this post was submitted on 19 Feb 2026
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Das ist halt eine Lüge, Zionismus in Form von Unterstützung / Anerkennung Israels Existenzrecht ist vergleichsweise verbreitet unter den Usern und zumindest von Teilen der Administration auch persönlich befürwortet. Ich glaube im deutschsprachigen Raum ist eine solche Position so Mainstream, dass es sich gar nicht wie eine richtige Position anfühlt sondern eher unter sowas wie "alle denken so", " anders gar nicht denkbar" oder "gesunder Menschenverstand" eingeordnet wird. Zumindest ging es mir früher (bis vor einigen Jahren) so.
Auch habe ich mehrmals unterschwellige oder sogar offene Unterstützung für die Zerstörung und Gewalt in Gaza durch israelische Streitkräfte erlebt, aber natürlich auch ordentlich Widerspruch dazu. Für mich ist das halt Teil des deutschen Diskurses und immer eine Chance, Menschen mit denen ich diskutiere oder die mitlesen von meiner Perspektive, die ich als antirassistisch, antikolonial und in der Schlussfolgerung antizionistisch bezeichnen würde, zu überzeugen.
Ich bin bisschen enttäuscht, dass dieser super unreflektierte Post hier so hochgevotet und unterstützt wird. Zionismus existiert halt einfach und ist besonders im deutschsprachigen Raum eine sehr verbreitete Positon, Feddit ist davon nunmal keine Ausnahme.
Ich habe das Gefühl, dass es zwischen den Usern überhaupt keinerlei verbindliche Definition von "Zionismus" gibt und dass man daher fleißig aneinander vorbei redet. Das wird ja teilweise hart antisemitisch im Sinne von "Die Juden" benutzt. Oder alles pro-israelische ist "zionistisch". Oder jede Stimme, die die Hamas kritisiert, ist "zionistisch". Der Begriff ist komplett tot, weil die Leute völlig unterschiedliche Dinge damit verbinden. Witzigerweise verlinkst du ja den Wiki-Artikel und wirfst hier dem anderne User eine Lüge vor, obwohl im von dir selbst verlinkten Wiki-Artikel zig verschiedene Defintionen etc. enthalten sind und du suchst dir nur eine aus.
Ja, ich denke das ist der Punkt. Es ist aber auch nicht nur ein Missverständnis, sondern eine ganz bewusste Unschärfe. So ist "Zionismus" ein Synonym für israelischen Ultranationalismus, wenn man begründen muss, warum er überhaupt ein Problem sein soll. Und im nächsten Moment ist schon das Bekenntnis zu einer Zwei-Staaten-Lösung Zionismus, um ein klares Bekenntnis für die Abschaffung Israels einfordern zu können.
Ich bin zum Beispiel dafür, dass es einen Schutzraum für Jüdinnen und Juden weltweit gibt, die vor Antisemitismus flüchten müssen. Wie der aussieht und wo der ist, ist mir ehrlich gesagt egal, wichtig ist nur, dass es einen gibt. Das ist eine Lehre aus dem Holocaust aber auch aus einer viel größeren und längeren Geschichte des Antisemitismus.
Nach Vorstellung dieser Leute bin ich damit Zionist. Damit habe ich gar kein Problem, dann bin ich das halt. Aber wenn ich dann mit faschistoiden Rassisten die von einer Großisrael träumen gleichgesetzt werde, dann habe ich damit sehr wohl ein Problem.
Diese Unschärfe des Begriffs ist also ein bewusst eingesetztes Werkzeug.
Ganz richtig. Denn wenn man einerseits "Zionismus" nicht mehr nur auf die ultranationalistische Schiene bspw. einer Regierung Netanyahu beschränkt, sondern auch bereits auf die Existenz Israels an sich, dann nutzt man - ganz bewusst, meiner Meinung nach - die Verwerflichkeit der einen Sache, um die andere Sache in Misskredit bringen zu können. Da mache ich nicht mit.
Ich finde da zumindest keine klar abgetrennten Definitionen drinne, aber ich muss zugeben ich habe das auch nur zweimal überflogen.
Ja aber genau das ist doch die Verlogenheit die ich vorwerfe. Ich claime eben nicht, dass meine Definition die einzig wahre ist, aber behaupte, dass zumindest eine sehr verbreitete Definition/Art von Zionismus sehr wohl auf feddit existiert und auch aktiv verbreitet / verteidigt wird. Ich finde das irgendwiesehr verdreht von dir, die Reihenfolge ist doch so:
Ich hab das so explizit nirgends diskutiert gesehen, aber ich glaube auch, dass das irgendwo eine Gesetzesfrage ist. Dass bei der deutschen Politik und Gesetzgebung einiges schief hängt ist glaub keine ungewöhnliche Ansicht hier.
Israel-feindliche Sprüche stehenzulassen wäre zwar ordentlich meinungsfrei, könnte unter deutscher "Recht"sprechung aber als Hassrede gelten. Man könnte natürlich Schultern zucken und hoffen, dass es nie vor Gericht geht, aber irgendwie will ich das Freiwilligen nicht zumuten, sich für meine Meinungen zu rechtfertigen. Und die ganze Instanz mit all der anderen fruchtbaren Diskussion in engstirnigem "Alles oder nichts" aufs Spiel setzen fände ich auch schade.
Sprich: Ich habe nie jemanden explizit das Existenzrecht Israels verteidigen sehen (kann natürlich gut sein, dass ich das nur übersehen hab), aber wenn gegenteilige Kommentare gelöscht werden würde ich das eher als "Sag das woanders" verstehen statt als tatsächlichen Widerspruch.
Kommt halt davon wie oft im Diskurs jeglicher Zionismus mit Großisrael gleichgesetzt wird. Es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen "Israel hat ein Recht darauf in seinen international anerkannten Grenzen zu existieren" und "Israel hat ein Recht darauf ganz Palästina zu annektieren". Streng genommen natürlich beides Zionismus, aber wenn praktisch immer nur die letztere Definition verwendet wird, dann fällt die erste irgendwann aus dem "normalen", umgangssprachlichen Gebrauch.
Gut, dass du es so herausarbeitest. Ich habe das Gefühl viele hier denken lemmy.dbzer0.com beschuldigt hier alle der letzteren Definition / Gebrauchsform (“Israel hat ein Recht darauf ganz Palästina zu annektieren”). Gleichzeitig halte ich auch erste Definition für kritisierbar wenn sie aktiv als meinung vertreten wird.
Aber wenn feddit.org wegen der ersteren Definition von großen Instanzen deföderiert wird, ist das ja eigentlich noch schlimmer. Die ist halt total milktoast, wenn das der Maßstab ist kann das Threadiverse mMn nicht erfolgreich werden bzw. bleiben. Insbesondere bei der hiesigen Gesetzeslage.
Zionismus, bzw. das Existenzrecht Israels als jüdischem Staat in Palästina abzulehnen, fällt nach der gemeinhin in Deutschland verwendeten Definition unter Antisemitismus. Im Englischen Sprachraum sind andere Definitionen gebräuchlich, die Antizionismus nicht mit Antisemitismus gleichsetzen.
Obwohl sich das meiner Erfahrung nach auch langsam ändert, besonders linken Kreisen, aber auch darüber hinaus.
Ja, glücklicherweise hat sich z.B. die Partei "die LINKE" vor kurzem von der Antisemitismus-Definition nach der IHRA verabschiedet und die Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus (JDA) angenommen, die von renomierten Forschen nach wissenschaftlichen Grundsätzen erarbeitet wurde.
https://taz.de/Antisemitismus-Definition/!6088799/
Dieser Schritt wurde aber vom Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland sogleich gerügt, da er "getrieben von Israelhass - dazu beiträgt, den Antisemitismus unserer Zeit zu verschweigen".
https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/linke-antisemitismus-definition-kritik-juden-100.html
Das sollte kritisiert werden. Die Abkehr von der IHRA-Definition von Antisemitismus (der korrekteren Definition von Antisemitismus) hin zu einer lockereren Definition wird dazu führen, dass Antisemitismus weiter zunimmt. Diejenigen, die behaupten, sie würden fälschlicherweise als Antisemiten gemäß der IHRA-Definition beschuldigt, verstecken sich hinter Antizionismus und Dogwhistles, um als antisemitische Arschlöcher davonzukommen. Das sollten wir nicht zulassen.