Was im Artikel für mich mal wieder anklingt, ist so eine Art Enttäuschung darüber, dass das Projekt nicht gleich alle Energiewendeprobleme löst. Keine der fossilen und atomaren Energien konnte je alle Energieprobleme lösen. Dennoch wird bei allen erneuerbaren und alternativen Energien erwartet, dass sie dann universale Wundermittel sein müssen. Und es wird heftig beklagt, wenn sie es natürlich nicht sind.
Ich sehe das anders: Viele kleine, lokale Projekte stellen einen vielversprechenden Ansatz dar, gemeinsam die Energiewende zu meistern. Das im Artikel aufgezeigte Projekt ist nämlich nicht das einzige hier in Bochum jenseits Wind- und Solarenergie.
Für ein neues Stadtviertel (auf dem ehemaligen Opel-Gelände!) wird beispielsweise das natürliche Energiepotenzial aus dem warmen Grubenwasser im vor Ort befindlichen Bergwerkstollen für die Wärme- und Kälteversorgung eingeplant.
Im Bergbaumuseum Bochum habe ich mal auf einer Karte gesehen, wie es unter unserer Stadt aussieht. Da ist alles von Gängen durchzogen, als hätte man 10 Maulwürfe und 10 Wühlmäuse auf einmal in einem kleinen Hausgarten. Manchmal stürzt da auch was ein, und es verschwindet ein Cabriolet samt Garage! (Krater von Wattenscheid)
Die Folgen des Steinkohlebergbaus sind also auch nach der Stilllegung überall zu spüren. Und zu riechen. Bis heute muss beispielsweise Abwasser teilweise noch überirdisch geführt werden. Wenn neben diesen "Ewigkeitslasten" nun zukunftsfähige Ressourcen aus diesen Hinterlassenschaften der Vergangenheit erwachsen, dann ist das doch ein Grund zur Freude.

