this post was submitted on 03 Dec 2025
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Deutschland

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[–] alsaaas@lemmy.dbzer0.com 17 points 7 months ago* (last edited 7 months ago) (1 children)

Sind für den Kapitalismus anscheinend nicht Mensch genug für Mindestlohn und Menschenwürde gilt in der bürgerlichen Gesellschaft ja eh nur für produktive Zahnräder

[–] celeste@feddit.org 6 points 7 months ago

Oh Menschen mit Behinderung können durchaus produktiv sein, aber wir müssen ja die Menschen voneinander trennen, dass sie sich nicht gegen die Herrschenden verbünden. Und Arbeitenden wird immer so wenig gezahlt wie sie sich erkämpfen konnten, wer sich nicht wehrt/wehren kann kommt unter die Räder.

[–] RoflmasterBigPimp@feddit.org 14 points 7 months ago (1 children)

Und hier sieht man es. Schwarz auf weiß.

Sobald sich die Möglichkeit bietet Menschen (noch mehr) unter ihren Wert zu bezahlen wird es getan.

Keiner soll sich einbilden dass das mit ihm ja nicht passieren würde!

Das einzige was Firmen von 12 Stunden Tagen und 7 Tage die Woche arbeiten abhält sind Arbeitsschutzgesetze. Und an denen wird konsequent gesägt!

[–] brainwashed@feddit.org 0 points 6 months ago* (last edited 6 months ago) (1 children)

Sobald sich die Möglichkeit bietet Menschen (noch mehr) unter ihren Wert zu bezahlen wird es getan.

Man siehts in den Sklavenkolonien Dänemark, Finnland und Schweden. /s

[–] RoflmasterBigPimp@feddit.org 2 points 6 months ago* (last edited 6 months ago)

Schweden hat es tatsächlich besser gemacht als wir.

Die haben starke Gewerkschaftsverbände .__.

Während sich die Arbeiterklasse hier leider eher wie eine Karikatur ihrer selbst verhält.

[–] Tartufo@lemmy.world 6 points 7 months ago* (last edited 7 months ago) (3 children)

Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitenden sind gesetzlich dazu verpflichtet, mindestens fünf Prozent ihrer Stellen mit schwerbehinderten Menschen zu besetzen. Im Jahr 2024 verstießen fast zwei Drittel der Unternehmen gegen diese Vorgabe, wie das aktuelle Inklusionsbarometer Arbeit der Aktion Mensch und des Handelsblatt Research Institutes zeigt.

Der Betrag für den man sich als Unternehmen davon freikaufen kann ist auch lächerlich niedrig. Hab vor ein - zwei Jahren oder so mal gesehen was das bei einem kleinen Unternehmen (also knapp über der Pflichtgrenze) pro nicht eingestelltem Schwerbehinderten im Jahr kostet und dachte auch nur so "alter, das zahl ich für eine Stelle als Privatperson ja fast aus der Portokasse"...

[–] brainwashed@feddit.org 1 points 6 months ago (1 children)

Wie viel ist das denn? Jahresgehalt dieser Mini-Mindestlohn oder gilt die geringere Grenze dafür nur in Werkstätten?

[–] Tartufo@lemmy.world 1 points 6 months ago

Siehe hier für die Zahlen: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9_2018/__160.html

Also aktuell max. 720EUR pro Jahr pro trotz Pflicht nicht eingestelltem Schwerbehinderten.

[–] celeste@feddit.org -1 points 7 months ago (1 children)

Du liegst falsch, sie dürfen die Strafzahlung sogar noch von der Steuer absetzen. Solange wir von Mr. Burns regiert werden wird sich daran auch bestimmt nix ändern.

[–] Tartufo@lemmy.world 3 points 7 months ago (1 children)

Wie kann ich mit etwas falsch liegen, zu dem ich keine Aussage gemacht habe?

[–] celeste@feddit.org 0 points 7 months ago

Der Betrag ist nicht nur niedrig, er ist effektiv 0!

[–] Thallium_X@feddit.org 4 points 7 months ago (1 children)

Ich hatte vor kurzem mit einer sehr großen Werkstatt zu tun und habe da Zahlen erfahren, die das ganze nochmal deutlich anders einordnen.

Der gesetzliche Mindestlohn für Personen mit Behinderung beträgt 1,31€. Den dafür nötigen Umsatz erwirtschaften gut 40% der Beschäftigten einfach nicht. Das liegt uA daran, dass die komplette Anwesenheit entlohnt wird, auch wenn in der Zeit Therapie stattfindet.

Die Werkstätten müssen aber 80% (iirc) der Kosten selbst tragen. Dadurch kriegen die, die mehr erwirtschaften weniger Lohn weil die 40% kompensiert werden müssen. Einzelne Beschäftigte liegen aber auch deutlich drüber, die gehen dann meist über kurz oder lang in den regulären Arbeitsmarkt. Zusätzlich müssen aus den Erträgen noch die regulären Arbeitskräfte (ca. 25% der Belegschaft) bezahlt werden.

Natürlich könnten jetzt öffentliche Gelder in die Subventionierung der Werkstatt fließen, das würde dann dazu führen, dass die Beschäftigten weniger sonstige Sozialleistungen empfangen würden und wäre nen reines verschieben der Ausgaben.

[–] Tartufo@lemmy.world 4 points 7 months ago

Der gesetzliche Mindestlohn für Personen mit Behinderung beträgt 1,31€. Den dafür nötigen Umsatz erwirtschaften gut 40% der Beschäftigten einfach nicht. Das liegt uA daran, dass die komplette Anwesenheit entlohnt wird, auch wenn in der Zeit Therapie stattfindet.

Das mag ja sein, aber ich halte es trotzdem für massiv ungerecht die 60% der Behinderten, die es erwirtschaften, dazu zu missbrauchen das Ganze zu subventionieren. Auf je mehr Schultern sowas verteilt wird, desto weniger fällt das bei einem Einzelnen ins Gewicht und gerade am unteren Ende der Lohnkette (1,31€/h? Ich würde mich weigern oder aber alles in meiner Macht stehende tun, dass man mich da eben nicht haben will) spürt man alle Einschnitte stärker. Man ist als Mensch mit Behinderung schon gestraft genug, da muss nicht sowas noch oben drauf kommen. Ist ja jetzt auch nicht so als ob man sich seinen Status in Punkto Behinderung selber aussuchen kann...

Natürlich könnten jetzt öffentliche Gelder in die Subventionierung der Werkstatt fließen, das würde dann dazu führen, dass die Beschäftigten weniger sonstige Sozialleistungen empfangen würden und wäre nen reines verschieben der Ausgaben.

Für die einen wäre es reines Verschieben der Ausgaben (gibt also nix was dagegen spricht!), für die anderen wäre es ein Schritt in gefühlt mehr Wertschätzung, weil man endlich von seinem Lohn besser über die Runden kommt und daher weniger nebenbei bei Ämtern Bittsteller sein muss. Die Verschiebung hätte also keine finanziellen Nachteile aber positive Effekte auf das Wohlbefinden der oben von dir genannten 60%. Ich sehe da gerade das Problem nicht.