Ich widerspreche dem Beitrag in einem Punkt, dort findet sich eine unbelegte Behauptung. Es wurde gesagt: "viele Menschen halten kostenlose Lieferung und kostenlose Retouren inzwischen für selbstverständlich". Dafür sehe ich keine Evidenz trotz intensiver Suche nach Studien oder Umfagen. Eigentlich müsste die interviewte Person diese Behauptung beweisen oder der Reporter hätte hier wenigstens einen kritischen Kommentar hinterlassen müssen. Lediglich Retouren sollten zu Recht für Verbraucher kostenlos sein, immer dann wenn die falsche Ware geliefert wurde oder sie defekt ist, etc. Natürlich muss der Händler hier die Kosten übernehmen.
Jedenfalls widersprecht die Aussage dem gesunden Menschenverstand, denn viele Menschen kennen die Problamtik und sind keine Arschlöcher, sondern wollen, dass es den Dienstleistern gut geht. Viele Menschen haben auch verstanden und erlebt, dass die Servicequalität mies ist, wenn die Arbeitsbedingungen mies sind. Viele Menschen sind daher auch bereit etwas für Versand zu zahlen.
Dieses ewige Gelaber, dass die Verbraucher immer an allem Schuld sein, kann ich icht mehr hören. Das kommt bei jedem Thema reflex-artig, wird aber praktisch nie mit Daten belegt. Außerdem, wie soll man denn als Verbraucher den Vertrag zwischen Online-Händler und Versanddienstleister aushandeln? Wie soll ich als Verbraucher einen Streik der Branche organisieren? Und woanders einkaufen macht keinen Sinn, wenn die meisten Händler nunmal nicht nachhaltige Versandkosten berechnen. Der Händler darf auch eigene Verpackungsaufwände in den Versandkosten inkludieren, deswegen weiß man noch nicht einmal genau, welcher Betrag am Ende weiter gereicht wird. Man merkt schnell, dass Verbraucher hier nicht wirklich was tun können und deswegen auch kaum Verantwortung tragen.