Keine Sorge, die Psyche kann man auch ohne Zivi oder Wehrdienst zerstören :)
Aber doof, dass es bei dir so lief.
Die offizielle Zweigstelle von ich_iel im Fediversum.
Alle Pfosten mĂŒssen den Titel 'ich_iel' haben, der Unterstrich darf durch ein beliebiges Symbol oder Bildschriftzeichen ersetzt werden. Ihr dĂŒrft euch frei entfalten!
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Keine Sorge, die Psyche kann man auch ohne Zivi oder Wehrdienst zerstören :)
Aber doof, dass es bei dir so lief.
Danke.
Versteh die Frage jetzt nicht falsch, ich frag wirklich nur aus Interesse: WĂ€re dir zurĂŒckblickend Wehrdienst eigentlich lieber gewesen?
Ich fĂŒr meinen Teil kann da ja nicht mitreden, weil ich damals beides nicht gemacht hab.
Nein. Das wÀre sicher noch schlimmer gewesen.
Genau das meine ich wenn ich sage: Es liegt nicht daran das Jugendliche "nichts von sozialen Berufen wissen", wie es immer mal wieder beschrieben wird.
Es liegt daran das Zivildienstleistende und Leute im FSJ und Bundesfreiwilligendienst wie ABFALL behandelt werden. Schlecht bezahlt, schlecht behandelt und ausgenutzt um LĂŒcken zu stopfen anstatt die systematischen Probleme dahinter anzugehen.
Ja wirklich komisch dass das keiner machen will.... Klar ist die Lösung dann die Leute dazu zu zwingen anstatt mal raus zu finden WARUM das keiner machen will. /s
Bin gegen eine Wehrpflicht. Lieber Berufsarmee die nachhaltig Neonazis entlarvt und rausschmeisst.
Wenn es irgend ein Verteidigungstraining geben soll, dann a la territoriale Verteidigungseinheiten die aus ĂŒblicherweise normale BĂŒrger*innen besteht, die mal lernen wie man eine Waffe handhabt und die Gemeinde verteidigt.
Eine reine Berufsarmee ist zu klein, um ihren Zweck (Abschreckung) zu erfĂŒllen. FĂŒr einen Konflikt, der lĂ€nger dauert, braucht man groĂe Reserven. Genau die baut man mit einer Wehrpflicht auf, ohne damit die Gesellschaft ĂŒbermĂ€Ăig zu belasten, wie man das mit einer ausreichend groĂen Berufsarmee tun wĂŒrde.
Verteidigung gegen einen groĂangelegten militĂ€rischen Angriff kann man nicht so kleinflĂ€chig auf kommunaler Ebene denken. Die normalen BĂŒrger, die mal den Umgang mit einer Waffe gelernt haben, wĂ€ren genau die ehemaligen Wehrpflichtigen, die nach ihrem Dienst wieder ins zivile Leben zurĂŒckgehen.
Und fĂŒr die Leute, die das mit der Waffe nicht wollen, gibt es ja Ersatzdienst. In der Regel auch in gesellschaftlich sinnvollen Bereichen, die man auch im Verteidigungsfall verstĂ€rkt brauchen wird, also baut man sich auch da eine gewisse Personalreserve auf.

ErzÀhl doch mal, wenn du willst.
Naja, diese Eingesperrtheit. Der Zwang. Nicht fĂŒr die Monate etwas anderes machen zu können, was man wirklich möchte. Man kommt aus der Schule, will das Leben starten, aber quasi endet (gefĂŒhlt) es da.
Ich war in einem Krankenhaus, was insgesamt belastend und eklig war.
ZusĂ€tzlich (daran ist nicht direkt der Zivi Schuld): Die meisten meiner Freunde haben gekifft, sind deshalb ausgemustert worden. Ich habe zu dem Zeitpunkt einen Teil meines sozialen Umfelds verloren. Und Eltern usw. waren keine Hilfe, da kamen bloĂ SprĂŒche wie: "Ja, was soll ich denn sagen, ich musste ja zur NVA, das war hart!" (Ja und mein Opa musste zur Wehrmacht. Das kann ja nicht die MaĂgabe sein!).
Das ist bald 20 Jahre her. Ich wache manchmal noch mit AlptrĂ€umen nachts auf. Ich fĂŒhle mich seitdem gebrochen. Ich habe auch seitdem einen Hass auf quasi alles Staatliche, dass man junge Menschen (MĂ€nner*) so (grundlos) bricht. Und ja: Habe versucht das therapeutisch anzugehen, bisher ohne Erfolg.
Hi, ich hoffe ich trete dir nicht zu Nahe, aber es klingt fĂŒr mich als hĂ€ttest du damals Hilfe gebraucht, die du nicht bekommen hast.
Von daher möcht ich einfach sagen, auch fĂŒr diejenigen, denen noch ein Wehr/ersatzdienst bevorsteht: Holt euch Hilfe, wenn ihr fĂŒhlt dass es euch zerbricht. Niemand muss so etwas alleine durchstehen!
Wir kennen uns nicht, aber ich wĂŒrde dir sagen: versuche weiterhin es mit Hilfe aufzuarbeiten, du hast es verdient, dass es dir besser geht!
Ich kenne die Situation von damals nicht, hatte aber selbst eine Ă€hnliche Zivildienststelle. Krankenhaus, Onkologiestation. Da gab es natĂŒrlich auch viel Leid, und Tod. Aber auch viel Herzlichkeit.
An der Stelle will ich vlt eine Lanze fĂŒr den Zivildienst brechen, weil ich persönlich ihn als enorme Bereicherung empfunden habe und auch andere kennen , denen es auch so ging.
Bitte nicht falsch verstehen, ich will damit deine Erfahrungen nicht kleinreden, nur aufzeigen, dass es auch eine helle Seite hat.
Und ich hoffe von ganzem Herzen, dass es auch dir damit einmal besser gehen wird als heute!
Ja, kann mir so nen Brett wie OPs kaum vorstellen. Im Zivi bin ich Essen fĂŒr den ParitĂ€tischen ausgefahren. Das heiĂt, den halben Tag mitm kleinen Flitzer ĂŒbers Land ballern (wörtlich, denn Tempolimits passten nicht in das Arbeitspensum), Musik hören und alten Leuten Essen nach Hause bringen. Teilweise bei denen bleiben und beim Essen helfen. Nachmittags dann mit alten Leuten einkaufen gehen oder spazieren. Dann noch ein bisschen Autos, Hof und "KĂŒche" fegen/putzen und zack Feierabend.
Moin. Ich versuch mal zusammenfassen zu antworten:
Danke fĂŒr die netten WĂŒnsche.
Tut mir leid, wenn ich Dir damit zu nahe trete, aber irgendwie kann ich das nicht ganz nachvollziehen. Direkt aus der Schule in den Zivildienst heiĂt, dass Du direkt davor mindestens 12 Jahre Schule hattest, also genug Zeit, Dich an eine fremdbestimmte Lebensweise zu gewöhnen, denn Schule ist letztendlich auch nicht sehr selbstbestimmt. (Obwohl gerade die Oberstufe damals noch wesentlich selbstbestimmter war, als heute)
Krankenhaus kann natĂŒrlich belastend sein, aber das sehe ich davon unabhĂ€ngig.
das hört sich hart an. ich wĂŒnsche dir viel kraft!
Danke dir!
Tja, hÀttest doch mal ausmustern lassen.