Jepp, die Kosten sind komplett übertrieben. Bei dem Dach - vorausgesetzt das Baugerüst wird gestellt und es handelt sich um eine übliche Hausgröße - würde ich eher so maximal 10-15k schätzen. Das haben die spätestens nach 2 Tagen unten, vielleicht sogar nach einem Tag.
Die Kosten für die Entsorgung finde ich komplett übertrieben. Billig ist es nicht, aber es gibt Firmen, die sich auf die Entsorgung spezalisiert haben und das fachgerecht ziemlich schnell runterbekommen. Wenn du das Dach dann soweiso renovieren willst/musst, kannst du das sogar mit dem selben Baugerüst machen, und die Firma, welche das Abest entsorgt, kann direkt mit ihren Arbeiten beginnen.
Wichtiger ist, dass du auch Testbohrungen in der Außenwand machst - da wurde damals auch oft Asbest verwendet. Ebenso prüfen, ob noch irgendwo alte Bodenbeläge vorhanden sind. Man hat früher auch öfters asbesthaltigen Kleber verwendet (aber auch das ist kein Weltuntergang, das muss dann unter Unterdruck abgefräst und aufgesaugt werden).
Source: Habe letztes Jahr ein gesamtes Haus aus den 60ern von einem zertifizierten Unternehmen fachgerecht abreissen lassen, vollgepumpt mit Asbest. Die höchsten Kosten waren in der Tat die Arbeitsstunden, da du eben alles Stück für Stück entfernen musst, und nicht einfach mit dem Bagger alles abreißen kannst.
Geniales Video. Bitte mehr Content davon.
Zumindest auf den privaten Hausbau bezogen kann ich die Headline ziemlich einfach beantworten: Ja.
Haben letztes Jahr in Baden-Württemberg gebaut. Die Anzahl an Normen, die maßlos übertrieben sind, ist lang.
Beispiel: Ich musste nachweisen, dass ich - basierend auf die Quadratmeter Wohnraum in meinem Haus - ganze 5 (!) wettergeschützte Fahrradstellplätze auf meinem Grundstück habe. 5. Für ein Einfamilienhaus.
Wozu? Was ist die Begründung? Ist halt so, ist eine Vorgabe in BW, Bauantrag abgelehnt. Dann hat die Architektin eben 5 Fahrradstellplätze Copy & Paste in unsere Garage eingefügt, und die Beanstandung war weg. Das ist Schwachsinn.
Ebenso war das Baurechtsamt extrem ineffizient. Effizient wäre, durch den Bauantrag durchzugehen und eine Liste von Punkten zu geben, die Anpassungen benötigen. Stattdessen wurde uns beim ersten gefundenen Problem immer direkt geantwortet, wir haben die Anpassung gemacht, nur dass dann kurz darauf das nächste (davon unabhängige) Problem gemeldet wurde. Extrem ineffizient, und jedes mal gingen wieder 2-3 Wochen ins Land. Wir reden hier nicht von groben Fehlern der Architektin, sondern von Kleinigkeiten, oder einach nur Nachfragen zu mehr Details.
Unter dem Strich haben wir ein halbes Jahr für den Bauantrag benötigt, und billig war es auch nicht.
Ich war immer ein Fan von Normen und Richtlinien - sie existieren aus einem Grund. Beim Hausbau bin ich aber zum ersten mal auf die Schwachsinnigkeit mancher Regelungen gestoßen. Mir wurde klar, dass manche Normen von Menschen verfasst sind, die nicht genügend Ahnung von der Materie haben, und auch die Probleme nicht von einer praktischen Seite betrachten.