this post was submitted on 10 May 2026
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[–] plyth@feddit.org 1 points 6 days ago* (last edited 6 days ago) (1 children)

Der Witz ist, dass das globale Lohngefälle genutzt wird, um hier in Deutschland die Löhne zu senken, indem man z.B. mit Outsourcing droht.

Wenn die Europäer konsequent mit ihren Löhnen die Entwicklung der dritten Welt finanziert hätten und es weltweit ein Lohnniveau gäbe, würde der Gewinn der Betriebe deutlich kleiner sein und es gäbe dann auch in Deutschland keine extreme Wohlstandsverteilung.

Wenn man sich bewusst macht, dass wir immer noch überproportional viel verdienen, dann sieht man, dass wir durch Konsumverzicht das Kapital hätten, um durch weltweite Investitionen für unsere Lohngerechtigkeit zu sorgen.

[–] gandalf_der_12te@feddit.org 2 points 6 days ago (1 children)

Wenn man sich bewusst macht, dass wir immer noch überproportional viel verdienen, dann sieht man, dass wir durch Konsumverzicht das Kapital hätten, um durch weltweite Investitionen für unsere Lohngerechtigkeit zu sorgen.

Nein, also ich denke da steckt der falsche Gedanke drin dass schlussendlich aller Wohlstand durch unsere Arbeit entsteht. Derweil ist Automatisierung ein Leistungsfähiges System das das gegenteil beweist. Daher würde ich sagen: Umverteilung braucht es am Ende des Kapitalismus sowieso, die Frage ist nur wie lang der Weg dahin ist.

[–] plyth@feddit.org 2 points 6 days ago (1 children)

Derweil ist Automatisierung ein Leistungsfähiges System

... das durch Wettbewerb an Wert verlieren kann. Bauern sind viel produktiver geworden, aber nicht reicher.

Der Trick der Milliardäre ist, dass sie Arbeiter in einen Wettbewerb zwingen. Wenn man das Spiel umdreht und die Milliardäre für begrenzte Arbeitskraft bieten lässt, dann wandern die Profite von den Milliardären zu den Arbeitern. Dafür müssen die Arbeiter international wie in einer Gewerkschaft zusammenhalten.

Dazu sind sie nicht bereit, also unterbieten sie sich, und haben so auch kein Geld, den Politikern mehr zu bezahlen, um das Recht zum eigenen Vorteil nutzen zu können.

[–] gandalf_der_12te@feddit.org 2 points 6 days ago (2 children)

… das durch Wettbewerb an Wert verlieren kann. Bauern sind viel produktiver geworden, aber nicht reicher.

Hmm ja hier zeigst du, dass du doch mehr Verstand von Wirtschaft hast, als ich dir zuerst zugetraut hätte. Denn es ist tatsächlich so, dass am Markt immer die Dinge besonders profitabel sind, von denen am meisten Mangel besteht. So sind z.B. sehr gewinnreiche Großunternehmen auch allein deshalb profitabel, weil diese Art von Unternehmen eben wachsen müssen, um den globalen Bedarf zu stillen, und daher existiert so etwas wie ein Großindustrieller überhaupt.

Deswegen war es auch in meinen Augen der fatale Fehler der Sovjetunion, die Großkapitalisten zu vertreiben, sodass die wenigen verbleibenden umso profitabler waren, auf Kosten der Allgemeinheit. Besser wäre es stattdessen gewesen, durch eine Art gemeinnütziger Großindustrie ganz einfach bessere Alternativen zu schaffen. Leider wird so ein System kaum aufgebaut weil die Menschen die gemeinnützig denken eben von Natur aus eher weniger industriell denken ... somit gibt es heute leider noch keine gemeinnützige Industrie. Dabei sehe ich genau darin ein sehr interessantes Potential, das es zu entwickeln gilt.

[–] plyth@feddit.org 1 points 5 days ago (2 children)

durch eine Art gemeinnütziger Großindustrie ganz einfach bessere Alternativen zu schaffen.

Mit den Problemen anzufangen war wohl kein guter Einstieg. Das Thema interessiert mich aber, daher versuche ich es noch mal konstruktiv:

Wie würdest du eine solche Großindustrie aufbauen?

[–] gandalf_der_12te@feddit.org 2 points 4 days ago (1 children)

Also, tut mir leid für die späte Antwort. War den ganzen Tag unterwegs und die letzten 2 tage war höllisch viel los ;-)

Jedenfalls, "wenn Arbeit reich machen würde, dann würde dem Esel die Farm gehören", bedeutet, dass die die den großteil der Arbeit machen am Ende meistens nicht so viel davon selber haben. Das Problem ist mindestens seit der Antike bekannt, daher das Sprichwort.

Im Allgemeinen wird in unserer Gesellschaft Besitz bzw. Verfügungsmöglichkeit ("Vermögen") eher anhand daran zugeteilt, wie sehr man jemandem zutraut, vernünftige Entscheidungen mit diesem Vermögen zu machen. Wenn du es etwa einem Säufer oder Glücksspieler gibst, kannst du erwarten dass die Resourcen nicht sinnvoll genutzt werden. Wenn du es hingegen jemandem der/die halbwegs ruhig und besonnen ist gibst, dann hat die Gesellschaft viel mehr davon. Daher ist die Schulpflicht so ein extrem gesellschaftsprägendes Instrument: Indem man Menschen "vernünftig" macht (zumindest ein bisschen, zumindest versucht man es), kann man ihnen größeren Privatbesitz zutrauen. Ich denke schon, dass man z.B. auch sagen kann, dass die meisten Menschen seit dem Mittelalter/Antike sehr viel an Vermögen dazugewonnen haben, was eben auch daran liegt dass man es ihnen zugestehen kann. Was ich damit sagen will, ist dass Vermögensverteilung eine sehr philosophische Angelegenheit ist, die keineswegs nur durch Raub/Diebstahl/trickreiche Konstrukte usw geprägt wird. Ich denke, es ist nicht so, wie wenn die Reichen einfach "Vermögen auffressen" oder "es anderen wegnehmen". Vielmehr ist es das Steuerrecht, das gemeinschaftlich beschlossen wird aufgrund philosophischer Hintergedanken. D.h. die Vermögensverteilung wird mehr gemeinschaftlich beschlossen, anstatt dass sie sich durch natürliche reale Umstände ergibt.

Ein großer Aspekte sollte daher auf dieser philosophie liegen, wieviel Menschen wirklich bekommen/haben sollten. Diese Frage zu beantworten tut viel mehr, als den nächsten Arbeitskampf / Streik zu führen; ist meine Meinung. Die Frage muss so beantwortet werden dass sie auch für andere nachvollziehbar ist, d.h. einfach nur persönlich der meinung zu sein, Arbeiter sollten mehr bekommen, genügt nicht. Es muss durch und durch begründet sein. Dann, denke ich, beginnt die Geschichte von selbst zu rollen. ;-)

[–] plyth@feddit.org 1 points 4 days ago

wieviel Menschen wirklich bekommen/haben sollten

Es wäre schön, wenn eine Diskussion dies klären könnte. Ich denke, das Problem kommt in der praktischen Umsetzung.

Wer hat die Macht, es durchzusetzen gegenüber den Milliardären, die alles besitzen?

[–] gandalf_der_12te@feddit.org 2 points 4 days ago* (last edited 4 days ago)

Ich habe deinen anderen Kommentar schon gelesen, und auch gut gefunden, ich muss nur etwas darüber nachdenken bevor ich eine Antwort gebe. Ich will dass meine Kommentare eine gewisse Mindestqualität aufweisen, und das braucht Geduld.

Außerdem bin ich gerade unterwegs und am Mobiltelefon zu tippen ist unangenehm.

[–] plyth@feddit.org 1 points 6 days ago* (last edited 6 days ago)

Besser wäre es stattdessen gewesen, durch eine Art gemeinnütziger Großindustrie ganz einfach bessere Alternativen zu schaffen.

Wie verhinderst du, dass die Industriellen die Resourcen für sich behalten?

Dabei sehe ich genau darin ein sehr interessantes Potential, das es zu entwickeln gilt.

Macht China nicht das?