this post was submitted on 24 Jan 2026
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Äh. Naja. Nein.
Also, nochmal von vorne:
Der Arbeitgeber will das man arbeitet, man macht einen Vertrag der einen dazu VERPFLICHTET zu arbeiten, und andere lustige Dinge zu tun, wie z.b. zu schlafen damit man seine volle Arbeitsleistung dem bereitstellen kann der sie eingekauft hat.
Wenn man krank ist, hat man ein Problem: der Arbeitgeber hat immernoch den Vertrag und will immernoch das man arbeitet. Kann er mit vor gericht gehen. Um dieses Problem zu lösen, hat man sich ausgedacht: nein, der Arbeitnehmer kann zu einen Arzt gehen (der kennt sich aus) und lässt sich SCHRIFTLICH DOKUMENTIEREN das das mit dem Arbeiten nicht geht, weil man krank ist.
Das ist die Krankschreibung. Das man das auch wegen kleinem Scheiss machen muss, ist dumm, aber ist notwendig, weil sonst der Arbeitgeber ankommt und einen zwingt, nötigt, verklagt. Und wenn er es nicht bei mir persönlich macht, macht er es beim Kollegen, dem der nicht nein sagen kann und sich nicht wehrt.
Was wir dann brauchen, um diese "kleinen Krankschreibungen" abzuschaffen, ist nicht das man den Leuten sagt "klärt es mit dem Chef oder so, lol, keine Ahnung, kein Plan, denk dir was aus", sondern das man gesetzlich verankert, das Arbeitnehmer einfach so das Recht kriegen sich selbst als "krank" zu deklarieren, dafür einen Zettel aus einem System kriegen, Jobcenter oder Krankenkasse, der Arbeitgeber da NICHTS tun kann und die Leute halt einfach für drei Trage, eine Woche oder zwei krank sind.
Damit ersetzt man aber auch nicht die Krankschreibung. Sondern damit ersetzt man nur wer sie ausstellen darf.
Ist das nicht genau das was die Ärzte fordern?
"Niemand, der krank ist, müsse sich dies in den ersten drei Tagen von einem Arzt bestätigen lassen. Derzeit gebe es noch 27 Millionen solcher Fälle."
"Niemand" heißt ja nicht individuelles Aushandeln mit dem Arbeitgeber, sondern eine pauschale Regelung.
Nein. Die Ärzte fordern das niemand mit jedem kleinen Wehwehchen das sie sowieso nicht lösen können und lösen müssen zu ihnen in die Praxis kommt und sie nervt.
Das ist zwar total nachvollziehbar, aber hilft praktisch nicht, weil der Arbeitgeber wie schon gesagt immernoch einfach einfordern kann das man trotzdem kommt.
Und dabei sollte man auch nicht an das "gute geregelte Arbeitsverhältnis" denken, wo man sich gut kennt, vertraut und eigentlich gegenseitig das beste will, sondern an die richtigen Drecksjobs der Gesellschaft und die "Chefs" die sich einen Dreck darum scheren ob es ihren Mitarbeitern gut geht oder nicht.
Anders gesagt, dein Recht zu kriegen wenn es gar nicht bedroht ist, ist eine Selbstverständlichkeit, aber es zu kriegen wenn es bedroht ist, und sich keiner dafür interessiert, das macht den Rechtsstaat aus und daran müssen wir uns orientieren.
Genauso beim Arbeitsschutz. Es ist schön das wir auch Arbeitsschutz regelungen in Büros haben und wenn die mal schleifen ist es nicht sooo schlimm. Aber wenn der Arbeitsschutz bei ThyssenKrupp im Stahlwerk nicht stimmt, sterben Menschen.