Ich glaube, es gibt einerseits einen "Sprachpurismus" der versucht Dinge in Sprachen zu integrieren, aber eben nicht als Fremdwort, sondern als Sprach eigenes Wort das dann aus der Sprache selbst heraus verständlich ist.
Da sind Dinge dabei wie "Fahrrad". Das klingt in dem Moment komisch wo man nicht mehr "velo" sagt, aber jetzt 150 Jahre später ist es einfach normal.
http://www.fritzvilmar.de/texte/me19.html
Der Teil ist also auf jeden Fall nicht neu. (Wurde damals als Gegenbewegung zum Französischen gemacht, weil von Louis XIV bis Napolean halt Französisch das Maß der Dinge war).
Dann ist es so, das das übermäßige Einführen von Fremdwörtern und Buzzwords... dumm ist. Also ein Fremdwort brauchen wir ja, weil die eigene Sprache etwas nicht ausdrücken kann, wofür wir uns das Fremdwort ausleihen. Viele Fremdwörter brauchen wir aber eigentlich gar nicht, weil es entweder sowieso eine Neuschöpfung ist, für das es vorher gar keinen Begriff gab, oder, "wir" machen es aus sozialen Gründen um zu signalisieren, das wir Teil einer "hippen", "innovaten", "zukunftsorientierten" und damit profitbringenden Kultur sind.
"Bachelor" und "Master" haben wir nicht im Bildungswesen weil das gute Begriffe sind, sondern weil wir kulturell Amerikanisch, Englisch dominiert sind und es "cool" ist, Englisch zu können, englische Wörter zu benutzen und englische Medien zu konsumieren. (Weil Amerika den kalten Krieg gewonnen hat und weil es im kalten Krieg signalisiert hat, das man näher am Overlord stand, genauso wie es im Osten cool und Teil der Bildung war, Russisch zu können, weil man dort damit näher am Overlord war.)
Dieses Verhalten Fremdwörter zu benutzen kommt nicht davon das es nicht anders geht, sondern das man sich diesem gesellschaftlichen Trend anschließt, unterordnet und mitläuft. Das Gegenteil von Freiheit. Und das ist uncool. (Oder muss, weil das halt die Umstände im "Business" sind, die einen dazu zwingen und knechten sich dumm auszudrücken. Knecht sein ist natürlich auch uncool.)
Darüber macht sich Zangendeutsch lustig.
Und es funktioniert auch erst, wenn man sowieso bi-lingual ist, und kein Problem hätte sich auch in der anderen Sprache auszudrücken, aber man halt einfach nicht will.
Deswegen würde ich Zangendeutsch als eine kleine, rebellische kulturelle Gegenbewegung zum Kulturimperialismus bezeichnen.
Warum ist das lustig?
Weil es komplett behämmert ist.
Die ursprüngliche Kritik an Fremdwörtern und ein Argument für eingedeutsche Wörter wäre, dass man mit "richtigen Deutschen Wörtern" besser verständlich ist.
Den Zweck erfüllt Zangendeutsch aber nicht und zwar mit Absicht. Zangendeutsch benutzt zum Teil englische Grammatik und zwanghafte direkte Übersetzung, und der Fokus liegt dabei darauf das es nicht verstädnlich ist und bescheuert klingt, weil nur und erst die Unverständlichkeit signalisiert das es übertrieben, Absicht und Satire ist, und nicht einfach nur Unwissen und Unfähigkeit sich auszudrücken. (So richtig dumm sein ist auch uncool). Deswegen ist erst die Übertreibung die Kritik gegen die Unterordnung. Und das ist viel wichtiger als tatsächlich den Inhalt zu kommunizieren.
Und es ist auch ein kleines bisschen puzzlen, knobeln und Denksport, weil man erstmal entziffern muss was da überhaupt steht, deswegen macht das Lesen auch Spaß.
Damit sind wir aber am Ende wieder am gleichen Punkt: wir sind immernoch unverständlich, aber dafür sind wir Rebellen. 🤓 🎉
Gibt es nicht das Problem von Missverständnissen?
Nein, weil wir damit nicht ernsthaft kommunizieren. Es sind nur Memes. Niemand würde ernsthaft versuchen dir etwas in Zangendeutsch zu erklären.
Und damit eine Hürde für neue Leute?
Brunnen... Handle mit es. 😎

