this post was submitted on 19 Jul 2026
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Frag Feddit (Ask Feddit)

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Ich habe einen unbefristeten Arbeitsvertrag, das heißt, ich brauche nicht unbedingt schon morgen einen neuen Job, sondern nur einen, der besser ist als der aktuelle.

Schreibt ihr beim Erstellen eines Lebenslaufs wirklich alles auf, was ihr seit eurer Kindheit gemacht habt? Denn ich war schon Koch, Kellner, habe mit Tieren und in Museen gearbeitet, Dinge, die nichts mit meiner jetzigen Tätigkeit oder meiner Ausbildung zu tun haben. Wen interessiert das schon?

Wird es schlecht gesehen, wenn man sich einfach eine sechsmonatige Auszeit nimmt, nur weil man die Nase voll von seinem Job hat und es sich leisten kann? Ich habe das Gefühl, dass man in Deutschland erwartet, ständig beschäftigt zu sein, und wenn man aus irgendeinem Grund nicht wie ein leistungsorientierter Mensch wirkt, gilt man als Versager, oder denken vielleicht nur Führungskräfte so?

Es steht ein Vorstellungsgespräch beim neuen Arbeitgeber an. Wie direkt drückt ihr aus, was ihr will? Einige direktere Leute, die ich kenne, sagen ganz offen, was sie wollen und brauchen, um den Job zu wechseln, und wenn das nicht angeboten wird, ignorieren sie die Stelle einfach. Unbezahlte Überstunden und kindische Mitarbeiter sind die Hauptgründe, warum ich nach etwas Besserem suche. In anderen Jobs habe ich außerdem eine mangelhafte Einarbeitung erlebt mit Leuten, die mich nicht einarbeiten wollten, und Vorgesetzten, die mich angelogen haben, sowie Mobbing; all das möchte ich hinter mir lassen.

Ich verstehe nicht, warum Arbeitgeber nicht klar angeben, wie viel sie zahlen, damit man keine Zeit verschwendet. Wann frage ich, wie viel ich verdienen werde? Bis zum Ende des Vorstellungsgesprächs damit zu warten, erscheint mir wie Zeitverschwendung.

Fragt ihr zuerst eure derzeitigen Kollegen nach Stellen, die euch interessieren könnten? Die Leute, mit denen du zusammenarbeitest, können für dich bürgen und Arbeitgeber empfehlen, aber andererseits könnten sie auch mit deinem derzeitigen Vorgesetzten sprechen.

Wie sucht man sich einen neuen Job, ohne dabei den Verstand zu verlieren? Es gibt viele Online-Portale für die Jobsuche, man muss danach die Stellenangebote filtern; bei manchen Portalen muss man Mitglied werden, um den Arbeitgeber zu kontaktieren, und ich möchte nicht extra Mitglied werden, nur um das zu tun, und dann gibt es noch Scheinstellen… Und nach der normalen Arbeit muss man noch kochen, essen und sich entspannen. Ich weiß nicht, welche deutschen Portale empfehlenswert sind.

Wie viele Vorstellungsgespräche bereitet ihr pro Woche vor? Denn auch das ist Arbeit: Du musst zu die Niederlassung fahren, dir einen freien Tag nehmen, Fahrtkosten werden nicht erstattet (das heißt, du musst vielleicht drei Stunden für ein 30-minütiges Vorstellungsgespräch anreisen und bekommst die Stelle möglicherweise gar nicht: „na ja, wissen Sie?, wir schauen uns gerade nur um“).

Wenn ich einen neuen Job finde, der mir besser gefällt, sage ich meinem alten Arbeitgeber dann trotzdem nichts, bis mein neuer Vertrag unterschrieben ist? Kümmert sich der neue Arbeitgeber um den Papierkram mit dem alten?

Plötzlich verstehe ich, warum Leute in mittelmäßigen Jobs bleiben.

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[–] EyIchFragDochNur@lemmy.world 3 points 4 days ago

Kann jetzt nur meine Sicht wiedergeben, gibt sicher noch andere:

Beim Lebenslauf gebe ich schon jede Bildung/Ausbildung und jeden einzelnen bezahlten Job an. Je nachdem ob das für die jetzt ausgeschriebene Stelle relevant ist gehe ich da noch stichpunktartig mehr oder weniger ins Detail.

Wer ein Problem mit den Lücken in meinem Lebenslauf hat, sollte mich einfach besser erst gar nicht einladen🤷 Ich bin zu stur und zu intelligent um mich noch Corporatismus/US-Amerikanismus zu ergeben.

Im Vorstellungsgespräch solltest du schon sagen was du erwartest. "Kindische Mitarbeiter" lieber nicht so direkt, eher umschreiben ohne Leute schlecht zu reden. "Die Arbeitsmoral habe ich oft als zu mangelhaft empfunden" oder so. Erst wenn sie nachhaken vielleicht höchstens ein leises "naja die Atmosphäre war oft zu kindisch". Das mit den unbezahlten Überstunden würde ich direkt so sagen. Ich möchte da ja auf Augenhöhe anfangen und nicht indem ich mich nach oben bücke, so wird es mit mir eh nicht funktionieren.

Die Kontaktaufnahme und das Vorstellungsgespräch musst du halt in Kauf nehmen, du bist ja interessiert da anzufangen.

Du musst deinem alten Arbeitgeber überhaupt nichts von deinem neuen erzählen. Nur darauf achten, dass sich die Vertragslaufzeiten nicht überschneiden/du rechtzeitig kündigen kannst. Ich weiß auch nicht was dein alter Arbeitgeber mit dem neuen an Papierkram zu erledigen hätte. Der alte meldet dich bei Versicherungen/Amt(/Ämter?) ab und der neue meldet dich neu an. Wenn es eine Lücke dazwischen gibt solltest du dich beim Arbeitsamt/Jobcenter anmelden und Stütze beantragen, schon alleine damit dein Versicherungenschutz keinen Tag Lücke hat. Wenn du schon eine neue Stelle im Ärmel hast lassen die dich auch soweit in Ruhe.