Langlaufende Verbindungen sind kein Bug, sondern ein Feature. Auch die Schweiz hat viele lang laufende Züge, die durch die Größe des Landes begrenzt sind (und der Tatsache das ausländische Bahnen der SBB zu unzuverlässig sind).
Umstiege sollten gut, zuverlässig und einfach sein. Wenn genug Nachfrage existiert um Umstiege ohne "Zerstörung" des Taktes zu reduzieren, durch längere Taktlinien, schneller Außer-Takt Sprinter oder Durchbindungen bestehender Linien (wie jetzt beim Berlin - Paris Sprinter) Verbindungen mit weniger Umstiegen, insbesondere in der Mitte, anzubieten wird die Reise angenehmer und stärker Nachgefragt. Sie können auch die Belastung der Knoten reduzieren, durch weniger Umsteigenden Fahrgästen und dadurch kürzeren Fahrgastwechselzeiten.
Insbesondere Verbindungen ins Ausland (zumindest in das nicht-15 kV Ausland) bedeuten häufig Zwangsumstiege (nach Frankreich, Kopenhagen, Brüssel, ...), da diese meist spezielle Fahrzeuge und mehr Koordinierung brauchen. Das ist einer der vielen Gründe, wieso diese meistens schlechter als Nationale Verbindungen performen.
Das Fehlen der langlaufenden Verbindungen die viele Start-Ziel Paare Verbinden ist auch (wie im Artikel beklagt) eines der Probleme des Spanischen und Französischen Bahnsystems: Es werden (primär) Punkt-zu-Punkt Verbindungen angeboten. Wer nicht von oder nach Paris/Madrid will muss entweder Umständliche Umstiege auf sich nehmen oder durch tertiäre Linien, die an (gefühlt) jeder Kleinstadt halten, mit Fahrzeuge und Infrastruktur die dafür nicht gemacht sind. Dort ein Fokus auf schnelle, länger laufende Linien mit Zwischenhalten als wichtigen Knoten würde viele Verbindungen verbessern. Dafür bräuchte es aber einen Durchgangsfernbahnhof in Paris (teuer und schwierig), eine deutliche Verbesserung der Infrastuktur um z.B. in Lyon Part-Dieu zu halten ohne kurvige, längere Streckenabschnitte mit maximal 90 km/h und Züge die für einen schnelleren Fahrgastwechsel und zügige Beschleunigung ausgelegt sind (also kein TGV). Und natürlich ein Austausch der Managmentebene, insbesondere von Renfe. Die Infrastruktur in Spanien ist schon an vielen Stellen gut dafür geeignet, sie müsste nur so genutzt werden.Infrastruktureller
Fairerweise muss man umgekehrt im Deutssprachigen Raum ein mangelndes Angebot an schnellen Zugverbindungen auf den "Magistralen" beobachten: Göttingen ist wahrlich keine Millionenstadt, Ulm, Halle und Erfurt sind es auch nicht. Das der Sprinter München-Nürnberg-Berlin nahezu 4 Stunden braucht ist, während eine nicht unähnliche Verbindungen in Frankreich (Paris-Poitiers-Bordeaux) weniger als 2:30 benötigt zeugt nicht von einem Fokus auf Reisegeschwindigkeiten auf infrastruktur Ebene (während DB Fernverkehr die "richtigen" Fahrzeuge hat und mit Sprintern immer mehr "unwichtigere" Halte für eine schneller Fahrzeit auslässt, obwohl die Infrastruktur dort wenig Vorteile bietet).