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Für die Verteidigung des Glaubens sterben und andere fundamentalistische Auswüchse: Eine neue Studie zeigt, dass muslimische Jugendliche häufiger antidemokratische, abwertende und gewaltaffine Haltungen vertreten

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[–] gandalf_der_12te@feddit.org -2 points 6 days ago* (last edited 6 days ago) (2 children)

religiöse Gebote stehen über den Gesetzen

Ich muss sagen dass ich das mittlerweile auch so sehe. Lass mich erklären:

Im Wesentlichen sind viele "religiöse" Aussagen so Aussagen die man heutzutage als sozialistische Kernaussagen identifizieren würde: Menschen haben ein universelles Recht auf Erfüllung der Grundbedürfnisse. Da gibt es in jeder Religion dazu einschlägige Weisungen die das auch sehr deutlich machen. Z.B. Jesus mit dem "kümmere dich um deinen nächsten wie um dich selbst" und "alles was ihr für den Bettler von nebenan getan habt, habt ihr im Sinne der Religion richtig getan". Das sind schon sehr deutliche Aussagen.

In Italien z.B. wird die Religion heute oft noch als Beschützer der kleinen Menschen gesehen, da sie eben auch den kleinen Menschen die sonst Schutz- und Rechtelos wären eben noch gewisse Grundrechte zugesteht. Damit ist sie ein Druckmittel gegen den Staat, denn wenn der die nächste Plünderungsrunde gegen die Bevölkerung erlaubt/durchsetzt, sei es in Form von rücksichtslosen Unternehmensbewilligungen oder Steuern, dann können die Menschen sagen "das ist nicht der christliche Weg". Und das wirkt. Hat es im Mittelalter auch schon. Nur um Beispiele zu nennen: In der frühen Neuzeit war die Bundschuh-Bewegung ein Bauernaufstand gegen Unterdrückung, usw. Die Forderungen wurden mit der Bibel begründet.

In der islamischen Welt wird der sozialismus überhaupt mit dem Islam identifiziert. Der Grund warum die Berufung der iranischen Regierung auf den Islam so erfolgreich ist, ist großteils weil diese eben klarmacht, dass der Islam die Menschen vor Ungerechtigkeiten und unnötigem Leid schützt. Das ist auch sehr effektiv. Habe da vor kurzem einen Vortrag dazu gehört.

Also ja, in dem Sinne das universelle Menschenrechte (die dann "Religion" genannt werden) wichtiger sind als arbiträr beschlossene und durch Lobbyismus beeinflussbare staatliche Gesetze sind, da stimme ich auch zu. Ja.


Bearbeitung: Habe das hier gerade auf meiner Festplatte gefunden:

[–] Melchior@feddit.org 9 points 6 days ago

Al Qaida, die Trump Regierung und viele weitere benutzen Religion um wirklich grauenhafte Handlungen zu begründen. Religionen haben immer gute und schlechte Seiten. Von daher ist so eine Aussage wie "religiöse Gebote stehen über den Gesetzen" für mich halt moralisch falsch.

Das geht auch in weniger radikal, wie man in der Umfrage erkennen kann:

Ein ähnliches Bild zeigt sich in Bezug auf Selbstbestimmung. Da wird Männern unter den Jugendlichen generell mehr zugestanden als Frauen. Bei Jugendlichen aus Syrien, Afghanistan und Tschetschenien sind die Werte allerdings teils auffallend hoch. Fast die Hälfte der Befragten findet, der Mann soll die wichtigen Entscheidungen treffen, ein Viertel möchte keine Frau als Chefin, und nur fast ein Drittel empfindet Homosexualität als okay.

[–] Latschenkiefer@feddit.org 4 points 6 days ago

Also ja, in dem Sinne das universelle Menschenrechte (die dann "Religion" genannt werden) wichtiger sind als arbiträr beschlossene und durch Lobbyismus beeinflussbare staatliche Gesetze sind, da stimme ich auch zu. Ja.

Es geht um das Grundgesetzt, also um so Sachen wie die Würde des Menschen ist unantastbar, Alle Menschen sind gleich...

Dem gegenüber stehen religiöse Ideen wie Kopftuchzwang für Frauen oder Abtreibungsverbot. Jesus mag da auch zwar gute Ideen gehabt haben, aber am Ende wurde dann im Namen Christus kolonialisiert, versklavt und ermordet. Und wo du schon Steuern ansprichst, solltest du dich vielleicht mal über die Ablassbriefe informieren: https://de.wikipedia.org/wiki/Ablass

Und spätestens seit der französischen Revolition und der Aufklärung kommen Menschenrechte sehr gut ohne Religion aus, daher kommt nämluch unser Grundgesetz.