this post was submitted on 22 May 2026
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DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz

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[–] SapphireSphinx@feddit.org 60 points 4 days ago* (last edited 4 days ago) (3 children)

Er ist wirklich ein Mann von Vorgestern. Das hatten wir so ähnlich doch alles schon. Z.B. in der DDR:

Schämt ihr euch auch so, wie ich mich schäme? Da werdet ihr sehr viel und sehr gut mauern und künftig sehr klug handeln müssen, ehe euch diese Schmach vergessen wird. [...] Zerstörte Häuser reparieren, das ist leicht. Zerstörtes Vertrauen wieder aufrichten ist sehr, sehr schwer.
- Kurt Barthek in Neuen Deutschland nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953

Dazu hat dann ein bekannter Deutscher auch etwas geschrieben:

Nach dem Aufstand des 17. Juni Ließ der Sekretär des Schriftstellerverbands In der Stalinallee Flugblätter verteilen auf denen zu lesen war, daß das Volk das Vertrauen der Regierung verscherzt habe und es nur durch verdoppelte Arbeit zurückerobern könne. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?
- Bertolt Brecht

Ich persönlich schließe mich da ja Bertolt Brecht an.

Im übrigen: Wann schnallt Minderleister Merz eigentlich mal den eigenen privatfliegenden Gürtel enger und ich meine jetzt nicht nur einen Verzicht auf die nächste Diätenerhöhung? Auch Wolfram Weimer, Jens Spahn und Katherina Reiche wirken auf mich finanziell recht fett gefressen. Da gibt es sicher noch was zu holen. Das wäre doch mal eine "Reform".

[–] varyingExpertise@feddit.org 4 points 2 days ago

Da gibt es sicher noch was zu holen.

Absolut gesehen ist es natürlich nix. Aber es setzt Zeichen. In unserer Firma ist das einzige was eine Klimatisierung hat, der Serverraum. Nicht, weil wir uns das nicht leisten können, aber weil die Besitzer ganz klar sagen: Die Jungs und Mädels in der Produktion arbeiten hart und schwitzen wie Sau. Und die haben ganz genau im Blick, was die Führungsetage sich so gönnt und was nicht. Und deswegen, als gekühlte Wasserspender beschafft wurden, standen die unten als erstes. "Unsere" kamen in der Woche danach. Der neue Dienstwagen - muss es der Stern sein? Tuts nicht auch der Skoda für die gleiche Rate, pack dir halt Ledersitze rein wenn du willst. Der Chef parkt immer auf den "unbequemen" Parkplätzen - er sagt, er hat nix zu schleppen und er hat nach acht Stunden nicht 7.5 davon gestanden.

Natürlich ist das finanziell alles völlig hupe - aber es sendet ein Signal was gesehen wird, vor allem wenn es sich durchzieht. Und DAS haben Merz und seine Buddies glaube ich überhaupt noch nicht verstanden.

[–] plyth@feddit.org 3 points 4 days ago (1 children)

Ich persönlich schließe mich da ja Bertolt Brecht an.

Die Regierung auch. Die pluralistische Gesellschaft kommt nicht aus Menschenliebe der Politiker sondern weil es keine Vereinigungen mehr geben wird, die einen Widerstand gegen die volle kapitalistische Ausbeutung organisieren können.

[–] poVoq@slrpnk.net 1 points 4 days ago (1 children)

Du hattest also lieber einen schön einheitlichen, wohlmöglich rassereinen, Volkskörper damit es einfacher ist den Wiederstand gegen die ausbeuterischen Kapitalisten (alles Juden natürlich) zu organisieren?

[–] plyth@feddit.org 4 points 4 days ago (1 children)

Rasserein bringt gar nichts, wie man an Jugoslavien sehen konnte. Es finden sich immer Gründe, weitere Aufteilungen durchzusetzen und Kriege anzufangen.

Einheitlich hilft, aber die pluralistische Gesellschaft ist ja gewollt, weil persönliche Freiheit eine sehr große Lebensqualität ist.

Bürger einer pluralistischen Gesellschaft müssen aber bewusst etwas Gemeinsames aufbauen, damit sie nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die Menschen an den Machtpositionen werden es nicht für sie übernehmen.

[–] poVoq@slrpnk.net 3 points 3 days ago* (last edited 3 days ago) (1 children)

Mein (sarkastischer) Kommentar wollte eigentlich auf etwas anderes hinaus. Das Problem ist nicht die pluralistische Gesellschaft und der Mangel der derzeitigen Eliten dieses zu überbrücken, sondern genau das Gegenteil, d.h. die aktive Ausnutzung von (im Endeffekt völlig banalen und ausgedachten) Unterschieden nach dem Motto Teile und Herrsche. Egal wie einheitlich eine Gesellschaft (oder Klasse) ist, wenn man will findet man immer etwas um zu spalten, und der Gedanke das man überhaupt etwas einheitlich haben will ist bereits so ein spaltender Gedanke der es einfach macht den Hebel anzusetzen.

[–] plyth@feddit.org 1 points 3 days ago (1 children)

aktive Ausnutzung von ... Teile und Herrsche

Genau. Und wie bekommt man es in einer pluralistischen Gesellschaft hin, das zu vermeiden?

[–] poVoq@slrpnk.net 2 points 3 days ago (1 children)

In traditionellen Einwanderungsländern klappt das oft recht gut.

[–] plyth@feddit.org 1 points 3 days ago (1 children)

Welche Länder wären das? Die USA sind maximal zerstritten. Haiti sieht nicht gut aus. Argentinien hat den Kapitalisten gewählt. Peru und andere Länder Lateinamerikas unterdrücken die indigene Bevölkerung. Imperialländer sehen nicht besser aus. Frankreich hat seine Unruhen, Russland hat "einen starken Präsidenten" und England eine starke Klassengesellschaft. Arabische Länder haben viele Immigranten, geben ihnen aber keine Rechte. Mir fällt kein Land ein, in dem die Bevölkerung seine Elite kontrolliert.

[–] poVoq@slrpnk.net 2 points 3 days ago (1 children)

Ich redete nicht davon das die Bevölkerung die Regierung kontrolliert, sondern davon das Pluralismus in diesen Ländern wenig oder garnicht als Spaltungsinstrument verwendet wird.

[–] plyth@feddit.org 1 points 3 days ago (1 children)

Welche Länder sind das denn?

[–] poVoq@slrpnk.net 2 points 2 days ago (1 children)
[–] plyth@feddit.org 1 points 2 days ago (1 children)
[–] poVoq@slrpnk.net 2 points 2 days ago (1 children)
[–] plyth@feddit.org 1 points 2 days ago

New Zealanders will argue strongly for the existence of a unique identity, for the existence of something that sets them apart from others, a "Kiwi culture".

https://en.wikipedia.org/wiki/New_Zealand

[–] brainwashed@feddit.org 0 points 4 days ago* (last edited 4 days ago) (2 children)

Bei aller Liebe, einen gewaltsam niedergeschlagenen Volksaufstand in einem Unrechtsstaat, der auf seine Bürger schießt mit der Forderung nach ein paar Überstunden gleichzusetzen, ist vielleicht ein wenig daneben gegriffen.

[–] SapphireSphinx@feddit.org 36 points 4 days ago* (last edited 4 days ago) (1 children)

Die Verachtung die dahinter steht ist sehr ähnlich. Es geht auch nicht um den Volksaufstand an sich. Es geht um die Mehrarbeit um das angebliche Vertrauen nicht zu verspielen. Es ist einfach die gleiche Denke mit anderem Anlass.

[–] BenLeMan@lemmy.world 2 points 2 days ago

Und Gewalt hat viele Formen. Wer denkt, die 1% und ihre Handlanger gehen gewaltlos vor, der irrt sich.

Wenn es nur Forderungen nach Überstunden in Zeiten der Krise wären, hättest du völlig recht.

Aber die Zukunft Jahrzehnte lang aktiv zu sabotieren, den Sozialstaat abzubauen, den Armen das Geld aus der Tasche zu ziehen und den Reichen zuzuschustern selbst (eigene Partei) Milliarden zu verschwenden und dann von "Gürtel enger schnallen" zu reden, aktiv Nazis zu unterstützen und und und

All das ändert halt deine Gleichung schon.