this post was submitted on 25 Jul 2026
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„Iss was dir schmeckt“ appelliert eine Kampagne von Fleischindustrie und Bauernverband. Sie lenke ab von Problemen der Tierhaltung, sagen Kritiker.

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[–] Bademantel@lemmy.world 38 points 1 week ago (2 children)

Ein halbgarer Take für mich. Bin selbst seit knapp einem Jahrzehnt Vegetarier und würde mir wünschen, dass Massentierhaltung ein Ende findet. Sich hier aber ein Werbevideo der Fleischindustrie anzuschauen und festzustellen, dass gar nicht auf die Folgen des Fleischkonsums eingegangen wird, ist doch albern. Da wird nicht verstanden, wie Werbung funktioniert, bzw. was der Zweck ist: Profitsteigerung.

Interessanter wäre es, auf die systemischen Mechanismen einzugehen, die diese Maschinerie sogar subventionieren. Auch die, die von diesem System profitieren und die, die verlieren, könnte man darstellen. So ist es aber ohne Mehrwert.

[–] homoludens@feddit.org 11 points 1 week ago (2 children)

Da wird nicht verstanden, wie Werbung funktioniert, bzw. was der Zweck ist: Profitsteigerung.

Das kann man verstehen und trotzdem kritisieren.

[–] Bademantel@lemmy.world 10 points 1 week ago* (last edited 1 week ago)

Klar, und wenn das für dich wertvoll ist, freut mich das.

Für mich bringt es wenig, einen einzelnen Spot zu kritisieren, der sich wie jede andere Werbung verhält, SUV, Flugreisen, Zuckergetränke, fucking Vattenfall, you name it. Spannender wären die systemischen Ursachen dahinter.

[–] gandalf_der_12te@feddit.org 7 points 1 week ago

Da wird nicht verstanden, wie Werbung funktioniert, bzw. was der Zweck ist: Profitsteigerung.

Das kann man verstehen und trotzdem kritisieren.

diese form der kritik ist meiner erfahrung nach äußerst nutzlos jedoch.

[–] HaraldvonBlauzahn@feddit.org 2 points 1 week ago* (last edited 1 week ago) (1 children)

Sich hier aber ein Werbevideo der Fleischindustrie anzuschauen und festzustellen, dass gar nicht auf die Folgen des Fleischkonsums eingegangen wird, ist doch albern.

Doch, es ist richtig und wichtig, das zu thematisieren, wie es der taz-artikel auch tut.

Diese Werbung zielt in zwei Richtungen. Zum einen zielt "iss, was dir schmeckt" darauf, das Fleischessen als einen Akt von Selbstbestimmung und "Individualität", gegen als willkürlich dargestellte Grenzen zu präsentieren. Sie ist damit eminent politisch, auf eine reaktionäre Weise - der Klimawandel betrifft alle, und es ist nun mal ehernes Prinzip, dass die eigenen Handlungsfreiheit da ihre Grenzen hat, wo sie anderen direkt schadet. Zum Anderen wissen wir auch aus der wissenschaftlichen Forschung, dass Tiere sehr viel stärker wahrnehmende und fühlende Wesen sind, als man früher dachte. Die Psyche der Tiere ist kein Uhrwerk und keine Spieluhr.

Die zweite Richtung, in die diese Werbung zielt, ist eine Präsentation dessen wie wir gern wahrgenommen werden möchten und angeblich wahrgenommen werden. Sehr deutlich bei der Werbung für viele schädliche Produkte. Rauchst Roth-Händle oder Marlboro, und du bist ein cooler Typ. Trinkst Underberg oder Andechser, und du bist gesellig und aktiv. Fährst einen fetten BMW, und dir wird weisgemacht, dass es Wohlstand, Kompetenz und Status vermittelt. Das sind mächtige Suggestionen!

Anstelle der Realität:

  • Unsicherheit
  • Geltungsbedürfnis
  • Ignoranz gegenüber dem Zustand des Planeten
  • Desinteresse an der eigenen Gesundheit
  • kompletter Mangel an Empathie für das Leiden anderer Wesen, rechtfertigt mit einer Art Philosophie eines Rechts des Stärkeren.

Es geht bei der Werbung um den Abbau von Scham, die aber völlig berechtigt und am Platz ist bei Handlungen, bei denen das eigene Gewissen sich meldet.

Wenn Aliens mit ihren Ufos auf unserem Planeten landen würden und wären uns weit überlegen, fänden wir es lustig wenn unser Nachwuchs im Krabbelalter auf dem Grill landet?

[–] BigShammy80@feddit.org 3 points 1 week ago

Ich bin kein Vegetarier oder Veganer, aber ich finde, man sollte mit der Zeit gehen. Ich gehe, wenn ich unbedingt Fleisch essen möchte, zum Metzger und kaufe da "gutes" Fleisch aus vernünftiger Haltung und weiß, wo die Ware her kommt. Klar, das ist etwas teurer als im Supermarkt, aber ich esse mittlerweile nur noch 1x pro Woche Fleisch. Irgendwann ersetze ich das vielleicht auch noch durch vegane Alternativen, aber es ist echt nicht schwer, weniger Fleisch zu essen. Diese Wurstwaren für 0,99 im Supermarkt, die müssen weg...

[–] jenesaisquoi@feddit.org 18 points 1 week ago

Iss was dir schmeckt

mampft hülsenfrüchte und gemüse als gäbe es kein morgen

[–] CyberEgg@discuss.tchncs.de 15 points 1 week ago (1 children)

Imagine Tierquälerei und Mord zu promoten. Meine Fresse, die Industrie geht schon wortwörtlich über Leichen und muss dann noch mal mehr abstoßendes Verhalten draufsetzen.

[–] LinkeSocke@feddit.org 7 points 1 week ago* (last edited 1 week ago)

Die CEOs der Tier-Massenmordeinrichtungen sind halt auch völlige Verrückte, Ultrakapitalisten, die sich vermutlich den Manchester-Kapitalismus zurückwünschen würden. Da ist kein Funke Empathie zu finden. Das hat man wunderbar auch zu Coronazeiten gesehen, als herausgekommen ist, dass Fleischunternehmen Menschen im Ausland anwerben mit „Jobs in Deutschland/Europa“. Ihnen wird gesagt, sie würden nur an Maschinen arbeiten müssen, und zack Überraschung: Du darfst den ganzen Tag Kehlen von Tieren aufschlitzen! Für diese tolle Chance auf diesen Job im großartigen Deutschland mussten die Arbeiter ihrer Vermittlungsfirma 10.000 € zahlen. Diesen Schuldenberg dürfen sie jetzt fleißig für 14,50 €/h hier abschuften. Untergebracht sind sie in Zimmern, die sie sich mit anderen Arbeitern eng teilen müssen, und die Miete wird vom Arbeitgeber gleich einbehalten, ;) also so viel zu 14,50€. Schön in tiefste Abhängigkeit quetschen und in unterster Armut halten. Ist man krank, wird man sofort gekündigt und verliert dann auch noch gleich seine Wohnung und ist obdachlos. Eine der vielen Quellen: https://www.youtube.com/watch?v=uwLr_F-jGFQ

Ich finde, die Fleischindustrie zeigt kapitalistische Probleme in ihrer größten und reinsten Form an. Milliarden an Euro, tiefrot in Blut getränkt, werden geschöfelt und geschöfelt mit der Hilfe von sklavenähnlichen Arbeitern, welche vollkommen traumatisiert werden. Diese Vermittlungsfirmen reden mit den Unternehmern wirklich widerlich, wie Menschenhändler. Der Mensch wird vollkommen wieder zum Produkt. Sogar Kaufe 2, bekomme 3 Arbeiter Angebote haben sie. Pervers.

[–] Natur12@feddit.org 6 points 1 week ago* (last edited 1 week ago)

Ist Alois Rainer – Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft und Metzgermeister der Mitgestalter dieser Kampagne?

[–] gandalf_der_12te@feddit.org 4 points 1 week ago (2 children)

was mich interessieren würde, ist ob es einen kausalen zusammenhang zwischen stress und fleischkonsum gibt. also essen menschen die sich gestresst fühlen mehr fleisch?

[–] Stitch0815@feddit.org 4 points 1 week ago

Zumindest bei mir ist das so

Je ausgeglichener ich bin desto mehr achte ich auch auf meine ernährung.

Wenn ich gestresst bin will ich einfach nicht über solche dinge nachdenken und ess mehr scheiß inklusive Fleisch

Ich esse aber generell auch nur noch selten Fleisch von dem weiß ich nicht wie gut sich das übertragen lässt

[–] HaraldvonBlauzahn@feddit.org 4 points 1 week ago (1 children)

Wenn man Stress hat, macht man viel stärker, was man gewohnt ist nd einfach erscheint.

Die Fleischwerbung ist auch extrem suggestiv. Früher wurde geworben mit "Fleisch ist ein Stück Lebenskraft". Sehr archaisch - aber es verfängt.

[–] FatVegan@leminal.space 2 points 1 week ago

Es ist auch viel einfacher. Ich habe absolut null problem kein fleisch zu essen. Einkaufen, kochen, ausgewählte restaurants, absolut kein ding. Aber schnell einen imbiss kaufen? Hoffentlich magst du den einen käse falls man käse isst, oder einfach ein brötchen. Vor einem monat oder so habe ich an der tanke ein sandwich gekauft mit einem "vegetarisch" sricker. Es war ein thunfisch sandwich. Aber dafür hat man dann die auswahl zwischen 36 verschiedenen fleischhaltigen sadwiches.