this post was submitted on 29 Jan 2026
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Fahrrad

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Alles rund ums Fahrrad.

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[–] D_a_X@feddit.org 13 points 4 days ago* (last edited 3 days ago)

Das war nicht der Artikel, den ich gesucht habe, aber da stehen die Fakten:

Wo Autos bei wenigen Zentimetern Schnee einfach runterschalten, brechen sich Fuß­gän­ge­r/in­nen eher die Hüfte. Ihr Verletzungsrisiko liegt hundertfach über dem der Autofahrenden. Das betrifft vor allem diejenigen, die besonders häufig zu Fuß unterwegs sind: Frauen, Ältere und Kinder.
Die Auswirkungen sind auch für den Rest des Landes spürbar. Sturzverletzungen sind mit zehn- bis dreißigtausend Betroffenen im Jahr die häufigsten im gesamten schwedischen Straßenverkehr. Ein Viertel der im Krankenhaus gemeldeten Unfälle verursacht langfristige körperliche Behinderungen und drei Viertel werden durch schlecht gewartete Gehwege verursacht.
Die Kosten dieser Schlitterpartien belaufen sich schätzungsweise auf eine halbe Milliarde Euro. Dazu kommen ausgefallene Arbeitszeiten, fehlende Krankenhausbetten und der Pflegeaufwand für die Familie.
In Schweden beispielsweise gehen 80 Prozent der Sturzverletzungen aufs Konto von nur 5 Prozent der Wege, etwa aufgrund von Unebenheiten oder wuseligen Fußgängerüberwegen.
Karlskoga drehte also die Reihenfolge um und räumte Rad- und Fußwege zuerst. Damit reduzierte die schwedische Stadt nicht nur Unfälle, sondern auch Folgekosten. Und musste nicht mal extra Geld ausgeben, sondern nur die Prioritäten ändern.
Aber was ist mit Kommunen, die Bürgersteige bis jetzt gar nicht räumen? Die also erst mal Geld ausgeben müssten für gehwegfreundliches Gerät und kilometerlange neue Räumungsstrecken? Auch hier gilt: Weil Krankenhauskosten sehr viel leichter explodieren als die von Schneeräumung, lohnen sich gesamtgesellschaftlich mit ziemlicher Sicherheit die Ausgaben.
Rechnet man beide gegeneinander auf, sind theoretisch selbst 6 Millionen gut investiert, wenn sie 78 schwere oder 1.000 leichte Unfälle verhindern. Auch bauliche Veränderungen sind vielversprechend.