Die hiesige Presse berichtet noch zögerlich, nur die Süddeutsche hat es bislang aufgegriffen. Natürlich kann sie nicht über den Sachverhalt berichten, ohne dass das Wort Modekrankheit darin vorkommt. Man muss den Betroffenen zwischendurch immer mal eine Prise Adrenalin spenden! Aufregung ist eine Art Gehirndoping - Adrenalin hilft beim Fokussieren! (/s)
Immerhin ist die SZ bei ihren Titelvarianten recht sachlich geblieben:
ADHS-Medikamente: Studie belegt geringeres Risiko für Suizid und Kriminalität bzw.:
ADHS-Medikamente verringern Risiko für Suizid, Kriminalität und Unfälle
Aus meiner Sicht ist die Studie eine dringend benötigte Klarstellung. Das Ergebnis bringt Ordnung in den Diskurs um die Fragestellung, ob die Medikamente nun des Teufels oder ein Heilsbringer sind. Die Antwort ist ganz einfach:
Sowohl - als auch: Des Teufels für all jene, die fälschlicherweise ins Spektrum der schwer Betroffenen eingeordnet werden. Heilsbringer für die massiv Leidtragenden, die von unbehandeltem ADHS ins Unglück gestürzt werden könnten. Für alle dazwischen, also in der Mitte des Spektrums, gilt es dann wohl auszuloten, ob es mit den Medis erhebliche Verbesserungen gibt, die die Nebenwirkungen aufwiegen.
(Einzelne an der Studie beteiligte Personen haben auch mal etwas mit Pharmazeutischen Unternehmen zu tun gehabt. Dies wird im Anhang der Studie ausführlich dokumentiert.
Die veröffentlichende wissenschaftliche Fachzeitschrift BMJ zählt zu den einflussreichsten medizinischen Publikationen weltweit.)