele zu bestellen und diese dann ca. 1:10 VerhĂ€ltnis zu vermehren.
Im Juli bis August kommt dann das Beimpfen, und September bis November, je nach Wetter, stehen sie drauĂen und können hoffentlich fruchten.